Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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VI. Nun geht ein leiser Wind In den Gezweigen, Die weiß von Blüten sind. Der junge Tag ersteht. Die Wälder schweigen Vor Gott, der sinnend geht. Tauschwere Lanzen tief Die Halme neigen. Mir ist, ein Vogel rief –? O spiel, du Silberbirkenbaum, Auf deinen alten Geigen Ihr in den letzten Morgentraum: Sich neigen Und schweigen Kann meine Liebe kaum, Sich neigen Und schweigen –.

Marti, Der Kelch. Gedichte, Basel 1925. Birkenlieder

Ich gleite hin Ich hab mein Weh, Ich hab mein Leid, Ich fahre in Die Ewigkeit. Ich gleite hin In süßen Schatten, Ich ahne viel Die lichten Matten. Schon hör ich Spiel Wie Flötentöne; Es herzt mich schon Die ewige Schöne.

Sorge, R. J., Gedichte. Nachgelassene Gedichte, Vier Quellen Verlag, Leipzig 1925

Das Liebesbündnis schöner Seelen Knüpft oft der erste Augenblick.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767

Der Pfau gefällt dem Pfau, die ungestalte Eule Find't ihren Gatten schön, glaubt daß er lieblich heule.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767. Dritter Gesang, 10. Vers

Keine falschere Behauptung als die, jeder Mensch müsse im Leben wenigstens einmal lieben. Im Gegenteil, die wahre, die furchtbare Liebe gehört zu den größten Seltenheiten, und ihre Helden sind an den Fingern herzuzählen wie überhaupt alle Helden.

Ebner-Eschenbach, Nach dem Tode, 1881

Die Liebe [...] ist eigentlich ein Poetenmantel, den jeder Phantast einmal in der kalten Welt umnimmt, um nach Arkadien auszuwandern.

Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts, 1826. Originaltext

Und wenn ich sterben dürfte an einem Kusse von dir.

Motte Fouqué, Undine, 1811

Wie Liebesleiden und Liebesfreuden einander so anmutig gleich sehn und so innig verschwistert sind, daß keine Gewalt sie zu trennen vermag. Unter der Träne quillt das Lächeln vor, das Lächeln lockt die Träne aus ihren Kammern.

Motte Fouqué, Undine, 1811. Originaltext

Alle Menschen verlangen nach Liebe. [...] Auch das Haustier liebt es, daß man es streichelt; es steckt seine Schnauze aus dem Stalle heraus; bitte, streichle mich!

Gogol, Die toten Seelen oder Tschitschikows Abenteuer, 1842 (1. Teil) bzw. 1855 (2. Teil, Fragment), übersetzt von Alexander Eliasberg 1921. Originaltext der Übersetzung

Anlaß zum Schlafe Von Zefirs sanftem Säuseln Bin ich oft eingeschlafen; Vom Saft gepreßter Trauben Bin ich oft eingeschlafen; Im Schatten iunger Bäume, Vom Schwarm der muntern Bienen, Beim Sprudeln kleiner Quellen Bin ich oft eingeschlafen; Doch, soll ich ietzo schlafen: So müssen Küsse rauschen.

Gleim, J. W. L., Gedichte. Versuch in Scherzhaften Liedern, erster Teil, 1744

Die Liebe muss hinter sich wie vor sich Ewigkeit sehen.

Schiller, F., Briefe. An Lotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz, 7. September 1789

Die Liebe Die Liebe willst du finden? So suche sie im Mai, Da sitzt auf Blütenbäumen Die wunderholde Fei. Da flattert allerwegen Ihr weiches, grünes Haar, Aus jeder Blume lächelt Ihr Schelmenaugenpaar. Doch soll ich gut dir raten, So bleib ihr lieber fern, Denn Necken und Betrügen, Das hat sie gar zu gern. Sie kost mit dir ein Weilchen Und lässt dich dann allein, Sie giebt für kurze Wonne Dir lange, bange Pein.

Holm, Verse von Mia Holm, 1900. Originaltext

Lieben wollenist das Bedürfnis latenterüberschüssigerKräfte unseres Organismus, in andere Organisationen auszuströmen.Geliebt werden wollenhingegen das Bedürfnismangelnderlatenter Kräfte, sich durch andere einströmende zu ergänzen.

