Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Die Liebe überwindet alles, und wir beugen uns ihrer Macht.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. Ekloge 10: Gallus

Ich bin so still, du Traute, und immer schweigen wir. Du bist eine schlanke Laute, der Frühling spielt auf dir. Drum bin ich so still, du Ziere, weil oft mir Angst geschieht, daß ich einen Laut verliere aus deinem lieben Lied.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Dir zur Feier. 1897/1898

Flieg zu ihr, mein Lied, mit leichten Schwingen und verkünde ihr, Welch ein stilles, frohes Leuchten In dem treuen Herzen mir. Das mit heiligem Gefunkel Aufhellt unsrer Liebe Nacht, Misstraun, Furcht und banges Dunkel Scheucht des Tages lichte Pracht. Lang' von stummer Furcht bezwungen, Hörst du? hat der heit're Sinn Gleich der Lerche froh gesungen Durch den klaren Himmel hin. D'rum zu ihr den Flug genommen, Dass von keinem Leid beschwert Ich sie heisse hochwillkommen, Sie, die endlich wiederkehrt.

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866. Das schlichte Lied

Liebe ist wie eine zarte Blume; wenn die Kälte einer frostigen Nacht ihr Herz verwelkt, so geht sie von der Spitze aus bis zur Wurzel.

Jacobsen, Frau Marie Grubbe. Interieurs aus dem 17. Jahrhundert, 1876

Ich säume liebentlang Ich säume liebentlang durchs Morgenlicht, Längst lebe ich vergessen – im Gedicht. Du hast es einmal mir gesprochen. Ich weiß den Anfang – Weiter weiß ich von mir nicht. Doch hörte ich mich schluchzen im Gesang. Es lächelten die Immortellen hold in deinem Angesicht, Als du im Liebespsalme unserer Melodie Die Völker tauchtest und erhobest sie.

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier

Ein leeres Herz bedarf der reinen Liebe, einer Liebe, die stärkt, die Leben gibt; oder kennst du nicht jenen teuren Ort, wo es alles gibt, was in dir selbst nicht ist?

Ilić, Der Fischer (Ribar), 1880. Unbek. Übersetzung

Liebe, Husten und Bauch kann man nicht verstecken.

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Seele der Liebenden Einmal schon liebte ich dich Und das Meer, das Meer. Doch lichter waren damals Die Seelen, ungetrübt Von dunklen Taten. Es sangen unsere Liebe Strahlend die Sterne, Und das Meer, das Meer. Wieviel hundert Jahre Sind seitdem vergangen, Wieviel Leiden und Tode Und Sterne. Wo blieben Die Seelen so lange? Wir halten uns schweigend Die schauernden Hände. Wir blicken uns tief In die fragenden Augen. Noch singen die Sterne Und das Meer, das Meer. Aber unfaßbar ewig Ist die Vergangenheit Der menschlichen Seele.

Stoecklin, Lyrik und Prosa, hg. von Beatrice Mall-Grob, Verlag Paul Haupt, Bern 1994

Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948). Wird auch Clemens Brentano zugeschrieben

Späte Einsicht Die Lieb' ist wie die Sonne, Verwegner Uebermuth, Der schaudernd in der Wonne Der heißen Lebensgluth, Den Lichtquell zu ergründen, In seine Tiefe blickt, Muß da zuletzt erblinden Wo sich sein Herz entzückt. Doch wer nur still bescheiden Das sanfte Licht genießt, Woraus ein Meer von Freuden Für alle Wesen fließt, Wer nie die letzte Quelle, Nur ihre Wirkung sucht, Den labt die Sonnenhelle, Der keine Thräne flucht. So denk' ich oft und meine, Daß ich wohl gut gedacht. Doch wenn ich trostlos weine Hinaus in all' die Nacht, Wenn sich mein Auge wendet Zu Morgensternes Glanz, Da fühl' ich's nicht geblendet, Wohl aber blind es ganz.

Waiblinger, W., Gedichte. Lieder des Römischen Carnevals. Vermischte Gedichte. Erstdruck 1829. Originaltext

Die Liebe verrät sich durch untrügliche Zeichen.

Voltaire, Zadig oder das Schicksal (Zadig ou la destinée), 1747. Zitat der Figur Cador

Werbung Ja, Liebesgrüßen, Liebesleid, Die hast Du mir gelehret Du süße, stolze, schöne Maid, Nach der mein Herz begehret; Und ist mein Werben ungelenk, Und mag Dir's nicht behagen: Herzliebe, Traute, dann bedenk', Ich lernt' es erst vor Tagen! Ich bin ein Weih, der einsam zog In Wolken seine Kreise, Ein wilder Falk, der sich verflog; Nun bin ich müd der Reise; Nun dauert mich mein wirrer Flug, Gern möcht' ich Heimstatt grüßen: Der kleinste Platz wär mir genug, Geliebte, Dir zu Füßen!

