Liebe Sprüche – abschied

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Und wenn man am Rande des Grabes steht und sich umwendet, um hinter sich zu blicken, so sagt man sich: "Ich habe oft gelitten, ich habe mich bisweilen getäuscht, aber – ich habe geliebt!"

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Wetterleuchten Zerrissene Wolken schimmern hell; Matt funkeln vereinzelte Sterne. Ein Wetterleuchten, feuergrell, Zuckt auf in dämmernder Ferne. Die flammende Unrast, abends spät Von der Tagesschwüle geboren, Dies Lenzgewitter, das rasch vergeht, Im Grenzenlosen verloren: Gemahnt an deine Liebe mich, Die einst in heißen Stunden So blendend kam, so jäh verblich Und längst in Nacht entschwunden.

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Nur das tut mir so bitterweh Nur das tut mir so bitterweh, Daß Niemand mir von ihm erzählt, Ob ich ihn je nur wiederseh', Und ob er glücklich hab' gewählt. Ich möcht' nur einmal noch ihn sehn, Und zög' er auch an mir vorbei. Wollt' ungesehn am Fenster stehn Nur schauen, ob er glücklich sei.

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Kurze Trennung Früh morgens reist' ich weg, kaum schied die Nacht; Ich habe nur an dich, an dich gedacht. Vor deinem Fenster ging ich noch vorbei: Ahnt' dir's im Traume, wer dir nahe sei? Der Morgenstern am lichten Himmel stand, Die Drossel schlug im nahen Gartenland. Still lag das Haus, dein Fenstervorhang zu – O schlumm're fort, mein Herz, in Herzensruh'! Der blonden Flechten off'ne Welle quillt Wohl um dein liebes Antlitz, liebes Bild! Schütz' dich der Himmel und behüt' dich mir, Bis mich der Abend wieder bringt zu dir! O kurze Trennung, süßes Wiedersehn, Die ihr das Glück macht immer neu erstehn; Nun steigt der Morgen siegreich hell empor, Die Sonne schreitet überm Berg hervor. Weiß wogt's am Walde, der sich licht belaubt, Wie Schleier um ein kränzetragend Haupt. Die Wiesen duften, diament'ner Tau Liegt wie ein Brautschmuck auf der sammt'nen Au. Die Morgenglocken weckt in jedem Thal Das heil'ge Licht, es wächst der Sonne Strahl. O wandle hoch am Tag und neige dich, Zum Westen eilend, über sie und mich!

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Vierzeilen 1 Du weißt doch, was ein Kuß bekennt? Sonst hör du auf zu küssen! Ich dächt, er sei ein Sakrament, Das alle Völker wissen. 2 Und weißt du, warum so trübe, So schwer mir das Herz muß sein? Du hast mich geküßt ohne Liebe, Das wolle dir Gott verzeihn! 3 Die Lieb ist wie ein Wiegenlied; Es lullt dich lieblich ein; Doch schläfst du kaum, so schweigt das Lied, Und du erwachst allein.

Storm, T., Gedichte

Liebt das, was ihr zum zweiten Mal nie wiedersehen werdet.

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Doch du bist fern Doch du bist fern, und meine Jugend muß Von dir vereinzelt in sich selbst verlodern; Ich kann dir nicht, wie meine Brust begehrt, Das Höchste geben und das Höchste fordern. Kaum darf ich hoffen, daß die späte Zeit Noch unsre welken Hände mög vereinen, Damit wir das verlorne Jugendglück Vereinigt, doch vergebens dann beweinen.

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Schlußseufzer Hab' manches Land durchmessen müssen, Verstürmte Sehnsucht im Gemüt, Und wurde früh in puncto Küssen Begeisterter Kosmopolit. Doch internationales Lieben Greift eine deutsche Wade an. Ich wollt', ich wär' daheim geblieben Als wohlrasierter Bürgersmann!

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Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!

Wehl, F., Gedichte. Aus: Die Liebenden

Zauberstätten Es schlingt sich um jede Stätte, Wo einst dich die Liebe umspann, Eine tückische Zauberkette Und hält dich in ihrem Bann. Sie klingelt mit ihren Ringen Ins Ohr dir manchen Ton Von nichtigen kleinen Dingen, Dir wird ganz weich davon; Sie legt sich um deine Füße, Wo einst ein Wort dich beglückt, Eines Blickes schmeichelnde Süße Dem Erdenstaub entrückt, Wo dir einst verwirrtes Zeichen, Ein hingesummtes Lied, Einer Wange Erglühn und Erbleichen Des Herzens Wallung verriet. Sie drängt dich zu jener Stelle, Wo schmerzlich der Zauber zerflog, Und der Alltag in nüchterner Helle Die Zügel an sich zog. So schlingt sich um jede Stätte, Wo einst dich die Liebe umspann, Eine tückische Zauberkette Und hält dich in ihrem Bann.

