Liebe Sprüche – abschied
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Heimweh in die Welt Blieb es doch so lang' vor Liebe stumm; kann ich doch mein Herz, mein Herz nicht töten. War ich Dein, nur Dein in Glut und Nöten; weißt warum? Weil mein Herz so wild; weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht; weil es Deine Tiefen so gefühlt. Doch wenn nun der Frühling wieder sprießt, o ich fühl's, ich fühl's, so stumm ich blieb, und im warmen Sturm der junge Trieb schwillt und schießt: wird mein Herz so wild, weil es Meere braucht, wenn der Sturm ins Blut mir taucht, weil es so in alle Weiten fühlt. Hast es doch gewußt. Es war im Mai; als der schreckende Blitz uns rot umlohte, als ich meinem Bruder Donner drohte, wild und frei: gabst mir deine Hand, mein in Glut und Schmerz, sankest mir ans junge Herz, unten tief das ferne deutsche Land. Und wenn nun der Frühling blühen will und die wilden Blitze wieder glühn und im Sturm die Meere wieder sprühn: dann, o still! gieb mir deine Hand, Einmal noch ein Schmerz, Einmal noch ein deutsches Herz, dann – leb wohl, mein Weib, mein Vaterland.
Abwesenheit, diese einfache Therapie für die Liebe…
Todte Freundschaft Es ist vorbei – auch dieser Traum ist aus, Auch diesen Kelch hat leer das Herz getrunken, Auch dieser Stern ist in den Staub gesunken – Hinweg, hinweg – es führt in dieses Haus Kein Gott mich mehr zurück! Weh' euren Banden – Ihr habt mich nie geliebt und nie verstanden! Warum denn locktet ihr mich falsch hinein, Warum habt meine Seele ihr gebettet Auf des Vertrauens Pfühl, bis sie gekettet Sich an euch fest mit ihrem ganzen Sein? Warum? Da eure Zungen dann bekannten – Daß ihr mich nie geliebt und nie verstanden! War ich ein Spielzeug nur in eurer Hand, Ein Zeitvertreib, den Geist euch zu ergetzen? Ihr labtet euch an meines Herzens Schätzen, Dann warfet achtlos ihr es in den Sand; Sprecht, ob von Schaam nicht eure Stirnen brannten – Die ihr mich nie geliebt und nie verstanden! Ich gehe – nimmer mißt zurück mein Fuß Die Straße – gehe sonder Muth und Glaube; Entrüstung hebt empor mich aus dem Staube, Allein es starb der Freundschaft Genius. Euch ist nur Wahn, was andre wahr empfanden – Mich habt ihr nie geliebt und nie verstanden!
Abschied Nun sind sie vorüber, jene Stunden, Die der Himmel unsrer Liebe gab, Schöne Kränze haben sie gebunden, Manche Wonne floß mit ihnen ab. Was der Augenblick geboren, Schlang der Augenblick hinab, Aber ewig bleibt es unverloren, Was das Herz dem Herzen gab.
Ich liebe dich… Ich reiße dich aus meinem Herzen, Aus meinem Leben reiß ich dich, Denn wie ein heimlich schleichend Fieber Zehrst du an mir und tötest mich. In jedem Tag, in jede Stunde Schleicht dein geliebtes Bild sich ein, Und ob ich zitternd dir entfliehe In Lust und Lärm – du holst mich ein. Mein eigen Blut hat sich verschworen, Mit dir im Bunde gegen mich – Es braust und tobt mir in den Adern: "Ich liebe dich… ich liebe dich."
Der eine hört zu lieben auf, indem er auf eine Herrschaft verzichtet, die ihn nicht mehr interessiert, der andere, indem er ein Joch abwirft, das ihm kein süßes Joch mehr ist.
Ist das gegenseitige Erkennen in der Liebe nicht oft auch der Verlust der Liebe?
Ja, schau mich an! Ja, schau mich an mit deinen Blicken Voll tiefer, seelensüßer Glut Und trink' mir aus mit Spiel und Nicken – Mein ganzes Herz, mein letztes Blut! Ich kann dir nimmer widerstreben; Nimm mich dahin – ich bin ja dein! Nähr' deine Glut mit meinem Leben – Und in der Glut vergeht mein Sein!
Wer freien will, hat sieben Häute auf den Augen.
