Liebe Sprüche – abschied
339 Sprüche gefunden
Die Erinnerung ist oft nur die letzte Höflichkeit der Liebe.
Man liebt den anderen nicht, wenn man sich nichts von ihm schenken lassen will.
Ein Tor, wer immer stille steht, Drum Lebewohl, und reisen wir! Ich lobe mir, ich lobe mir, Die Liebe, die auf Reisen geht! Drum säume nicht, Und träume nicht, Wer meinen Wink versteht!
Lethe Jüngst im Traume sah ich auf den Fluten Einen Nachen ohne Ruder ziehn, Strom und Himmel stand in matten Gluten Wie bei Tages Nahen oder Fliehn. Saßen Knaben drin mit Lotoskränzen, Mädchen beugten über Bord sich schlank, Kreisend durch die Reihe sah ich glänzen Eine Schale, draus ein jedes trank. Jetzt erscholl ein Lied voll süßer Wehmut, Das die Schar der Kranzgenossen sang - Ich erkannte deines Nackens Demut, Deine Stimme, die den Chor durchdrang. In die Welle taucht ich. Bis zum Marke Schaudert ich, wie seltsam kühl sie war. Ich erreicht' die leise ziehnde Barke, Drängte mich in die geweihte Schar. Und die Reihe war an dir zu trinken, Und die volle Schale hobest du, Sprachst zu mir mit trautem Augenwinken: "Herz, ich trinke dir Vergessen zu!" Dir entriß in trotzgem Liebesdrange Ich die Schale, warf sie in die Flut, Sie versank, und siehe, deine Wange Färbte sich mit einem Schein von Blut. Flehend küßt ich dich in wildem Harme, Die den bleichen Mund mir willig bot, Da zerrannst du lächelnd mir im Arme Und ich wußt es wieder - du bist tot.
Bist du denn fremd hierher gezogen – Ach, warum weinst du, Nachtigall? Und hast ermattet dich verflogen? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Hast hohe Berge überschritten? Bist über Flüsse tief geglitten? Hast Trennung du vom Freund erlitten? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Ach, wie so bitter klingt dein Flehen! Neu läßt du meinen Schmerz entstehen! Du möchtest deinen Freund wohl sehen? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Du kannst doch deine Flügel breiten Und kannst sie ja zum Fluge weiten Und alle Schleier überschreiten! Ach, warum weinst du, Nachtigall? Du wohnst im Lenz im Rosenhage, Dir duften Blüten alle Tage, Doch immer neu klingt deine Klage: Ach, warum weinst du, Nachtigall? Ihr Augen, die im Schlafe ruhten, Erwachend hebt ihr an zu bluten – Mein Herz entbrennt in hellen Gluten – Ach warum weinst du Nachtigall?
Epigramma Du meinst ich soll dein noch gedencken und dich lieben ob du mich schon verläst ey sey doch nicht so toll ich habe dir ja offt vor disem schon geschrieben: daß niemand Eysen Stein und Klöze lieben soll.
Mein Alles ist dahin, mein Trost in Lust und Leiden, mein ander Ich ist fort, mein Leben, meine Zier mein Liebstes auff der Welt ist wegk, ist schon vohn hier. (die Lieb ist bitter zwahr, viel bittrer ist das Scheiden) Ich kann nicht von dir seyn, ich kann dich gantz nicht meiden, O liebste Dorile! Ich bin nicht mehr bey mir Ich bin nicht der ich bin, nun ich nicht bin bey dir. Ihr Stunden lauft doch fort, wolt ihr mich auch noch neiden? Ey Phoebus halte doch die schnelle Hengste nicht! fort, fort, ihr Tage fort, komb bald du Monden Licht! Ein Tag ist mir ein Jahr, in dem ich nicht kann sehen mein ander Sonnenlicht! fort, fort, du faule Zeit, spann doch die Segel auff, und bring mein Lieb noch heut, und wan sie hier dan ist, so magstu langsam gehen.
Die Zeit, nicht der Verstand, macht der Liebe ein Ende.
Liebe erniedrigt nicht, sondern befreit. Befreien kann … nur die Liebe.
Ich sandte, daß sie folgen deiner Fährte (1891) Die Träume fort; Daß es durch Liebe dich verwirr, gewährte Ich keinem Wort. Verschiednen Lebensaltern, Lebensorten Entstammen wir. Kein Sieg von gleichen Einsichten und Worten Führt mich zu dir. Im Herzenstempel, fern von deinen Blicken, Schließ ich mich ein: Die Jugend bet ich an, und mein Entzücken Wird sie stets sein.
Wohl bringt die Liebe uns zuletzt auch Leid, Denn eines muß ja vor dem andern sterben, Und wie das schmerzt, das magst du sehn an mir.