David, J. J., Gedichte. Gesammelte Werke 1. Gedichte / Das Höferecht, R. Piper & Co., München und Leipzig 1908

Der wahrhaft Liebende ist erst dann befriedigt, wenn er alles, was er ist und wert ist, alles, was er besitzt und empfängt, dem Geliebten zubringt.

Cruz, Lebendige Liebesflamme (Llama de amor vita), 1618, dt. von Georg Philipp Harsdörffer, Nürnberg 1644

Der erste Mann ist stets ein Unglücksfall.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Die Frau spricht (I), in: Die Weltbühne, 13.08.1929, Nr. 33 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Nur was Dein ist, kann ich lieben. – Bleibe Dein! So bist du mein! ... Wär' ich immer mein geblieben, wär' ich wohl auch ewig Dein.

Mühsam, E., Gedichte. Gesamtausgabe, Band 1, Gedichte, hg. von Günther Emig, Verlag Europäische Ideen, Berlin 1983

Arbeit Ist es unrecht, die Arbeit zu lieben? Warum sind sie aus dem Paradies vertrieben? Jeder weiß es. »Im Angesicht deines Schweißes ...« – Nein anders: »Im Schweiß deines Angesichts Sollst du dein Brot ...«, heißt es dort. – Wie? Wunderlich! – Schweiß ist doch Arbeit. – Ist die Arbeit Strafe des Höchsten Gerichts? Geh, Exegesel, tu deine Pflicht, Ohne daß du Verbotenstes frißt, Und mit dem Verstande suche nicht, Was dein Gewissen viel besser ermißt.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929

Dämmerung Wie lieb' ich jene Zeit, wenn schwach und schwächer Der Tag verhallt mit seinen lauten Stimmen, Und wenn im Grau der Dämmerung verschwimmen Bastei und Aquaedukt und flache Dächer! – Denn, wenn die Nacht ausspannt den dunkeln Fächer, Darin der Sterne Diamanten glimmen, Wenn Nachtigallen zum Gesange stimmen, Dann, scheuen Schritts, verläßt du die Gemächer. Ich aber harre dein, wo unter düstern Weinranken, die die laue Nachluft würzen, Mich Marmorsphynxen anseh'n weiß und lüstern, Bis du dich nah'st, in meinen Arm zu stürzen, Und fester nur mit deinem süßen Flüstern Des eig'nen Lebens Räthsel mir zu schürzen.

Leuthold, H., Gedichte

Ohn lieb nichts dan leid Eh ich war liebend und geliebet, war mein herz niemal on verdruß, mein leben war allzeit betrübet, mein aug und herz voll finsternus: nichts mich damal mit trost erlabet, noch einiges wollusts begabet. Nun ist es mit mir anders worden, dan sidher ich lieb hab und bin und mich befind in der lieb orden, so ist all mein verdruß dahin: die lieb mich stets mit trost erlabet und ihres liechts und lusts begabet. Die schönheit, deren alles weichet, die mir und deren ich herzlieb, durch ihre lieb mich so bereichet, daß mir der himmel niemal trüb: mit ihrer kraft sie mich erlabet und alles guts und muts begabet. Der früling bring wind oder regen, der sommer sei voll hitz und staub, wie tief der winterschnee gelegen und in dem herbst fall frucht und laub: so bleib doch reichlich ich begabet und allzeit durch die lieb erlabet. Das erdreich mag zerspringend beben, der luft schieß dunder, stral und blitz, das meer mag seine flut erheben und netzen gar der sternen sitz: so bleib ich reichlich doch begabet und von der lieb mit lieb erlabet. Das volk mag schwören, spilen, saufen, die fürsten schänden gleich das land, die ganze welt fall gleich zu haufen voll krieg, untreu, blut, greuel, schand: so bleib doch reichlich ich begabet, von meiner süßen lieb erlabet.

Weckherlin, Gedichte. Frühe Gedichte entstanden und gesammelt 1618/19; spätere Gedichte in: Gaistliche und Weltliche Gedichte, Amsterdam 1641, erweitert 1648

Bergsee Wie ist der See zur Mittagstund Glasklar und wasserrein. Komm, wirf den kleinsten Kieselstein Ihm in das grüne Herz hinein, Du siehst ihn bis zum Grund. So ist mein Herz für dich bereit Glasklar und wasserrein. Komm, schau getrost und tief hinein, Und was du siehst ist dein, ist dein, In alle Ewigkeit.

Gulbransson, Gedichte, Berlin 1914

Blind Wo du säst Liebe aus, In Traum verloren, Wird dir in tiefer Nacht Zartes geboren. Blind wirfst du Liebe hin, Blinder drängt dichte Dir sich die Ernte hin –: Weinst du Gedichte.

Sorge, R. J., Gedichte. Nachgelassene Gedichte, Vier Quellen Verlag, Leipzig 1925

O Meer der Liebe, von dem nur der Ertrinkende, nicht der Darüberfahrende weiß!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43