Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Bei der Erklärung der Liebe muß ein physikalisches Phänomen oder ein historisches Faktum angenommen werden. Ist es Sympathie, wie der dumme Magnet das rohe Eisen anzieht? Oder ist eine Vorgeschichte vorhanden, deren dunkles Bewußtsein uns blieb und in unerklärlicher Anziehung und Abstoßung sich ausspricht?

Heine, Gedanken und Einfälle, in: Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine, hg. von Adolf Strodtmann 1869. V. Frauen, Liebe und Ehe

Ein Liebeslied Komm zu mir in der Nacht – wir schlafen engverschlungen. Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam. Ein fremder Vogel hat in dunkler Frühe schon gesungen, Als noch mein Traum mit sich und mir gerungen. Es öffnen Blumen sich vor allen Quellen Und färben sich mit deiner Augen Immortellen ... Komm zu mir in der Nacht auf Siebensternenschuhen Und Liebe eingehüllt spät in mein Zelt. Es steigen Monde aus verstaubten Himmelstruhen. Wir wollen wie zwei seltene Tiere liebesruhen Im hohen Rohre hinter dieser Welt.

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier, 1943

Tausendmal ist es gesagt worden: Wir haben nichts als die Liebe, aber es geht damit, wie mit allen uralten Wahrheiten; niemand achtet ihrer.

Immermann, Die Epigonen, 1836

Ein Menuett Nestwarmweiche Lagerstätte, Himmelblaues Himmelbette, Seidenkissen, Spitzenzier, Rosawolken, mullgebauschte, Hinter denen Amor lauschte, Unsrer Liebe, dir und mir, Kräuselte der Tapezier. Aus der Ampel quillt in hellen Morgenrötenrosenwellen Schmeichelweiches Liebeslicht. Wie in einem Rosenhaine, Rose selber, ruht die Meine, Und von Rosen ein Gedicht Ihres Busens Heben spricht. Leise, leise, ihren roten Lippen Morgengruß geboten. Augen auf. Bon jour Madam'! Zweier Sonnen hell Erwachen, Zweier Sonnen selig Lachen ... Als ich in den Arm sie nahm, Amor aus der Wolke kam.

Bierbaum, O. J., Gedichte. Irrgarten der Liebe, 1901

Talismann Daß dieses Herz, das unruhvolle, Nicht ganz in sich verzagen darf, Auf welche öde, kalte Scholle Es auch ein hartes Schicksal warf! Daß meine Augen leuchtend glänzen, Als schauten sie gelobtes Land, Als weilten sie auf Siegeskränzen, Anstatt auf Kett und Sklavenband! Das dank ich einem Talismane, Den mir ein Bote Gottes gab, Ein Engel mit der Friedensfahne, Erhaben über Tod und Grab. Und soll ich noch das Kleinod nennen? O liebe nur – dann ist es Dein! Dann magst Du's einer Welt bekennen: Im Lieben nur ist Trost allein!

Otto-Peters, Mein Lebensgang. Gedichte aus 5 Jahrzehnten, 1893

Strandidyll Auf dem Rücken im warmen Sand Nie ein schöneres Lager ich fand. Murmelnde, kichernde Wellen zu Füßen, Oben im Wind ein Lispeln und Grüßen Schwankender Halme und leises Gesumm Sammelnder Bienen, sonst Stille ringsum. Ja, ringsum! Nur selten, bald ferne, bald nahebei Ein Möwenschrei. Durch das halbgeöffnete Lid Blinzelt das Auge hinüber zum Ried. Blendendes, zitterndes Sonnengegleiße; Schmetterlingsspiele. Blaue und weiße Kinder der Stunde. Nun löst aus der Schar Sich ein bläulich geflügeltes Paar, Liebespaar! Das schaukelt und gaukelt und flügelt und giebt Sich sehr verliebt. Plötzlich, ei fällt denn der Himmel ein? Weitet sich, breitet sich bläulicher Schein. Lässt sich das zärtliche Pärchen nieder Frech mir gerad' auf die Augenlider? Aber schon merk' ich's am salzigen Geruch, Und schon fühl' ich's am derben Tuch, Schürzentuch, Und hör es am Lachen, die Grete, die Katz, Beschlich ihren Schatz. Seit an Seit und Hand in Hand, Schäferstündchen am stillen Strand. Schmeichelnder Wind und schäkernde Wellen; Faltergeschwirr im zitternden, hellen Sonnengeflirr überm Dünenhang; Irgendwoher ein verwehter Klang, Glockenklang, Und Hundegebell und das klägliche Muh Einer einsamen Kuh.

Falke, G., Gedichte. Mynheer der Tod, 1892

Der Liebenden Seitdem die Liebe dir genaht, der Reinen, Ist's wie ein Zauber über dich gekommen; In süßem Feuer ist dein Aug' erglommen, Doch schöner blickt es noch in sel'gem Weinen. Oft, wenn du wandelst, will es mir erscheinen, Als sei die ird'sche Schwere dir genommen; Dein Tun ist wie der Blumen Blühn, der frommen, Und wie der Engel ist dein Wunsch und Meinen. Das Wort erblüht von selbst dir zum Gedichte, Doch schweigst du, strahlt, die Rede zu ergänzen, Von deiner Stirn die Lieb' im reinsten Lichte. So sah dereinst, entrückt der Erde Grenzen, Auf Beatricens schönem Angesichte Den Strahl des Paradieses Dante glänzen.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte, zwischen 1834 und 1843 entstanden

Die Seele ermattet über dem ewigen Einerley. Man stirbt zehn Jahre früher, als man nöthig gehabt hätte, und bildet sich ein: die menschliche Liebe gekannt zu haben, wenn man eine einzige ihrer tausendfältigen Nuancen kaum halb ergründet hat.

