Liebe Sprüche – abschied
339 Sprüche gefunden
Wer über die Liebe nachdenkt, der liebt nicht mehr.
Wie Schatten flieht die Lieb, indem man sie verfolgt; sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.
Kein Lebewohl, kein banges Scheiden! Viel lieber ein Geschiedensein! Ertragen kann ich jedes Leiden, Doch trinken kann ich's nicht, wie Wein. Wir saßen gestern noch beisammen, Von Trennung wußt' ich selbst noch kaum! Das Herz trieb seine alten Flammen, Die Seele spann den alten Traum. Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde, Nicht Schmerz getränkt, nicht Angst verkürzt! Das nenn' ich eine Abschiedsstunde, Die leere Ewigkeiten würzt.
Lebe wohl, Du Einzige, in die ich nichts zu legen brauche, um alles in Dir zu finden.
Weiß nicht, wo ich steh' Durch der Liebe Hand, Nicht, wohin ich geh' Durch der Liebe Hand. Wohn' in Bergen wild, Blut'ge Träne quillt Immer ungestillt Durch der Liebe Hand. Bogen ward ich nun, Flöte ohne Ruh'n – Klagen all mein Tun Durch der Liebe Hand. Hör mein Jammern an! Meine Scham vertan, Gab mein Haupt ich dran Durch der Liebe Hand. Will mein Sein hingeben, Mich zu Ihm begeben, Nackt und bloß nur leben Durch der Liebe Hand. Sieh, was Yunus tut: Recht ist sein Wort, gut – Immer weint er Blut, Durch der Liebe Hand.
Wenn sich zwei Herzen scheiden Wenn sich zwei Herzen scheiden, Die sich dereinst geliebt, Das ist ein großes Leiden, Wie's größres nimmer gibt. Es klingt das Wort so traurig gar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar! Wenn sich zwei Herzen scheiden, Die sich dereinst geliebt. Als ich zuerst empfunden, Daß Liebe brechen mag, Mir war's, als sei verschwunden Die Sonn' am hellen Tag. Mir klang's im Ohre wunderbar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar, Da ich zuerst empfunden, Daß Liebe brechen mag. Mein Frühling ging zur Rüste, Ich weiß es wohl warum; Die Lippe, die mich küßte, Ist worden kühl und stumm. Das eine Wort nur sprach sie klar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar! Mein Frühling ging zur Rüste, Ich weiß es wohl warum.
Erste Liebe Als Freunde lernten wir uns kennen, ja kennen für ganz kurze Zeit, bald mußten wir uns wieder trennen, vielleicht in alle Ewigkeit: Ja, ich fühl es tief in mir, glücklich war ich nur bei dir. Die erste Liebe kommt von Herzen, die zweite brennt nicht mehr so heiß; o glücklich ist ein jedes Mädchen, das nichts von solcher Liebe weiß. Ja, ich fühl es tief in mir, glücklich war ich nur bei dir. Und sollte Gott das Schicksal lenken, daß wir uns niemals wiedersehn, so will ich deiner stets gedenken und beten für dein Wohlergehn. So leb denn wohl, vergiß nicht mein, einmal muß doch geschieden sein.
Es gibt nichts Schwereres, als einen Menschen, den man liebt, einen Weg gehen lassen zu müssen, der zur nächsten Stadt führt, statt auf den nächsten Gipfel.
Erinnerungsblatt Sein Leben war ein ernst, beharrlich Wandern Nach einem hohen Berg, darauf sie stand, Und als er endlich sich am Ziele fand, Da neigte sie sich lächelnd einem Andern! Nun geht er still den langen Weg zurück. Kein Hoffen darf die Schritte mehr beflügeln, Und hinter ihm, auf jenen blauen Hügeln, Verblaßt, verdämmert seiner Seele Glück.
