Liebe Sprüche – freundschaft
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I. Wir merkten bald im Reden-Wechselspiel, wie wir zu hundert bunten Dingen standen; und eine Kinderfreude überfiel uns heimlich, da wir uns so ähnlich fanden. II. Wir wussten uns nichts mehr zu sagen, und was wir sagten, wurde seicht. Von der verwirrendsten der Fragen fühlten wir unsre Herzen schlagen. Und beide zitterten wir leicht.
O, welche Erleichterung – welch unbeschreibliche Erleichterung, sich bei jemandem sicher zu fühlen – keine Gedanken mehr abwägen zu müssen, keine Worte mehr abmessen zu müssen… sie loslassen dürfen, bis zum Überfließen.
Nicht Gesellschaft, nicht Umgang mit Menschen erlöst von Einsamkeit. Das tut nur die Liebe.
Es ist ein tiefer Zug der Menschennatur, daß wir die lieben, denen wir Wohltaten erzeigen können; ihr Leben wird eins mit uns.
In der Liebe geht der Betrug fast immer weiter als das Mißtrauen.
Nur wer dich liebt So wie du bist, Wohl deine Schwächen kennt, Doch sie vergißt, Der liebt dich wirklich Und wird dich verstehn Und gern mit dir Auch deine Wege gehn!
Die Liebe macht die Freunde gleichförmig.
Eine Phantasie Der Weg von Freundschaft bis zur Liebe Ist eine blumenreiche Flur: Nie scheint uns da die Sonne trübe, Und ringsum lächelt die Natur. Sie leitet uns durch Rosengänge, Und zeigt uns fern ein Paradies: Und Harmonie macht durch Gesänge Uns diese Frühlingsreise süß. Wohin wir blicken, sehn wir Segen, In jeder Pflanze, jedem Kraut. Lacht immer Freud' uns hold entgegen, Und Hoffnung grünt, wohin man schaut. Sie flicht aus ihrem eignen Kranze, Die schönsten Blätter uns ins Haar, Und leicht umschwebt im leichten Tanze, Gleich Elfen, uns der Wünsche Schaar. Aus Wünschen werden endlich Triebe, Ein Trupp, der stark uns mit sich zieht, Und plötzlich sind wir in der Liebe Nur allzureizendem Gebiet. Doch, ach, wie traurig und wie trübe, Wie freudenlos, wie kalt und lang Ist dann der öde Weg von Liebe Zur Freundschaft! – Welch ein Übergang! Wenn Hindernis von allen Seiten Den müden Wanderer bestürmt, Und Berge von Unmöglichkeiten Ihm das Geschick entgegen thürmt! Da giebt es lauter öde Haiden, Nicht eine blumenreiche Flur, Und statt der Hoffnung süßer Freuden Geht Schwermuth uns zur Seite nur. Kurz war der Weg hinan zum Glücke, Der Liebesfreuden bunte Reihn Verkürzten ihn: – doch, ach, zurücke Geht man den langen Weg allein. Noch glücklich, wem das Chor der Musen Ein süßes Saitenspiel beschert, Das manchmal dem gepreßten Busen Erleichterung und Trost gewährt.
Liebe und Freundschaft Liebe, weg! Du zankst dich nur, Bist nur immer eifersüchtig! Siehst nur immer nach der Uhr, Bist, wie ihre Stunden, flüchtig! Freundschaft, bleib’! Du zankst dich nicht, Bist nicht immer eifersüchtig! Siehst in’s helle Sonnenlicht, Bist nicht unstät, bist nicht flüchtig! Komm’ und sitz’ auf meinem Schooß, Herrsch’ in meinem kleinen Staate! – Wie werd’ ich die Liebe los? Rathe, liebe Freundschaft, rathe!
