Liebe Sprüche – hochzeit

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O nichts befriedigt die liebende Seele, als was sie mit der geliebten teilt.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Drittes Heftlein. 30. Hundposttag

Bescheid Mädelein, was machst du? Wenn ich weine, lachst du; Mädelein, was meinst du? Wenn ich lache, weinst du. Wenn ich dich herze, grollst du, Wenn ich grolle, staunst du; Wenn ich staune, schmollst du, Wenn ich schmolle, launst du. Wenn ich laune, lachst du, Wenn ich lache, weinst du; Mädelein, was machst du? Mädelein, was meinst du? "Ohne Rauch und Kohlen Kanns kein Feuer geben, Und nicht unverhohlen Kann die Liebe leben. Soll dir Liebe werden, Nimm auch Rauch und Kohlen, Denn so ists auf Erden – Damit Gott befohlen!"

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Die Liebe ist die einzige positive Größe, die durch Teilen verdoppelt.

Ebner-Eschenbach, Aus Franzensbad. Sechs Episteln von keinem Propheten, 1858. Dritter Brief

Liebster Freund, kannst du nicht sehen, Daß die Dinge, für uns sehbar – Nur ein Widerschein, ein Schatten Derer, nicht dem Blick erspähbar? Liebster Freund, kannst du nicht hören, Daß das Marktgeschrei der Menge – Ein verzerrtes Widerhallen Feierlicher Sphärenklänge? Liebster Freund, und kannst du ahnen, Daß es eins nur gibt auf Erden – Wenn in einem stummen Gruße Sich zwei Herzen einig werden? Kamen nicht umsonst zusammen, Nicht umsonst haucht wie in Flammen Meine Leidenschaft: Dieser Feuerqualen Würgen, Ist es nicht das beste Bürgen Für der Schöpfung Kraft? In die dunkle Schlucht der Gluten Strömen die lebendgen Fluten Ewger Liebe hier. Aus des Kerkers Gluten bringe Von des Feuervogels Schwinge Ich die Feder dir. Licht aus Nacht. Aus Schollendunkel Könnt nicht aufgehn mit Gefunkel Deiner Rosen Pracht, Wenn ins Finstre, Trübe, Schwere Nicht tief eingedrungen wäre Ihrer Wurzeln Macht.

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Es ist eine traurige Liebe, wo man zum erstenmal im Grab miteinander zu Bette geht.

Lichtenberg, Sudelbuch F, 1776-1779. [F 945]

In der Liebe gibt es die schöne Sprache des Schweigens, welche mehr erregt als das Reden.

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Heimliche Liebe Es ist genug der Hände Drücken Der Füße Tritt, der Augen Nicken, Wenn, Liebchen, wir bei Leuten sind. Hör' auf mit weitern Liebeswerken; Man will es fast zu deutlich merken, Daß wir uns lieben, gutes Kind. Sind wir dann insgeheim beisammen, So lüste frei die heißen Flammen; Bin ich doch, Närrchen, allzeit dein. Dann können wir uns satt ja küssen Und, was wir je zuweilen missen, Mit Wucher bringen wieder ein.

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Die rechte Liebe ist wie der Sandelbaum, der die Axt, die ihn umhaut, noch mit Wohlgeruch umduftet.

Brandt (Hg.), Gedankenperlen zum Betrachten und Beachten. Eine Gabe für sinnende und sinnige Freunde, 1861

Der Mann liebt wenig und oft, die Frau stark und selten.

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Wenn eine Liebe nicht täglich neu erweckt wird, schläft sie bald ganz ein.

Gött, Gedichte, Sprüche, Aphorismen (in: Gesammelte Werke, 1. Band), hg. von Roman Woerner 1910

Arm in Arm Heute – ja vor langen Jahren! – Standen wir, Du, den Brautkranz in den Haaren, Neben mir! Und wir schwuren eins dem andern Still und warm, So durchs Leben nun zu wandern Arm in Arm! Arm in Arm stehn wir noch heute, Ob uns auch Manches, was das Herz erfreute, Schwand wie Hauch. Ob uns manches süße Hoffen Auch betrog, Stand ein Herz dem andern offen, Das nicht log. Flattern auch oft schwere Sorgen Uns ums Haupt, Eins ist, daß kein Heut und Morgen Mehr uns raubt, Unsrer Liebe Zeichen winkt uns Nah und fern, Und durch alle Wolken blinkt uns Unser Stern. Laß nach ihm den Blick uns kehren Hand in Hand, Mag noch oft der Tag sich jähren, Der uns band! Aber dann – mit einem Munde Flehn wir warm: Treff' uns auch die letzte Stunde Arm in Arm!

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Nur wenn das Lieben Pflicht ist, nur dann ist die Liebe ewig glücklich gegen Verzweiflung gesichert.

Kierkegaard, Leben und Walten der Liebe (Kjerlighedens Gjerninger), 1847. Übersetzt von Albert Dorner, 1890

Die Liebe gleicht dem Dampf, je mehr Druck herrscht, um so stärker wird sie.

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Die Liebe macht alles bedeutend und wirft einen Himmelsschleier auf alles, was sie betrachtet. Was sie anrührt, wird Gold.

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Wem nie von Liebe Leid geschehen, Geschah von Lieb' auch Liebes nicht.

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Letztendlich bringt die große feurige Liebe Verdrießlichkeit und ist somit schädlich, wie das sehr schmackhafte Mahl für den Magen.

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Wenn es zwei Menschen gelingt, die Weite in sich zu lieben, so gibt sie ihnen die Möglichkeit, einander immer in ganzer Gestalt und vor einem großen Himmel zu sehen.

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Seitdem Amors Köcher auch vergiftete Pfeile führt, ist in das Verhältnis der Geschlechter zueinander ein fremdartiges, feindseliges, ja teuflisches Element gekommen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 4: Von dem, was einer vorstellt

In der Liebe, ganz abgesehen von Seelenstimmungen, ist die Frau gewissermaßen eine Leier, die ihre Geheimnisse nur dem offenbart, der sie als Meister zu spielen weiß.

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Sonderbar! Die Liebe geteilt durch Zwei wird ein Ganzes, während die ungeteilte stets ein Halbes ist.

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Wo sich Lieb', Einigkeit und Glück zusammen fügen, Wohnt Segen und Vergnügen.

Gryphius, Poetische Wälder, 2 Bde., 1698. Hochzeit-Gedichte