Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Wenn Sie jemals lieben, hüten Sie Ihr Geheimnis gut! Geben Sie es nicht preis, ehe Sie genauer wissen, wem Sie Ihr Herz eröffnen. Um diese Liebe zu hüten, noch ehe sie in Ihnen erwachsen ist, lernen Sie der Welt mißtrauen.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35. Originaltext der Übersetzung

Als einst von deiner Schöne, O meine süße Wonne, Ein Strahl entzückter Ahnung Durch alle Himmel hin, Durch die nun erst erhellten, Sich breitete – geboren Ward eine neue Gottheit; Die Liebe war's, der Herzen Gewaltige Königin. Und über den Himmel schwang sie Den flammensprüh'nden Zepter Mit ihrer stolzen Hand; Allein die Engel standen Inmitten ihrer Feuer Eiskalt und unentbrannt. Da faßte Zorn die Göttin; Sie flog zur Erde nieder, Zu fühlender Menschen Herzen Die Fittige gewandt. Seit jenem Tage sprühen, Seit jenem Tage glühen Die Flammen ihres Zepters Durch alles ird'sche Land.

Daumer, Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte, nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern, 1846

Meine Haare fliegen, Bin auf hellen Winden, Bin auf Flügelfüßen In die Lüfte gestiegen. Und mein Haupt steht golden In den Abendwolken, Purpurn wanken die Dolden Meiner Liebesgedanken.

Dauthendey, M., Gedichte. 1897

Was ich geliebt, kann nicht verderben, Auf schlägt die Flamme, himmelwärts.

Hugo, Oden und Balladen (Odes et ballades), 1818-1822, übersetzt von Ludwig Seeger 1860. Der Dichter in Zeiten der Revolution. Erste Ode, 1821. Originaltext der Übersetzung

Frage Ist deine Liebe wie eine Herde von Wölfen! Lautlos rennt sie durch die endlose Steppe; Ihnen heißt der Himmel, der endlos grau Über den Wütigen hängt, ihr Hunger. Oder lauerst du auf Beute: Im Geröll als Natter verborgen? Wer bist du? Gib acht: eine flüchtige Katze Nimmt deine Seele mit sich.

Krzyzanowski, Unser täglich Gift. Gedichte, 1919

Ist's ein Traum? Haben kaum Sich gefunden, Und schon sind, So geschwind, Als der Wind Beyder Herzen Auch verbunden! – Wie sie scherzen! Schmachtend blicken! Sich die Hände Voll Entzücken Feurig drücken! Macht ein Ende! Ha, vor Neide Werd' ich blind! –

Gotter, Die Geisterinsel. Opernlibretto, uraufgeführt 1798. 2. Akt, 13. Auftritt. Originaltext

Die Pilger Wir sind die Pilger treuer Liebe, Wir gehn zu ihrem Tempel, still Zu flehn um Dauer unsrer Triebe: Wer ist, der mit uns gehen will? Der Weg ist weit, und viel zu streiten Mit vielen Feinden haben wir; O möchten Ritter uns begleiten Der treuen Liebe bis zur Thür! O stände sie den Pilgern offen, O kämen wir gesund hinein! Erhörung haben wir zu hoffen, Die Göttin soll erbittlich sein!

Gleim, J. W. L., Gedichte. Originaltext

Kampf Oft, wenn sie still an mir vorüberschwebt Und lächelnd beut des holden Grußes Segen Und mild und treu den frommen Blick erhebt, Da träume ich, beseligt und verwegen, Die Liebe sei's, die Gruß und Blick durchwebt, Und auch die kühnste Hoffnung will sich regen. Doch bange Zweifel kehren bald zurück, Und zu mir selber sprech' ich dann mit Reue: Wie wär' nicht mild und treu ihr Gruß und Blick? Sie ist ja selbst die Milde und die Treue! Und schneller, als es kam, verweht mein Glück, Und alle Wunden bluten mir auf's Neue.

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 2. Entstanden 1856

Sieg Zum ersten Male ist sie heut' gegangen Als junge Christin zum Altar des Herrn; Die dunklen Worte, die vorher erklangen, Sie hielten ihr die ganze Erde fern; Ein Todesschauer bleichte ihre Wangen Und fast verglimmte ihres Auges Stern, Denn, wer nicht würdig ißt und trinkt, so spricht Gott selbst, der ißt und trinkt sich das Gericht. Und dennoch hat sie heut' sich mir ergeben, Wo jegliche Empfindung ihr's verbot; Sie wagte einmal, ihren Blick zu heben, Da sah sie mich und wurde wieder roth; Nun nahte sie sich dem Altar mit Beben Und nahm nur noch mit Angst das heil'ge Brot, Und als sie auch verschüttete den Wein, Da jauchzte ich: sie ist auf ewig mein!

