Liebe Sprüche – abschied
339 Sprüche gefunden
Nach Liebe suchend – und immer die Larve‚ die verfluchte Larve finden und zerbrechen müssen!
Jetzt liebe ich Gott: die Menschen liebe ich nicht. Der Mensch ist mir eine zu unvollkommene Sache. Liebe zum Menschen würde mich umbringen.
Lied vom weißen Haupt Wie der Schnee so weiß Wie der Mond so weiß Werden unsre Häupter einmal sein ... Heute in der Nacht Bin ich aufgewacht, Und ich fühlte, daß du nicht mehr mein. Noch ein letztes Mal Füll ich den Pokal, Werf ihn dann zu Scherben in den Kot, Dunkel weint der Fluß, Weil ich scheiden muß, Tränenlos besteige ich das Boot. West und Ost getrennt, Meine Wange brennt – Mädchen, sprich, wenn es zur Hochzeit geht: Liebster, schwöre mir: Ich gehöre dir, Bis dein Haupt in weißer Blüte steht ...
Eine Frau heißt unbeständig, wenn sie nicht mehr liebt, leichtfertig, wenn sie einen andern liebt, flatterhaft, wenn sie nicht mehr weiß, ob und wen sie liebt, gleichgültig, wenn sie nichts liebt.
Es gibt auch eine Gewohnheit des Gefühls, die fortfährt, ein Wesen zu lieben, von dem man längst losgelöst ist. Als höre man eine Uhr weiterticken, die stille steht.
Eine Liebesbeziehung läßt ebensoviel an Unabhängigkeit verloren gehen, was sie an Zuneigung gibt, und ein Bruch gleicht nie durch Unabhängigkeit aus, was er an Zuneigung nimmt. Deshalb übe größte Vorsicht, wer sich bindet, und das lernt man immer zu spät.
Nicht die Geliebte, die entfernt ist, sondern Entfernung ist die Geliebte.
Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen, Wider Willen muß ich fort. Doch ich liebe dich von Herzen, Darauf geb' ich dir mein Wort. Teurer weit als meine Seele Bist du, o Geliebte, mir! Und keiner andern soll's jemals gelingen, Mir auch entfernt nur gefährlich zu sein; Konnt' ich dein Herz, deine Liebe erringen, Kann ich auch ewige Treue dir weihn! Gib mir diese seidne Locke, Auf dem Herzen ruhe sie, Meiner holden Maid aus Flandern, Die ich wider Willen flieh, Ihrer werd' ich mich erinnern, Wenn mich Kampf und Schlacht umgibt. Doch wirst du auch einstens meiner gedenken Der dir gehöret mit Herz und mit Sinn, Und eine Träne der Wehmut mir schenken, Wenn ich nicht mehr unter Lebenden bin? Wirst du auch meiner zärtlich gedenken, Teures Mädchen, der dir stets gehöret mit Herz und Sinn?
O Regen sag' du kommst so hoch daher, Ist droben auch der Tag spurlos und leer? Du fällst zum Fluß und schwimmst zum Meer, Glaubst, du enteilst dem Leid und suchst Genuß? O wüßten alle nur, was doch ein jeder wissen muß: Die Tage lassen keine Spur, so wenig wie Der Regen auf dem Fluß, — Die Liebe nur…
Die Freiheit ist ein Meer Und seine Fische Herzen; Sie schwimmen ohne Schmerzen Behaglich hin und her. Doch diese Lust, wie Schade! Ist von geringer Dauer; Es wohnet am Gestade, Es stehet auf der Lauer Liebe, die Fischerin. Sie fischt mit eignen Angeln; Sie fischt mit Ambralocken; Die purpurrothen Fischchen, Sie kommen unerschrocken, Sie lassen von der argen Sich gar zu gerne locken, Und eines um das andre Ist ihrer List Gewinn.
