Liebe Sprüche – freundschaft

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Ach das ist eben das Unglück der Menschen, daß sie einen solchen Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft machen, als könnte man je etwas anderes oder Höheres oder Schöneres als die Seele lieben.

Jean Paul, Briefe. 29. April 1796

Deine Hand ist in meiner, solange du sie dort lässt.

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Liebe Wir sind zwei Schatten, die aus Welt und Welt An einem Eschenbaum zusammentrafen. Wir glitten einsam im entrückten Feld Und suchten späte Herberg, um zu schlafen. Und standen einen tiefen Augenblick Uralt bekannt uns gegenüber Und grüßten uns und wuchsen bis ans Glück. Dann sanken wir hinüber und herüber, Zerfallend in die alte Nacht zurück.

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Wir wollen uns immer die Hände halten Wir wollen uns immer die Hände halten Damit unsre Seelen nicht in den kalten, Notvollen Nächten einsam erfrieren. Wir wollen uns immer tiefer finden, Damit wir uns nicht wie die armen Blinden Im schwarzen Walde traurig verirren. Wir wollen uns immer die Hände halten, Damit wir uns nicht zu tief in die Falten Des unendlichen Lebens verlieren.

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Weiß ich doch, wenn das Blut kocht, wie das Gemüt der Zunge freigiebig Schwüre leiht.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Es gibt nur da Liebe und Freundschaft, wo sich einer dem andern beugt! Und nicht immer der Schwache vor dem Starken – auch der Starke vor dem Schwachen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Brief VIII Berühre ruhig Berühre ruhig mit dem Zauberstabe das Ungenaue, das du um mich scharst, und du wirst wieder wissen, wie du Knabe und in der Dinge Freundschaft warst. Berühre nochmals, und es wird sich zeigen, daß dich die Liebende empfing, weil aller Glanz, den Himmlische verschweigen, aus deinem Neigen in sie überging. Ein drittes Mal berühr, um zu erfahren, daß Macht sich giebt und sich entzieht, und nun sei rein in deinem Offenbaren und sage dienend, was geschieht.

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Wahre Freundschaft verdrängt den Neid, wahre Liebe die Koketterie.

Rochefoucauld, Reflexionen oder moralische Sentenzen und Maximen, in: Die französischen Moralisten. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Ein Herz ist des andern Spiegel.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Bindung und Freiheit sind sich in der Liebe kein Feind. Denn Liebe ist die größte Freiheit und doch die größte Bindung.

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Einst träumten wir, wir wären einander fremd. Wir wachen auf und erkennen, dass wir uns lieb haben.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [9]

Freigebig dienen wir, weil wir freigebig lieben, wie uns auch die Wahl bleibt, zu lieben oder nicht; so stehen oder fallen wir.

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Wenn alle Menschen sich bei der Hand fassen, ist Gott fertig.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1846

Was die Freundschaft von der Liebe scheidet, ist der Egoismus, ohne welchen die letztere zu leben aufhört.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Es gibt nicht immer einen Anfangundein Ende. Einige Dinge müssen unbeendet bleiben. Dies gilt für die wirklichen Freundschaften und für die starken Lieben.

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Es ist alles in der Liebe: Freundschaft, schöner Umgang, Sinnlichkeit und auch Leidenschaft; und es muß alles darin sein, und eins das andere verstärken und lindern, beleben und erhöhen.

Schlegel, Lucinde, 1799. Treue und Scherz

Verstehen ist wohl eher Lieben als Verzeihen.

Holitscher, A., Essays. Kenntnis fremder Völker, 1904

Was sich liebt und füreinander geboren ist, findet sich leicht zusammen: verwandte Seelen grüßen sich schon aus der Ferne.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Über die Universitätsphilosophie

Liebe könnte mir helfen, doch der traue ich nicht mehr.

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In der Liebe kennt man sich, weil man sich liebt; in der Freundschaft liebt man sich, weil man sich kennt.

Schulz (Übers.), Aphorismen aus der Menschen-Kunde und Lebens-Philosophie. Eine Nachlese zu De La Rochefoucault's bekanntem Werke, 1793

A bisserl a Lieb, Und a Bisserl a Treu, Und a Bisserl a Falschheit Ist allweil dabei.

Didaskalia: Blätter für Geist, Gemüth und Publizität, 1824-78. 16. März 1852