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 3. Entstanden 1856. Originaltext

Glück Wie man das Heilige berührt: Man will ihm selbst nicht geben, Es ist genug, daß man es spürt, So küßt' ich sie mit Beben, Und that der Mund Nicht Alles kund, So brachte sie's zu Ende In frommen Sinn Zum Vollgewinn Durch einen Druck der Hände!

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 4. Entstanden 1856. Originaltext

Was ist für die Liebe der Raum, die Zeit! – Lebt sie nicht im Gedanken, und kennt der denn ein Maß?

Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, 1815/16. Originaltext

In wessen Leben ging nicht einmal das wunderbare, in tiefster Brust bewahrte Geheimnis der Liebe auf!

Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, 1815/16. Originaltext

Wissen Sie, was Liebe ist? Ich meine: das Tiefste an ihr? Ich will es Ihnen sagen: Das ist ein Geheimnis des vollkommenen Miterlebens dessen, was im anderen vorgeht.

Andreas-Salomé, Menschenkinder, 1899

Wer Liebe liebt, will nicht ihr Leiden missen.

Zweig, Der Amokläufer, 1922

In Frankfurt am Main Zuweilen that mir das Herz so weh, Als ob es wär gesprungen, Und wenn ich dann recht in mich geh', So hat mir das Ohr geklungen. Was klingt das Ohr, was schlägt das Herz, So laut an die großen Glocken? Es treibt der Himmel im Herzen Scherz, Da ist der Verstand erschrocken, Und schiebt es wohl auf die Witterung Und auf die vergangnen Zeiten, Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.

Arnim, A., Gedichte. Abweichende Fassung des Gedichts »Zuweilen tut mir das Herz so weh« aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820. Originaltext

[Er] sann darüber nach, wie die Bilanz des Lebens für jeden Liebenden eine unerhört hohe Schuldsumme aufwies. Durch keine Kapitalerhöhung, durch keine Versicherung war man imstande, dieser lebenslänglichen Verschuldung zu entrinnen. Liebe stieß den Menschen in die Welt; Liebe füllte sein ganzes Leben aus, stürzte ihn in Glück und Unglück; und sobald er starb, wurde er […] von der Liebe begraben und vergessen.

Galsworthy, Das Ende vom Lied (End of the Chapter), Die Cherrell Chronik, dritter und abschließender Teil der Trilogie "Forsythe Saga" 1931-1933, Deutsche Hausbücherei 1933. Ein Mädchen wartet (A Maid in Waiting), 1931

Nimmt man das Wort Liebe bloß in den Mund, so macht man sich schon einer gemeinen Trivialität schuldig. Es ist breitgewalkt wie ein Fladen und schmeckt nach Roman. Man schlüpft in andrer Leute Hemd. Im Gefühl ist es einzig, beispiellos, sonderbar, wunderbar, das nie dagewesene Abenteuer, der Traum der Träume; spricht man es aus, ists eine Vokabel aus dem Lesebuch. Aber wie sich verständigen, wenn es einem den Hals zuschnürt und einen so durchschüttert, daß man seine Tage wie ein Narr verbringt?

Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919

Wer liebt, der ist noch im Himmel jung Und schauet die Erden von Weitem.

Arnim, A., Gedichte. Aus: Zuweilen tut mir das Herz so weh, aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820

Warum? Um deiner Locken blond Gekräusel, Um deiner Augen blaues Licht, Um deine Rosen auf den Wangen, Liebchen, liebe ich dich nicht. Aber um der Seele willen, Die aus deinem Angesicht Wie aus einem goldumrahmten, Reinen Spiegel zu mir spricht.

Schneider, Thekla, Gedichte. Wellen vom Bodensee, 1882

Im Gegensatz zum Kriege stellt man in der Liebe nach einer Niederlage härtere Bedingungen, man erschwert sie immer mehr, je mehr man besiegt ist, wenn man überhaupt in der Lage ist, Bedingungen zu stellen.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27. Band 2: Im Schatten der jungen Mädchen (À l'ombre des jeunes filles en fleurs), 1919. Übersetzt von Walter Benjamin und Franz Hessel, Berlin 1927

Die Liebe ist ja kein Fehler, dessen sich ein Jüngling zu schämen hat. Eine vernünftige Leidenschaft zeiget allezeit ein gutes Herz an.

Cronegk, Der Mißtrauische. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen, 1760 (posthum). Zweiter Aufzug, fünfter Auftritt. Herr Orgon