II. Unsre Seelen bleiben freilich, In platonischer Empfindung, Fest vereinigt, unzerstörbar Ist die geistige Verbindung. Ja sogar im Trennungsfalle Fänden sie doch leicht sich wieder; Denn die Seelen haben Flügel, Schnelles Schmetterlingsgefieder; Und dabei sind sie unsterblich, Und die Ewigkeit ist lange; Und wer Zeit hat und wer suchet Findet, was er auch verlange. Doch den Leibern, armen Leibern, Wird die Trennung sehr verderblich, Haben keine Flügel, haben Nur zwei Beine, und sind sterblich. Das bedenke, schöne Kitty, Sei vernünftig, klug und weise; Bleib in Frankreich bis zum Frühling, Bis ich mit nach England reise.
Entschluß Und bist du mir auch nicht beschert, Dein Anschaun sei mir nicht verwehrt. Ich will's genießen still entsagend, Kein irdisches Gelüste tragend. Es sprach zur Sonne einst der Schnee: »Frau Sonne, laß mich, tust mir weh!« Sie ging. Doch er ward grau und trübe, Als fehlte ihm der Strahl der Liebe. Da rief die Sonne er zurück, Sie wärmte ihn mit Feuerblick, Bis daß sein schimmernd Weiß ergraute. Sie glänzte fort; doch er zertaute. Du bist die liebe Sonne mir, Und Wollust ist ein Blick von dir; Und mag er auch mein Herz verzehren, Doch will ich nimmer sein entbehren.
Die Liebe ist ein Feind, den man nicht durch Widerstand, sondern einzig durch die Flucht besiegt.
Erinnerung Hab' ich mich nicht losgerissen, Nicht mein Herz von ihr gewandt, Weil ich sie verachten müssen, Weil ich wertlos sie erkannt? Warum steht mit holdem Bangen Sie denn immer noch vor mir? Woher dieses Glutverlangen, Das mich jetzt noch zieht zu ihr? Tausend alte Bilder kommen, Ach! und jedes, jedes spricht: Ist der Pfeil auch weggenommen, Ist es doch die Wunde nicht.
Selbst in der Liebe darfst du dich nie gehen lassen. Das liebreichste Weib möchte dich beherrschen. Nie ist Waffenstillstand.
Am Wege Ich kannte eine. Wie sie hieß? Wer nennt das Wort, das mir verklang? Vergessen ist's. Ich weiß nur dies: daß ich sie liebte und umschlang. Das Lied von der, die mir entschwand, singt nun der Nachtwind meinen Ohren – Am Wege hab ich sie verloren, die sich zu mir am Wege fand ...
Zerbrich, verbrenne und zermalme, Was dir nicht völlig wohlgefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Ist alles eins in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles andre Schaden heißt, Und nur die lautre Liebe taugen.
Die Liebe kommt mit Lust, geht wieder mit Trauer, Süß ist ihr Anfang wohl, das Ende aber sauer.
Kleine Winterlandschaft Hart am Ufer steht mein Fuß, Drüben, horizontdurchlassend, Friert am Strand ein schmales Wäldchen, Nirgends eine Spur von Haus und Menschen. Klatschend steht die Ente auf, Mißtrauisch durch meine Nähe, Bald mit vorgestemmten Rudern, Fällt sie wieder ein nach raschem Fluge. Nebel zieht und hüllt gemach Erst das Wäldchen, dann die Welle, Hüllt mich selbst in seinen Mantel; Nicht mehr sichtbar, quakt ein braver Erpel. Gleich Eliasens Wolke sinkts, Jener Wolke des Propheten, Die zum Himmel ihn entführte, Als vor Isebel er flüchten mußte. Ach, Jehovah, laß mich noch, Laß mich noch auf deiner Erde! Isebel, die schöne Fürstin, Lieb' ich, und sie liebt mich zärtlich wieder.
Die Getrennten Nie mehr bin ich allein, gleich bebt in mir deine Stimme: Du, wie ist dir ums Herz? Du, wie ist dir ums Herz? Wie dem Schwanenpaar damals, das wir beim Nestbau belauschten, Beide wie Ein Herz bewegt, Beide wie Ein Herz bewegt. Oh, jetzt bin ich allein, jetzt bebt in mir deine Stimme: Du, wo bist du, mein Herz? Oh, wo bist du, mein Herz!
Über die Liebe verständig sprechen zu wollen, heißt den Verstand verlieren.