An eine Frau Die wahre Ernte aller Dinge bleibt Und blüht in hoher Luft wie lichte Zinken, Das andere war nur da um wegzusinken. Und irgendwie geheimnisvoll erträgt Es unser Geist nur immer auszuruhen Auf Gleitendem, wie die Meervögel tuen.
Wen ich liebe, dem lasse ich Freiheit. Er steh' oder fall'. Sein Herr muß er sein.
Du im voraus verlorne Geliebte, Nimmergekommene, nicht weiß ich, welche Töne dir lieb sind. Nicht mehr versuch ich, dich, wenn das Kommende wogt, zu erkennen. Alle die großen Bilder in mir, im Fernen erfahrene Landschaft, Städte und Türme und Brücken und unvermutete Wendungen der Wege und das Gewaltige jener von Göttern einst durchwachsenen Länder: steigt zur Bedeutung in mir deiner, Entgehende, an. Ach, die Gärten bist du, ach, ich sah sie mit solcher Hoffnung. Ein offenes Fenster im Landhaus –, und du tratest beinahe mir nachdenklich heran. Gassen fand ich, – du warst sie gerade gegangen, und die Spiegel manchmal der Läden der Händler waren noch schwindlich von dir und gaben erschrocken mein zu plötzliches Bild. – Wer weiß, ob derselbe Vogel nicht hinklang durch uns gestern, einzeln, im Abend?
Nicht auf immer lieben, noch hassen.
Ich hab' den Weg verloren, Der mich zum ihm geführt; Ich hab' das Wort vergessen, Das seine Seele rührt. Er geht an mir vorüber, Es wich der Zauberbann; Ich hab' das Wort vergessen Und geh' zu Grund daran.
Heimkehr Wie ich in den Hofraum trete durch das mittlere Tor, drängt sich wiederum das stete blinde Weinen empor. Vor zwei Jahren, langen Jahren, stand ich hier zuletzt. Blumen, die damals Blüte waren, duften und blühen auch jetzt. Und die Halle mit dem Dach, grün und dunkelbraun, und das Fenster von meinem Gemach und der Bambuszaun, alles nimmt sich wie damals aus, atmet die gleiche Ruh. Aber am Eingang zum inneren Haus fehlt nun etwas: du.
Liebeserwachen Heißet ihn gehen; Er soll nicht sehen, Wie meiner Jugend er's angetan Ich lebte zufrieden, Hätt er mich gemieden; O, daß ich ihn nicht meiden kann! Daß alle Gedanken Um ihn sich ranken, Den trotzig-übermütigen Mann. Ich sollte ihn fliehen, Und fühle mich ziehen Mit tausend Banden zu ihm hinan.
Lebenswechsel Einst litt ich Schmerzen der Liebe, sie gingen vorüber; Seitdem hab' ich jedoch Stunden und Tage vergähnt.
Nenn ich dich Glück? Nenn ich dich Glück? Entsetzen? nenn ich dich Heil oder Folter? Ich weiß keinen Namen Zu fassen dich; ich fügte keinen Rahmen Um dich, daraus dein Bild nicht löste sich Und schritt davon. Ich habe dich zu halten Vermocht in keiner einzigen Gestalt. Ich griff mit einer innigen Gewalt Und was ich griff, lächelte schon gespalten… Du bist so weise dich stets zu entwinden Aus meinen Worten, meinem Blick, der Hand, Daß ich schon oft vermeinte dich zu finden, Wenn ich fand (Unvollendet)
Wer liebt, muß das Los dessen teilen, den er liebt.
Der Abend geht hinab wie ein bescheidenes Feuer, das erlischt. Dort, über den Bergen, verbleibt ein bißchen Glut. Und dieser abgebrochene Baum am weißen Wege bringt einen zum Heulen vor Mitleid. Zwei Äste an dem verwundeten Stamm, und ein welkes, schwarzes Blatt an jedem Ast! Weinst du? … Zwischen den goldenen Pappeln in der Ferne erwartet dich der Schatten der Liebe.
Abschied Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst Und daß du trauern würdest, Wenn ich ginge. Sag mir, daß diese Tage schön sind Und daß du weinen wirst, Wenn ich nicht singe. Sag mir, daß du dem Leben gut bist. Sag meiner Stimme, Daß sie nie verwehe… Und daß du heiter und voll frohen Mut bist, Auch wenn ich lange Zeit Dich nicht mehr sehe. Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin, Und streichle mich, wie eine junge Meise. Sag mir, daß ich zu dir zurückfind, Auch wenn die Nächte dunkel sind, Durch die ich reise.