Bosshart, J., Gedichte

Das schwerste Opfer, welches der Mensch zu bringen vermag, ist: sein Herz brechen lassen und seiner Liebe entsagen.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Die Aehren Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe, Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu. Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte, So still, als wenn der Abendwind klagte: "Im Korn, das war doch eine Sünde, du!" Er löst seine Hand und Wange von Wange: "Und nennst dus Sünde, daß ich dich umfange, So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!" Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden Augen dem Liebsten ins Angesicht, Und lächelt in Tränen und löst die bleichen, Bebenden Lippen und sagt mit weichen Worten zum Liebsten: "Das sagst du mir?" Und schlingt den Arm um den trotzigen Knaben: "Daß wir das Korn so zerbrochen haben, Das war eine Sünde. Das sag' ich dir."

Salus, Reigen, 1900

All mein Sehnen will ich, all mein Denken in des Lethe stillen Strom versenken, Aber meine Liebe nicht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hektors Abschied, aus dem Drama »Die Räuber«. Erster selbständiger Druck 1800

Das herbste Wort im ganzen Liebesbuche Ihr alle wähnt, es sei: Ich lieb' dich nicht? – Dies wär' das Wort, vor dessen Zauberspruche So oft ein trostlos Herz im Busen bricht? Ihr irrt! Die Rose, die euch nie geblühet, Füllt euch, entblättert nie mit Wehmutsdrang, Doch wenn euch der genoss'ne Duft entfliehet, Dann mißt ihr das Verlorne doppelt bang! Ihr irrt! Was will doch jenes Wörtchen sagen, Wie macht es euch das Herz so seufzerschwer? – Nein! sparet eure Thränen, eure Klagen Dem herbsten Wort: "Ich liebe dich nicht mehr!" –

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Abschied Ich habe dir viel gegeben; Bewahr es gut, Wo fern vom Irren und Leben Es einsam ruht. Wie Schatten hingebreitet, Die kommen und fliehn, Auf deiner Seele gleitet Die Welt dahin. Doch in die tiefern Gründe Schau ich hinab, Ob ich dort wiederfinde, Was ich dir gab.

Schnitzler, A., Gedichte

O Gott! ich verstehe ja wenig vom Lieben, aber daß es eine Qual sein muß, aufzuhören – so was begreif ich noch.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 5. Akt, 1. Szene, Miller

Die verworfene Liebe Ich habe genug. Lust, Flammen und Küsse Sind giftig und süße und machen nicht klug. Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand, Der meinem Gemüte die Weisheit entwand. Was hab ich getan! Jetzt seh ich die Triebe Der törichten Liebe Vernünftiger an; Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz. Was quält mich vor Reu? Was stört mir vor Kummer Den nächtlichen Schlummer? Die Zeit ist vorbei. O köstliches Kleinod, o teurer Verlust! O hätt' ich die Falschheit nur eher gewußt! Geh, Schönheit, und fleuch! Die artigsten Blicke Sind schmerzliche Stricke; Ich merke den Streich. Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei. Nun leb ich recht frei Und schwöre von Herzen, Daß Küssen und Scherzen Ein Narrenspiel sei; Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug. Geh, falsche Syrene, ich habe genug!

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Scheiden, Leiden Und bist du fern, und bist du weit Und zürnst noch immer mir, Doch Tag und Nacht voll Traurigkeit Ist all mein Sinn bei dir. Ich denk' an deine Augen blau Und an dein Herz dazu - Ach, keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. Wie stand die Welt in Rosen schön, Da ich bei dir noch war; Da rauscht' es grün von allen Höhn, Da schien der Mond so klar. Du brachst die Ros', ich küßte dich, Ich küßt' und sang dazu: Wohl keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. Wohl bin ich frei nun wie der Falk, Der über die Berge fliegt, Vor dem die Welt, die schöne Welt Hellsonnig offen liegt; Doch hat der Falk sein heimisch Nest, Und wo wird mir einst Ruh'? Ach, keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. O schlimmer Tag, o schlimme Stund' Die uns für immer schied! Da sind aus meines Herzens Grund Geschieden Freud' und Fried'. Nun such' ich wohl durch Land und See Und habe nicht Rast noch Ruh'; Doch keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Berlin

Alle verlangen nach eines Fremden Liebe, doch da sind zwei Nachteile: Er wird weder bleiben, noch dich mitnehmen.

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Es ist mit der Liebe wie mit dem Leben: immer muss man auf das Ende gefasst sein.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Das ist Liebe: sich hingebend des andern Seele lösen, ihn übertreffen an Ehrfurcht vor seinem Selbst, an Verstehen und Befreien.

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