Liebe Sprüche – abschied
339 Sprüche gefunden
Was ist schwerer: zu weilen im fremden Land? Was ist schwerer: allein sein im Waisenstand? Was ist schwerer: der Kummer, so düster, so trüb? Was ist schwerer: die Liebe, die Herzenslieb? – Ich hab sie gewogen, ich wollt es erkunden, Ich habe die Liebe am schwersten befunden.
Rosendornen stechen sehr; Falsche Liebe noch viel mehr.
Zur Liebe kommst du nicht, solang du hängst am Leben; Du findest mich nicht eh'r, bis du dich aufgegeben.
Es ist ja nicht Liebe, wenn Liebe verläßt.
Der Schmerz um Liebe, wie die Liebe, bleibt Unteilbar und unendlich.
Jede Liebesbeziehung hat drei Stadien, die unmerklich ineinander überfließen: das erste, in dem man auch schweigend miteinander glücklich ist; das zweite, in dem man sich schweigend miteinander langweilt, und das dritte, in dem das Schweigen, gleichsam Gestalt geworden, zwischen den Liebenden steht wie ein boshafter Feind.
Scheideblick Als ein unergründlich Wonnemeer Strahlte mir dein tiefer Seelenblick; Scheiden mußt' ich ohne Wiederkehr, Und ich habe scheidend all mein Glück Still versenkt in dieses tiefe Meer.
Ich lösch das Licht Mit purpurner Hand, Streif ab die Welt Wie ein buntes Gewand Und tauch ins Dunkel Nackt und allein, Das tiefe Reich Wird mein, ich sein. Groß' Wunder huschen Durch Dickicht hin, Quelladern springen Im tiefsten Sinn, O spräng noch manche, Ich käm in' Kern, Ins Herz der Welt Allem nah, allem fern.
Wer das Scheiden hat erfunden, Hat an Liebe nicht gedacht, Sonst hätt er die schönsten Stunden In der Liebe zugebracht. Meine Augen sind voll Tränen, Und mein Herze schwimmt in Blut, Niemals kann ich dich vergessen, Denn du warst mir ja so gut. Könnt ich dich noch einmal sprechen, Könnt ich dich noch einmal sehn, Würdest du, mein Allerliebster, Sicher niemals von mir gehn. Hätt ich Tinte, hätt ich Feder, Hätt ich Zeit und Schreibpapier, Würd ich dir die Zeit aufschreiben, Die du nicht geweilt bei mir. Lieben hast du mich gelehret, Lehrst mich nun, was Leiden sei, Und doch kann ich es nicht fassen, Daß die Zeit des Glücks vorbei Sei es nun, so laß uns scheiden Ohne Gruß und Druck der Hand, Denn es hat sich von uns beiden Unsre Liebe abgewandt. Alles Drängen, alles Wogen, Alles Sehnen ohne Ruh, Alles, alles hat gelogen, Und enttäuscht bin ich und du. Lebe wohl, du falscher Jüngling, Lebe wohl, du falsches Herz! Erst warst du mein ein und alles, Nun bist du mein ganzer Schmerz. Findst du einst im fremden Lande Eine andre, die dich liebt, Sag ihr nichts von meinem Herzen, Sag ihr nur, du kenntest mich. Stehst du einst an meinem Grabe, Deckt mich kühle Erde zu, Denk, was ich gelitten habe, Gönne mir die ew'ge Ruh.
Jede große Liebe bringt den grausamen Gedanken mit sich, den Gegenstand der Liebe zu töten, damit er ein für alle Mal dem frevelhaften Spiele des Wechsels entrückt sei: denn vor dem Wechsel graut der Liebe mehr als vor der Vernichtung.
Es fällt schwer, eine Liebschaft abzubrechen, wenn man nicht mehr liebt.
O Seele meiner Seele, Nun weiter keinen Kuß! Weil sonst der Liebe Flamme Mich ganz versengen muß. Laß nun das Haupt mich legen An die ersehnte Brust, Laß mich da Ruhe finden Von Liebesleid und Lust, Von Liebesleid und Lust!
Die Menschen sind nicht nur zusammen, wenn sie beisammen sind; auch der Entfernte, der Abgeschiedne lebt uns. Ich lebe dir, und habe mir genug gelebt.
In meinem Garten die Nelken Mit ihrem Purpurstern Müssen nun alle verwelken, Denn du bist fern. Auf meinem Herde die Flammen, Die ich bewacht so gern, Sanken in Asche zusammen, Denn du bist fern. Die Welt ist mir verdorben, Mich grüßt nicht Blume, nicht Stern; Mein Herz ist lange gestorben, Denn du bist fern.
Eroberung Ach, sie strampelt mit den Füßen, Ach, sie läßt es nicht geschehn, Ach, noch kann ich ihren süßen Körper nur zur Hälfte sehn; Um die Hüfte weht der Schleier, Um den Schleier irrt mein Blick, Immer wilder loht mein Feuer, Ach, sie drängt mich scheu zurück! Mädchen, ich will nichts erzwingen; Mädchen, gibt mir einen Kuß; Sieh, dich tragen eigne Schwingen Durch Begierde zum Genuß. Ach, da schmiegt sie sich und lächelt: Deine Küsse sind ein Graus; Und mit beiden Händen fächelt, Sie der Kerze Schimmer aus.
Und als die Götter, müde dieser Welt, Sich flüchteten hinauf in's Sternenzelt, Mitnehmend, was auf Erden sie besessen, Da hätten sie die Liebe hier vergessen.
Liebe ist nicht das Höchste. Über der Liebe steht Selbstvergessenheit.
Ende der Liebe: fühlbarer Beweis, daß der Mensch ein beschränktes Wesen ist und das Herz seine Grenzen hat.
Bleibt, o bleibt, ihr Lippen ferne, Die so lieblich falsch geschworen; Und ihr Augen, Morgensterne, Die mir keinen Tag geboren! Doch den Kuß gib mir zurück, Gib zurück, Falsches Siegel falschem Glück, Falschem Glück!
Die Verratene Verschneiter Morgen! Über Nacht gewoben ein weißer Schleier! O wär' es ein Linnen zur Leichenfeier Den erwachenden Sorgen. Jäh ging er fort, verschneit ist der Weg, Dort ging er hin, verschneit ist die Brücke. Verschneit ist der einzige Weg Zum Glücke.
Mein Herz ist zerrissen, du liebst mich nicht! Du ließest mich's wissen, du liebst mich nicht! Wiewohl ich dir flehend und werbend erschien, Und liebebeflissen, du liebst mich nicht! Du hast es gesprochen, mit Worten gesagt, Mit allzugewissen, du liebst mich nicht! So soll ich die Sterne, so soll ich den Mond, Die Sonne vermissen? Du liebst mich nicht! Was blüht mir die Rose, was blüht der Jasmin? Was blühn die Narzissen? Du liebst mich nicht!