Fischer, Vierzehn Tage in Paris, 1801 (anonym). Siebenter Tag. Originale Rechtschreibung

Treue, echte Liebe freuet sich in der Stille des seligen Genusses, prahlt nicht nur nie mit Gunstbezeugungen, sondern gesteht sich's sogar selbst kaum, wie froh sie ist.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. 2. Teil, 4. Kapitel: Über den Umgang mit und unter Verliebten

Die glücklichsten Augenblicke in der Liebe sind da, wo man sich noch nicht gegeneinander mit Worten entdeckt hat, und doch jede Miene, jeden Blick versteht.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. 2. Teil, 4. Kapitel: Über den Umgang mit und unter Verliebten

Ist's denn Sünde, so zu lieben, als wir? und liebt nicht Gott unsere Liebe?

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81. Erster Teil. Sie an Ihn

So deine Liebe mein ewig Gut erstrebt, sei sie willkommen.

Wille, Die Abendburg. Chronika eines Goldsuchers in zwölf Abenteuern, 1909. Das elfte Abenteuer

Man liebt nur Einmal Einmal, Einmal liebt man nur; Zweimal lieben ist vergebens. Einmal, Einmal liebt man nur: Aber dann – Triumph des Lebens! Ach! ein Himmel, voll des Gebens, Voll des Nehmens folgt dem Schwur! Einmal, Einmal liebt man nur; Zweimal lieben ist vergebens!

Schmidt/Lautsch (Hg.), Klamer Eberhard Karl Schmidt's Leben und auserlesene Werke hg. von dessen Sohne Wilhelm Werner Johann Schmidt und Schwiegersohne Friedrich Lautsch, 3 Bde., 1826-1828. Originale Rechtschreibung

Verinnerlicht (Meinem Doktor Benn) Ich denke immer ans Sterben Mich hat niemand lieb. Ich wollt ich wär still Heiligenbild Und alles in mir ausgelöscht. Träumerisch färbte Abendrot Meine Augen wund verweint. Weiß nicht wo ich hin soll Wie überall zu dir. Bist meine heimliche Heimat Und will nichts Leiseres mehr. Wie blühte ich gern süß empor An deinem Herzen himmelblau – Lauter weiche Wege Legte ich um dein pochend Haus.

Lasker-Schüler, Gesammelte Gedichte, 1917

Wo die Liebe natürlich ist, trägt sie ihren Lohn in sich.

François, Stufenjahre eines Glücklichen. Roman, 1877. Der Kampf am Jugendhimmel

Ist Liebe auch bei den Menschen nichts anderes wie der von der Natur erzwungene Zeugungswille der Tiere? Dann wäre jede reine und heilige Zärtlichkeit des menschlichen Herzens ein Widersinn und ein Stück Unnatur?

Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 3 Bde., 1909-11. Band 2

Sie sind unendlich, die Verirrungen der Liebe.

Hölderlin, Hyperions Jugend (Fragment), entstanden 1795, Erstdruck 1885 (posthum). Erstes Kapitel

Heiter kehrest du, o Licht! Und ein helles Strählchen bricht Aus der dumpfen Nacht hervor, Hebt mein leidend Herz empor. Es erschien ein Engelskind, Rührte meine Seele – schwind! – Und die Trauer schwand dahin, Selig, selig nun ich bin! Selig, selig werd ich sein, Wenn die Liebe mich wiegt ein, Wenn die Lieb den Trauersinn Wandelt mir in Freudensinn! Glänze ferner durch die Nacht, Liebe, süße Zaubermacht! Hülle mich, o Zauber, ein! Selig, selig werd ich sein!

Klinger, Die Zwillinge, uraufgeführt 1776. Zweiter Aufzug, erster Auftritt. Grimaldi

Liebst Du mich denn nicht? Mußt Du nicht mein sein, weil Du mir gestanden, daß Du nur mich allein geliebt?

Lewald, Clementine, Erstdruck anonym 1843

Ja auch die Liebe / die zwischen hohen Häuptern sich entspinnet / enteusert sich bey ihrer süssen Genüssung aller euserlichen Herrligkeit; Sie suchet ihre Ergötzligkeit nicht in den Zinnen der Palläste / sondern in den Wohnstädten der Hirten; nicht in dem Gepränge des Hoffes / sondern in einfältiger Verträuligkeit.

Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann, 2 Bde., 1689-90 (posthum). 1. Band, 3. Buch. Originaltext

Hielt Liebe, trotz Leben, die Seele dir weich: So bist du ein Ganzer, den Würdigsten gleich.

Skorra, Wovon mein Herz sich freigesungen, 1905. Aus: Idealistin