Verlorene Liebe Lieder schweigen jetzt und Klagen, Nun will ich erst fröhlich sein, All mein Leid will ich zerschlagen Und Erinnern - gebt mir Wein! Wie er mir verlockend spiegelt Sterne und der Erde Lust, Stillgeschäftig dann entriegelt All die Teufel in der Brust, Erst der Knecht und dann der Meister, Bricht er durch die Nacht herein, Wildester der Lügengeister, Ring mit mir, ich lache dein! Und den Becher voll Entsetzen Werf ich in des Stromes Grund, Dass sich nimmer dran soll letzen Wer noch fröhlich und gesund! Lauten hör ich ferne klingen, Lustge Bursche ziehn vom Schmaus, Ständchen sie den Liebsten bringen, Und das lockt mich mit hinaus. Mädchen hinterm blühnden Baume Winkt und macht das Fenster auf, Und ich steige wie im Traume Durch das kleine Haus hinauf. Schüttle nur die dunklen Locken Aus dem schönen Angesicht! Sieh, ich stehe ganz erschrocken: Das sind ihre Augen licht, Locken hatte sie wie deine, Bleiche Wangen, Lippen rot - Ach, du bist ja doch nicht meine, Und mein Lieb ist lange tot! Hättest du nur nicht gesprochen Und so frech geblickt nach mir, Das hat ganz den Traum zerbrochen Und nun grauet mir vor dir. Da nimm Geld, kauf Putz und Flimmern, Fort und lache nicht so wild! O ich möchte dich zertrümmern, Schönes, lügenhaftes Bild! Spät von dem verlornen Kinde Kam ich durch die Nacht daher, Fahnen drehten sich im Winde, Alle Gassen waren leer. Oben lag noch meine Laute Und mein Fenster stand noch auf, Aus dem stillen Grunde graute Wunderbar die Stadt herauf. Draußen aber blitzt's vom weiten, Alter Zeiten ich gedacht', Schaudernd reiß ich in den Saiten Und ich sing die halbe Nacht. Die verschlafnen Nachbarn sprechen, Daß ich nächtlich trunken sei - O du mein Gott! und mir brechen Herz und Saitenspiel entzwei!
Rastlose Liebe Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne Rast und Ruh'! Lieber durch Leiden Möcht' ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen. Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen? Alles vergebens! Krone des Lebens, Glück ohne Ruh', Liebe, bist Du!
Was ist die Hölle? Ich meine so: das Leiden darüber, daß man nicht mehr lieben kann.
Eine Frau, die begreift, dass sie den Flug ihres Mannes hemmt, soll sich trennen — warum hört man von diesem Akt der Liebe nicht?
Willkommen und Abschied Es schlug das Herz geschwind zu Pferde! Und fort! Wild, wie ein Held zur Schlacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem Wolkenhügel Schien kläglich aus dem Duft hervor, Die Winde schwangen leise Flügel, Umsausten schauerlich mein Ohr; Die Nacht schuf tausend Ungeheuer; Noch tausendfacher war mein Mut: Mein Geist war ein verzehrend Feuer, Mein ganzes Herz zerfloß in Glut. Dich sah ich, und die milde Freude Floß aus dem süßen Blick auf mich; Ganz war mein Herz an deiner Seite Und jeder Atemzug für dich. Ein rosafarb'nes Frühlingswetter Lag auf dem lieblichen Gesicht, Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter! Ich hofft' es, ich verdient' es nicht! Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe! Aus deinen Blicken sprach dein Herz. In deinen Küssen welche Liebe! O welche Wonne, welcher Schmerz! Du gingst, ich stand und sah zur Erden Und sah dir nach mit nassem Blick; Und doch, welch' Glück geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch' ein Glück!
Zieh mich noch einmal an deine Brust, erstick mich in lodernden Küssen: Wir haben vom ersten Blick ja gewußt, wie bald wir scheiden müssen. Wir haben geschwelgt in heißem Genuß, als gält' es ein ewiges Meiden, und doppelt geküßt jeden feurigen Kuß, als wär's der letzte vorm Scheiden! Bei dem die Minne am längsten wohnt, nicht der mag am besten fahren – wir haben genossen in einem Mond Die Seligkeit von Jahren!
Die Illusionen über eine einst geliebte Frau gleichen dem Rheumatismus. Beides wird man nie mehr ganz los.
Wer der Welt entsagt, muß alle Menschen lieben, denn er entsagt auch ihrer Welt. Er beginnt daher, das wahre menschliche Wesen zu ahnen, das nicht anders als geliebt werden kann, vorausgesetzt, daß man ihm ebenbürtig ist.
Der Erfolg eines Liebhabers hängt in größtem Maße von der Art ab, wie er Abschied nimmt.
Die Menschen hassen und merken in der Liebe leicht das Gefühl der Unabhängigkeit.