Altenberg, Wie ich es sehe (Skizzenband), 1896/1904. Revolutionär (Studien-Reihe). Der Revolutionär hat sich eingesponnen

Liebesgroßmuth Fragen möcht' ich dich mit süßem Bangen, Wie sich deine Lieb' zu mir verloren? Nach dem Höchsten durftest kühn du langen Und statt seiner hast du mich erkoren! O ich ahne, was dich an mich bindet: In den Liebesketten, die dich halten, Sieht mein Auge und mein Herz empfindet Deiner Großmuth königliches Walten. Weil von Sturmesgrimm und Wetterstrahle All mein Sein versengt, versehrt, verschüttet, Hast du auf das blüthenlose, fahle, Deiner Seele Frühlingshort geschüttet. Weil du mich gebeugt, entweiht vom Leben In der dunkeln Menge aufgefunden, Hast du, mich zu dir emporzuheben, Lichte Kronen um mein Haupt gewunden. Zu dem Wesen wolltest du dich wenden, Dem versagt blieb jede Glückesgabe, Daß es reich sei nur durch deine Spenden, Daß es dir allein zu danken habe. Daß es, im Bewußtsein dieses Bundes Wie die Opferflamme liebentbrenne Daß es leb' vom Hauche deines Mundes, Daß es dein sei, wie ich dein mich nenne.

Paoli, B., Gedichte. Erstdruck der Buchausgabe 1841. Text hier aus der zweiten vermehrten Auflage 1845. Originaltext

Wohl schwinden die Tage in einsamer Trauer, Das Leben versinket in stürmische Nacht; -- Der Augenblick einzig hat ewige Dauer, Wo freundlich dem Herzen die Liebe gelacht.

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Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein glücklich liebend Paar.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Jüngling am Bache, Erstdruck 1803 unter dem Titel »Liebesklage«

Die Liebe ist wie ein Garten: Wenn man sie nicht pflegt, verkommt sie.

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Drohung ans Liebchen Ich liebe dich, du. Ich laß dir nicht Ruh Als bis du mir heut noch Dein Herzchen weist zu. Du nimm dich in acht, Denn eh du's gedacht, Was gilt's, hab ich heut noch Zum Kuß dich gebracht. Das Mäulchen nur spitz Und denk, das sei Witz. Das kümmert mich gar nichts. Ich küß wie der Blitz.

Heym, Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe hg. von Karl Ludwig Schneider, Band 1, Lyrik, Verlag Heinrich Ellermann 1964

Neapel Ich dachte, das wäre die Liebe, Nun weiß ich: sie war es nicht! Es war ein flüchtiges, zartes, Feinduftiges Frühlingsgedicht. Es war nach dem ewigen Sterben Ein Fliederblühen im Mai, Und war mit den ersten Rosen Verträumt, vergangen, vorbei. Und in Neapel am Strande, Da macht' ich in Buchsbaum ein Grab, Und warf mit Orangen und Veilchen Mein Jugendlieben hinab. Und meinte, daß sehr zu beklagen Ich sei, und gebrochen das Herz, Und nährte in Mondschein und Düften Den ersten schmerzlosen Schmerz. Nie hab' ich von Menschenmunde Das Wort: Ich lieb' dich! gehört, Ich wäre wie Wellen vorm Winde Entflohen, gekränkt und empört. Ich war nicht zum Lieben geboren, Und liebte das Liebhaben doch, – Im sonnigen Gold von Neapel Da lächelt in Blumen es noch.

Sylva, Gedichte. Meerlieder, 1891

Treue Ich von dir lassen? Kannst du's fassen? Kannst du glauben, Es könne die Welt Mich dir rauben, Der dich fest in den Armen hält? Laß zusammen Die Herzen glühen, Laß sie entflammen Und Funken sprühen; Laß uns erproben Mit tapferem Blick Innig verwoben Unser Geschick! Du die Meine, Ob Wogen sich türmen, Ich der Deine In Wettern und Stürmen; Hab' dich gefunden Durch Himmelsgebot, Bin dir verbunden Bis in den Tod.

Fulda, L., Gedichte. Sinngedichte, 1893

Macht die Liebe nicht alle Stände gleich?

Tieck, Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge, 1797. Originaltext