Liebe Sprüche – abschied
339 Sprüche gefunden
Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt? Wer hieß dich kommen, wenn es dir zur Last? Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Geh dahin, wo du die Gedanken hast. Geh nur, wohin dein Sinnen steht und Denken! Daß du zu mir kommst, will ich gern dir schenken. Geh zu dem Liebchen, das dir mehr gefällt, Wer rief dich denn? Wer hat dich herbestellt?
Niemals erkennt die Sehnsucht. Das tut nur die Liebe. Aber sie erlischt im Augenblick des Erkennens.
Du hast mich fortgeschickt ... Du hast mich fortgeschickt, und ich geh heim. Die Gaslaternen blinzeln frech und schielen. Im Rinnstein drängt sich dicker Straßenschleim. Zufrieden tropfend gluckst es in den Sielen. In einem Seitenweg verhallt ein Schritt, leicht und beschwingt, als käm er vom Genießen. Studenten torkeln mir vorbei zu dritt, die Zeitungsblätter auf die Stöcke spießen. Ich tu mir leid. Mein Schmerz stimmt mich vergnügt, heißt mich auf alle Ärgernisse achten, ob gegen dich sich draus ein Vorwurf fügt und die, die im Kaffeehaus mit dir lachten. Wart! Morgen sprechen wir uns schon dafür. Mein Ingrimm wird sich zu entladen wissen. - Da bin ich - öffne zögernd deine Tür - und küsse weinend deine leeren Kissen.
Kein Glück Kein Glück! So hat die Alte mir mit fahlem Lächeln prophezeit, wer in der Liebe Spuren geht, des Weggenoß heißt Herzeleid. Kein Glück! Ich ging durch Klamm und Kluft stieg gipfelauf in Mittagglast und trank der Sonne rotes Blut und mit mir trank der bleiche Gast. Kein Glück! Ich trug den Demantkranz, das Purpurkleid im Märchenschloß, und steh nun doch an Abgrunds Rand – und leise lacht mein Weggenoß.
Was waren Frauen Was waren Frauen anders dir als Spiel, Der du dich bettetest in soviel Liebesstunden: Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden, Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel. Du strebtest, dich im Hellen zu befreien, Und wolltest untergeh'n in wolkig trüber Flut – Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut. Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen, In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ, Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen, Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß.
Besuch Du kamst – du gingst, und ließest mir Ein innig Glück; Du kamst – du gingst, und ließest mir Dich selbst zurück.
Widmung (An A.L.) Wenn grauenhaft Dir meine Verse scheinen Und ungelenk und wüst, o so verzeih'! Du weißt es ja, es ist mit mir vorbei, Und hast Du Lust, so kannst Du mich beweinen. Dir lagen offen meiner Seele Schlünde, Du hast mein reines Wollen ganz gesehn, Du sahst auch dann mein Ich zu nichts vergehn, Zuerst im Elend, dann im Rausch der Sünde. Nimm diese Verse denn als Liebeszeichen, Als letztes wehmutsvolles Grüßen an, Von einem seelensiechen, armen Mann, Der Alles oder gar nichts wollt' erreichen.
Nur gänzliches Sichhingeben ist Befreiung seiner selbst, allerdings gibt man sich zugleich damit auf.
Ach seht wie im Winde die Linde nun zittert, ihr Laub vor dem Walde zu Balde verwittert. Und klag auf der Heide mit Leide man übet so hat mir die Minne die Sinne betrübet. Ach, sehnende Leiden bescheiden mit Sorgen die muß ich ertragen ohn Klagen verborgen Die stets mir verholen gestohlen den Schlummer die läßt mich vergehen in Wehen und Kummer Oh gnädig erscheine du Reine mir Armen und laß Dich die Schmerzen von Herzen erbarmen Den Geist mir entbinde geschwinde vom Leide aus wogendem Feuer dein Steuer mich scheide
Zuweilen leidet das zarte Blümchen Liebe durch die Trennung, aber zuweilen bricht die Knospe dadurch erst zur vollen Blüte auf. Die Erinnerung malt das Bild des geliebten Gegenstandes auf Goldgrund; schätzen lernen wir erst einen Besitz, wenn wir seiner lange nicht habhaft und bewußt geworden sind.
Alle Liebe ist ein Zurückgehen auf sich selbst und alle Sehnsucht ein Sich-Entfernen von sich selbst.
Erinnerung Welten schweigen aus mir raus Welten Welten Schwarz und fahl und licht! Licht im Licht! Glühen Flackern Lodern Weben Schweben Leben Nahen Schreiten Schreiten All die weh verklungenen Wünsche All die harb zerrungenen Tränen All die barsch verlachten Ängste All die kalt erstickten Gluten Durch den Siedstrom meines Blutes Durch das Brennen meiner Sehnen Durch die Lohe der Gedanken Stürmen stürmen Bogen bahnen Regen wegen Dir Den Weg Den Weg Den Weg Zu mir! Dir Den Weg Den ichumbrausten Dir Den Weg Den duumträumten Dir Den Weg Den flammzerrissenen Dir Den Weg Den unbegangenen Nie Gefundenen Weg Zu Mir!
A alta Liab roscht nit – aber schimmmelig ka se weara.
Aus Nun geh ich stumm an dem vorbei, Wo wir einst glücklich waren, Und träume vor mich hin: Es sei Alles wie vor zwei Jahren. Und du bist schön, und du bist gut Und hast so hohe Beine. Mir wird so loreley zumut, Und ich bin doch nicht Heine. Ich klappe meine Träume zu Und suche mir eine Freude. Auf daß ich nicht so falsch wie du Mein Stückchen Herz vergeude.
Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit. Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen. Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen Ins öde Reich der Allvergessenheit. Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte; Ins feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.
Es ist wohl eine der herbsten Entbehrungen, die sich der Mensch auferlegen kann, wenn er sich dem Arme der Liebe entwindet.
Was der Tod getrennt, und was sich liebte, – das wird einst wieder vereinen der Herr, dem Freude ist, Freude zu machen.
Ein In-sich-aufnehmen ist die Liebe, und also ein Untergang.
Das ist unselige Minne, Wenn Weiber das Herz dir rühren, Bei denen Gemüth und Sinne Getrennte Wirtschaft führen.
Ich darf dich nicht lieben und kann dich nicht hassen, Ich darf dich nicht halten und kann dich nicht lassen: O sage, wie lös' ich den bitteren Streit? Und ach, was das innerste Herz mir zerrissen, Ich kann's nicht ertragen – und möcht' es nicht missen Das quälend-verlockende, wonnige Leid. Ich kann dich nicht hassen und darf dich nicht lieben, So steht es im Buch der Geschicke geschrieben – O schmerzlicher Kampf, der das Herz mir entzweit! Ich kann dich nicht lassen und darf dich nicht halten, So wollen es ewiger Sterne Gewalten – O sage, wie lös' ich den bitteren Streit? Vergebens in einsamen Nächten und Tagen Erneur' ich sie ewig, die schwerste der Fragen, Und nähre das quälende, wonnige Leid. Ich darf dich nicht lieben und kann dich nicht hassen, Ich darf dich nicht halten und kann dich nicht lassen – O sage, wie lös' ich den bitteren Streit?
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.