Liebe Sprüche – abschied
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Lumpella Du sahst mich in der Jugend Prangen, Wie ein Gebild aus Himmels Höhn, Mit züchtigen verschämten Wangen Von Dir, mein lieber Schlande, geh'n. Ich gieng ohn' alles Gut und Habe, Ins Leben irrt ich wild hinaus, Und bat mich um eine milde Gabe in manchem Ort, in manchem Haus. Da kam auf einmal ein Gens d'arme, Und nahm mich züchtig an dem Arm. Erröthend folgt' ich seinen Spuren, Er brachte mich ins Zuchthaus nun, Da hieß es, daß ich wegen Huren Drei Jahre lang soll Buße thun. Die Zeit ist aber jetzt vorbei, Gottlob, ich bin nun wieder frei.
Nimm dein Lippenpaar zurück, das so süß verlogen schwur, und dein Augenpaar, das Glück sagt, doch ist mein Unglück nur – meine Küsse gib, ach gib, meine Lippen, seid versiegelt. Lieb, ach Lieb war Hieb, nur Hieb, auch mein Herz wird jetzt verriegelt.
XLIV Wär’ dieses Leibes träger Stoff der Geist, vermöchte keine Ferne uns zu trennen, durch Räume wär’ ich rasch dir nachgereist und wollte keine Grenze anerkennen. Und ständ’ mein Fuß gebannt am fernsten Ort, dem Geiste wahrlich wär’ zum Spott die Schranke, ich dächte über Land und Meer mich fort und schon am Ziele wäre der Gedanke. Mich tötet der Gedanke, daß ich nicht Gedanke bin, um stets dich aufzufinden: mein Element erzwingt mir den Verzicht, das Hindernis des Raums zu überwinden. Von Erd und Wasser, die in mir vereint, sind schwer die Tränen, die ich dir geweint.
Für keinen Liebhaber halte ich dich, Wenn du das meine mehr liebst als mich.
Lebe wohl! Eine dicke Tigerschlange liegt müde um mein Herz geringelt ihre satten Augen thun sich zu. Einmal züngelt ihre dünne Zunge noch. Sie schläft ... Lebe wohl, mein blutend Täubchen Du.
Trennung ist für die Liebe, was der Wind für das Feuer: das schwache löscht er aus, das starke facht er an.
Verzicht', o Herz, auf Rettung, Dich wagend in der Liebe Meer! Denn tausend Nachen schwimmen Zertrümmert am Gestad' umher!
Ferne Berge seh ich glühen! Unruhvoller Wandersinn! Morgen will ich weiterziehen, Weiß der Teufel, wohin? Ja, ich will mich nur bereiten, Will – was hält mich nur zurück? Nichts wie dumme Kleinigkeiten! Zum Exempel, Dein Blick!
Wehe dem, der zu sterben geht, Und keinem Liebe geschenkt hat, Dem Becher, der zu Scherben geht, Und keinen Durst'gen getränkt hat.
In böser Stunde Ein schwaches Stäbchen ist die Liebe, Das deiner Jugend Rebe trägt, Das wachsend bald der Baum des Lebens Mit seinen Ästen selbst zerschlägt Und drängtest du mit ganzer Seele Zu allerinnigstem Verein, Du wirst am Ende doch, am Ende Nur auf dir selbst gelassen sein.
Abwesenheit tötet den Liebenden oder die Liebe.
Frauen und Liebe trennt nur der Verstand.
Seit du nun schweigst… Seit du nun schweigst, sind mir die Dinge stumm. Mit seelenlosen Augen sehn mich an Die liebsten Menschen. Jedes Heiligtum Find' ich verschlossen, poch' ich je daran. Gab deine Stimme doch die Melodie Zu meines Lebens Lied. Du warst das Maß, Das Wert und Unwert meiner Welt verlieh; In dir genoß ich erst, was ich besaß. Nun du mir fehlst, bin ich mir selbst entrückt, Mißklang mein Denken, mein Empfinden Streit. Das Schöne spielt mit mir, das Wahre drückt Dies Herz zusammen, das es sonst befreit. Des Lebens Krone fiel aus meinem Haar, Jedwede Herrschgewalt ist mir entrungen, Und selbst das Lied, das noch mein eigen war, Hat mir der Schmerz tyrannisch abgezwungen.
Entzieht euch dem verstorbnen Zeug, Lebend'ges laßt uns lieben!
Die Vorspiele der Versöhnung Korinne schwur, mich zu vergessen: Und doch kann sie mich nicht vergessen. Wo sie mich sieht, und wo sie kann, Fängt sie auf mich zu lästern an. Doch warum tut sie das? warum erhitzt sie sich? Ich wette was, noch liebt sie mich. Ich schwur, Korinnen zu vergessen: Und doch kann ich sie nicht vergessen. Wo ich sie seh, und wo ich kann, Fang' ich mich zu entschuld'gen an. Doch warum tu ich das? und warum schweig' ich nie? Ich wette was, noch lieb' ich sie.
Lose Der einst seine junge Sonnige Liebe gebracht, Die hat ihn gehen heißen, Nicht weiter sein gedacht. Darauf hat er heimgeführet Ein Mädchen still und hold; Die hat aus allen Menschen Nur einzig ihn gewollt. Und ob sein Herz in Liebe Niemals für sie gebebt: Sie hat um ihn gelitten Und nur für ihn gelebt.
Das Geisterschiff Alle Schiffer kamen wieder, Kay kam nicht. Auf die Erde warf Meike sich nieder, In den Sand das Gesicht. Sie weinte und rang die weißen Arme: Kay, komm, Kay! Sie flehte und fluchte, daß Gott erbarme: Kay, komm, Kay! Da lief ein Schiff auf schwarzer Welle Nachts an den Strand, Da kam ihr toter Herzgeselle Und nahm sie bei der Hand. Sie fühlte es bis in die spitzen Zehen Und bis in ihr blondes Haar. Und Meike mußte mit ihm gehen Und segeln immerdar.
Schöne Brücke, hast mich oft getragen Wenn mein Herz erwartungsvoll geschlagen und mit dir den Strom ich überschritt. Und mich dünkte, deine stolzen Bogen sind in kühnern Schwüngen mitgezogen und sie fühlten meine Liebe mit. Weh der Täuschung, da ich jetzo sehe, Wenn ich schweren Leid's hinübergehe Daß der Last kein Joch sich fühlend biegt Soll ich einsam in die Berge gehen und nach einem schwachen Stege spähen der sich meinem Kummer zitternd fügt? Aber sie, mit anderm Weh und Leiden und im Herzen andre Seligkeiten: Trage leicht die blühende Gestalt Schöne Brücke, magst du ewig stehen ewig aber wird es nie geschehen daß hinüber eine Bessre wallt!
Lieben und meiden, schweigen und scheiden, trauern und lachen, sind drei schwere Sachen.
Daß ich sterbe hin vor Schmerzen, - Minne, sieh! Das tatest du!
Untreu Dein Lächeln weint in meiner Brust Die glutverbissnen Lippen eisen Im Atem wittert Laubwelk! Dein Blick versargt Und Hastet polternd Worte drauf. Vergessen Bröckeln nach die Hände! Frei Buhlt dein Kleidsaum Schlenkrig Drüber rüber!