Leben Sprüche – zukunft
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Wir alle wünschen uns ein langes Leben, in dem die Zeit rasch dahineilt!
Leben, das heißt hoffen und warten.
Wir wollen auf den Abendstern und auf die ersten Nebel warten. Wir blühen und verblühen gern in Gottes großem Garten.
Wähntest du etwa, Ich sollte das Leben hassen, In Wüsten fliehen, Weil nicht alle Blütenträume reiften?
Tragt Sorge zum Licht. Die Prozession ist noch lang.
Kurz wird mir alle Zeit, Leicht wird mir Pein und Plag, Denk ich bei Nacht und Tag An Himmelsherrlichkeit.
Die Ereignisse kommen nicht, sie sind da, und wir begegnen ihnen auf unserem Wege.
Die Welt sehn in einem Körnchen Sand, den Himmel in einem Blütenrund, die Unendlichkeit halten in der Hand, die Ewigkeit in einer Stund.
Die zwei Gesellen Es zogen zwei rüstge Gesellen zum erstenmal von Haus, so jubelnd recht in die hellen, klingenden, singenden Wellen des vollen Frühlings hinaus. Die strebten nach hohen Dingen, die wollten, trotz Lust und Schmerz, was Rechts in der Welt vollbringen, und wem sie vorüber gingen, dem lachten Sinnen und Herz. Der erste, der fand ein Liebchen, die Schwieger kauft' Hof und Haus; der wiegte gar bald ein Bübchen, und sah aus heimlichem Stübchen ; behaglich ins Feld hinaus. Dem zweiten sangen und logen die tausend Stimmen im Grund, verlockend' Sirenen, und zogen ihn in der buhlenden Wogen farbig klingenden Schlund. Und wie er auftaucht' vom Schlunde, da war er müde und alt, sein Schifflein das lag im Grunde, so still wars rings in die Runde, und über die Wasser wehts kalt. Es singen und klingen die Wellen des Frühlings wohl über mir; und seh ich so kecke Gesellen, die Tränen im Auge mir schwellen ach Gott, führ uns liebreich zu Dir!
Die Zukunft verschont niemanden.
»Das Leben geht weiter«. Als es erlaubt ist.
Dulde, trage. Bessere Tage werden kommen. Alles muß frommen denen, die fest sind. Herz, altes Kind, dulde, trage.
Für jeden Menschen kommt der Augenblick, in dem der Lenker seines Sterns ihm selbst die Zügel übergibt. Nur das ist schlimm, daß er den Augenblick nicht kennt, daß jeder es sein kann, der vorüberrollt.
Es sprach der Geist… Es sprach der Geist: Sieh auf! - Die Luft umblaute ein unermeßlich Mahl, so weit ich schaute; da sprangen reich die Brunnen auf des Lebens, da streckte keine Schale sich vergebens, da lag das ganze Volk auf vollen Garben, kein Platz war leer, und keiner durfte darben.
Das Leben ist nie so schön, wie man hofft und nie so schrecklich, wie man glaubt.
Es lebte nichts, wenn es nicht hoffte.
Heute, wie zu allen Zeiten? Oben schwammen auf die Zweiten.
Rosen auf den Weg gestreut, Und des Harms vergeßen! Eine kleine Spanne Zeit Ward uns zugemeßen.
Es kribbelt und wibbelt weiter Die Flut steigt bis an den Ararat, Und es hilft keine Rettungsleiter, Da bringt die Taube Zweig und Blatt – Und es kribbelt und wibbelt weiter. Es sicheln und mähen von Ost nach West Die apokalyptischen Reiter, Aber ob Hunger, ob Krieg, ob Pest, Es kribbelt und wibbelt weiter. Ein Gott wird gekreuzigt auf Golgatha, Es brennen Millionen Scheiter, Märtyrer hier und Hexen da, Doch es kribbelt und wibbelt weiter. So banne dein Ich in dich zurück Und ergib dich und sei heiter, Was liegt an dir und deinem Glück? Es kribbelt und wibbelt weiter.
Unser Leben ist wie der Lauf der Sonne. Im dunkelsten Augenblick wartet schon das Tageslicht.
Was hier der Mensch, die Völker leiden, Verschuldet ist es oft, und Prüfung wird's, Doch steht ein Ziel. Die letzte schönste Kraft, Die lange schlummert, unerkannt und still, Im innersten des Lebens - sie erwacht, Sie wird sich inne, wenn das Feindliche Sich nah' und näher drängt; dann wird die Glut, Die uns Verbrechen schien, ein mildes Licht, Ein Morgenrot, es blüht im neuen Leben, Besonnen, hell und reif in schönster Kraft Aus der Bedrängnis göttergleich empor. Die Prüfung weicht, und in versöhnter Lieb, Tritt aus dem Kampf das Feindliche zurück.