Todte Freundschaft Es ist vorbei – auch dieser Traum ist aus, Auch diesen Kelch hat leer das Herz getrunken, Auch dieser Stern ist in den Staub gesunken – Hinweg, hinweg – es führt in dieses Haus Kein Gott mich mehr zurück! Weh' euren Banden – Ihr habt mich nie geliebt und nie verstanden! Warum denn locktet ihr mich falsch hinein, Warum habt meine Seele ihr gebettet Auf des Vertrauens Pfühl, bis sie gekettet Sich an euch fest mit ihrem ganzen Sein? Warum? Da eure Zungen dann bekannten – Daß ihr mich nie geliebt und nie verstanden! War ich ein Spielzeug nur in eurer Hand, Ein Zeitvertreib, den Geist euch zu ergetzen? Ihr labtet euch an meines Herzens Schätzen, Dann warfet achtlos ihr es in den Sand; Sprecht, ob von Schaam nicht eure Stirnen brannten – Die ihr mich nie geliebt und nie verstanden! Ich gehe – nimmer mißt zurück mein Fuß Die Straße – gehe sonder Muth und Glaube; Entrüstung hebt empor mich aus dem Staube, Allein es starb der Freundschaft Genius. Euch ist nur Wahn, was andre wahr empfanden – Mich habt ihr nie geliebt und nie verstanden!
Geistliche Vereinigung nenne ich jenes unaufhörliche Gedenken, das untrennbar im Herzen innen jubelt durch die Glut der Liebe.
Einen Menschen wissen, der dich ganz versteht, der in Bitternissen immer zu dir steht, der auch deine Schwächen liebt, weil du bist sein; dann mag alles brechen: du bist nie allein.
Bekenntnis So bist du mein, ich halte dich umschlungen In meiner tiefsten Seele mit Gewalt, In dir hab' ich mein eig'nes Selbst errungen, Es ward mein Traum zu freundlicher Gestalt; Und als ich mich in dich erst ganz verloren, War ich mir selbst gewonnen und geboren. Es rauschten wohl, eh' ich dich sah, die Bäume, Und Sturm und Wolke zogen d'rüber hin, Vorbei die Menschen und die bunten Träume, Verschlossen und gefesselt war mein Sinn, Bis deine Arme plötzlich mich umwanden, Da hatt' ich mich und alle Welt verstanden. Es war mein Blick, eh' ich dich sah, verhüllet Und in mir eine Steppe öd' und leer; Nun ist das ganze All von dir erfüllet, Ich sehe nichts, was nicht durch dich erst wär'; Und so muß ich mit innigem Entzücken An meine Brust in dir mein Leben drücken.
Gar mancher steht und wartet in der Welt Und weiß nicht recht, worauf er warten soll; Wer zu viel Freundschaft hofft, sieht selbst im Freunde Den kalten Fremden: diese Alltagswelt Ist voll von leeren Busen, leeren Herzen, Daß man die Liebe nicht verschleudern muß, Um nicht in jenen schlimmsten Fall zu kommen, Um Liebe einst zu betteln, und wie Bettler Mit Höhnen von der Thür gewiesen werden.
Aber wo wäre denn Glück zu finden, wenn nicht eine beiderseitige Liebe es einem verschafft? Zärtliche Freundschaft, süßes Vertrauen, das einzige, das ohne Vorbehalt ist, gelinderte Pein, vermehrte Freuden, zauberische Hoffnung, köstliche Erinnerungen, wo anders als in der Liebe sollten sie zu finden sein?
Die Summe der Liebe und Freundschaft, welche wir hier auf Erden erwerben, ist das beste Gut.
Liebe und Freundschaft brauchen Freiheit der Wahl zu ihrer glücklichen Entstehung.
Dieses also mußt du bedenken, o Knabe, und die Freundschaft des Liebhabers kennenlernen, daß sie nicht wohlwollender Natur ist, sondern daß nur nach Art der Speise um der Sättigung willen, gleichwie Wölfe das Lamm, so lieben den Knaben Verliebte.
Liebend unternehmen wir aneinander gleichsam Schwimmübungen am Korken, während deren wir so tun, als sei der Andere als solcher das Meer selber, das uns trägt.
Der Mensch, der die Gewalt besaß, uns glauben und lieben zu machen, bleibt zutiefst in uns der königliche Mensch, auch noch als späterer Gegner.
Mit keinen sonstigen Begriffen des Lebens wird so viel Missbrauch getrieben wie mit denen der Freundschaft und Liebe.