Dank für Rat »Den Kuß und dann die Kralle, So sind sie alle. Die Kralle, dann den Kuß, Macht ihnen nicht Verdruß.« – »Nimm's nicht so schwer! Laß ruhn! Sie wissen nicht, was sie tun. Oder geh fort! Geh, wandere! 's gibt andere, Nicht alle sind Katzen Und kratzen, Bist eben zu lang geblieben; Man muß mit gepacktem Koffer lieben. Was ist der Koffer? Es ist dein Geist, Der dich immer gefaßt sein heißt. In die Liebe zumeist darf nur sich wagen, Wer auch enden kann und entsagen.« – »Dank für den Rat, den mir die Weisheit spricht; Er lautet: liebe, aber lieb' auch nicht.«
Untreu Wenn der Vogel jäh verläßt Auf dem Baum das Blätterdach, Zittert das Geäst lange nach – Da du jäh verlassen hast Meiner Liebe Heimatort, Zittre ich, so wie der Ast Fort und fort – Doch dir ist der Flug gesellt, Und mit deinen Flügeln schon Bist du in die Welt Mir entflohn –
Woran erkennt man, daß eine Liebe erloschen ist? Wenn man sich für sieben Uhr verabredet hat, aber erst um neun kommt und der andere noch nicht bei der Polizei angerufen hat.
Schlußlied Warum ich traure alle Zeit Und wandle allzeit stumm? Ich trag im Herz ein stilles Leid So schwer mit mir herum. Was hilft's, daß ich dem Gram vertrau, Der still mein Herze bricht, Verstehen kannst du's nimmermehr, Und helfen kannst du nicht. Verstehen würdst du nimmermehr Das Leid, das mir geschehn, Ach, die mein Herz gebrochen hat, Kann's selber nicht verstehn.
Schelmenlied Ich lauscht' dem Fink im grünen Haag, Das hat mich so bethöret. Ach, hätt' ich auf den lust'gen Schlag Des Kecken nicht gehöret! Er sang so süß von Lieb' und Glück, Vom Küssen mir ins Ohr – Vom Scheiden kam im ganzen Stück Kein Sterbenswörtchen vor.
Nimm meine Bücher, meine kleinen Reime, Mein Häuschen hin, und sei zufrieden wie ich bin, Nimm meinen sanften Schlummer, meine Träume, So hold sie sind, auch hin. Und wenn mir ja noch etwas übrig bliebe: Mein Becher, Kranz und Stab, so mag es deine sein; Doch willst du mehr, mein Herz und meine Liebe? Die sind schon lange dein.
Lieben und Hassen, Hassen und Lieben, Ist alles über mich hingegangen; Doch blieb von allem nichts an mir hangen, Ich bin der allerselbe geblieben.
Nun liegt die Welt umfangen Von starrer Winternacht, Was frommt's, daß am Kamin ich Entschwundner Lieb gedacht? Das Feuer will erlöschen, Das letzte Scheit verglüht, Die Flammen werden Asche, Das ist das End vom Lied, Das End vom alten Liede, Mir fällt kein neues ein, Als Schweigen und Vergessen – Und wann vergäß' ich dein?
Und damals tat's nicht halb so weh. Was gingst du nicht in jener Nacht, Da ich dir trotzig sagte; "Geh!" Auch heute gilt dasselbe Wort Und damals tat's nicht halb so weh. Ach, damals wagt' ich noch den Kampf, Da war ich mutig, jung und stark, Doch wenn du heute von mir gehst, Dann trifft der Streich mich bis ins Mark.
Die du so fern bist in der großen Stadt, Ich grüße dich, die mein vergessen hat. Einst hast du meiner Tag und Nacht gedacht, Stunden des Glückes mit mir verbracht, verlacht. Froh unter Scherzen schlossen wir den Bund – Funkelt dein Auge noch, und lacht dein Mund?
Noch leichter als die Jugend flieht die Liebe.
Das ist der Bann der Fee'n: Der Mann, der Eine gesehn, Muß sie haben oder vergehn.