Liebe Sprüche – hoffnung

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Du sollst das Glück mir nicht zerstören Du sollst das Glück mir nicht zerstören, Das unbewußt du selber bist; Ich will von dir das Wort nicht hören, Das nicht die Liebe selber ist. Und irrt mein Herz, so laß es irren; Es findet seine Heimat doch Und kann durch dieses Lebens Wirren Froh singen, denn es liebet noch. Für seinen Irrtum büßt es nimmer – Denn hat es nicht gebüßt genug? Im Mondlicht ist nur Sonnenschimmer. Und doch erfreut uns dieser Trug.

Fallersleben, H., Gedichte

Drei Bitten Drei Bitten hab' ich für des Himmels Ohr, Die send' ich täglich früh und spät empor: Zum ersten, daß der Liebe reiner Born Mir nie versiegt' in Ungeduld und Zorn; Zum zweiten, daß mir, was ich auch vernahm, Ein Echo weck', ein Lied in Lust und Gram; Zum dritten, wenn das letzte Lied verhallt Und wenn der Quell der Liebe leiser wallt, Daß dann der Tod mich schnell mit sanfter Hand Hinüberführ' in jenes beßre Land, Wo ewig ungetrübt die Liebe quillt Und wo das Lied als einz'ge Sprache gilt.

Geibel, E., Gedichte. Hundertste Auflage, Jubel-Ausgabe, Stuttgart 1884

Abendsegen Nun hat es ausgeregnet, Die Dämmrung senkt sich nieder. Wie ruhen so gesegnet Nun Wald und Fluren wieder! Noch huscht vom klaren Westen Ein letztes Sonnenleuchten, Glüh'nd zuckt es auf den Ästen Im Perlenschmuck, dem feuchten. Sanft regt sich, wie im Traume, Ein Windhauch in den Zweigen: Da geht von Baum zu Baume Ein Beben und ein Neigen. Mir ist, ich müßte leise, Ich müßt behutsam treten; Es ist so still im Kreise … Ich glaub, die Bäume beten. –

Most, Mein Lied dem Herrn, Verlag von Friedrich Alber, um 1918

Wenn mir sonst nichts übrig bliebe, Alles mir die Welt geraubt, Und es bliebe mir die Liebe: Selig, wer an Liebe glaubt!

Sturm, Fromme Lieder, 12. Auflage 1893 (EA: 1852). Aus: Liebe über Alles

Ein Blick in deine Augen Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick in's Meer hinaus: Die Tiefe ruht, darüber hin Geh'n Wellenschlag und Sturmgebraus. Ein Blick in deine Augen Ist wie ein Blick zum Himmelszelt: Das lächelt klar und still herab Auf die verworr'ne, trübe Welt. O Meer, in deiner Tiefe Laß mich versenken alles Leid! O Himmel, meiner Seele gib Den Abglanz deiner Heiterkeit!

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878

… Die Torheit nütze Zur Sühne dem Amor als Stab und Stütze, Sie habe ihm immer zur Seite zu schreiten Und jeden seiner Schritte zu leiten.

La Fontaine, Fabeln (Fables choisies, mises en vers par M. de La Fontaine), 1668. Amor und die Torheit

Keimende Liebe Was weinst du, weinst Du armes Herz? Was weinst du denn so sehr Fraß in der Nacht dein Liebesschmerz Als sonst in Nächten, mehr? Sieh doch hinaus: Der Sonne Licht, Das blaue Himmelszelt, Die Triebkraft, die durch Zweige bricht – Wie Alles wohlbestellt! Sieh doch hinaus, die Nachbarin Stellt Blumenstöcke auf: Bald schlagen sie – wie lang ist's hin? – Die Blüthenaugen auf! Sieh doch hinaus und fürchte nichts, Werd' wieder gut und jung! Und unterm Strahl des Himmellichts Flieg auf mit Lerchenschwung! Dann wird dir noch ein gold'ner Tag Von dem Geschick beschert, Mit Rosenblust und Amselschlag – Ein Tag des Lebens werth Und was in Kissen dir die Nacht Geraunt ins bange Herz, Wird schwingenleicht und trägt dich sacht Durch Wolken sonnenwärts!

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Verstreut veröffentlichte und handschriftlich überlieferte Gedichte (1883-1926). Originaltext

Liebe ohne Hoffnung Wer nicht dann noch lieben kann, Wenn die Hoffnungen verwehen, Schwingt sich zu den Himmelshöhen Wahrer Liebe nie hinan. Herzen, die das Glück besticht, Folgen nur verwöhntem Triebe, Lieben nur den Preis der Liebe, Lieben die Geliebte nicht. Liebe trägt sich selbst, und hält Ihren Fittich unter Blitzen, In sich fest und ohne Stützen, Wie des Himmels Sternenwelt.

Bouterweck, Gedichte, 1802

An – Einst hab' ich fest an meine Kraft geglaubt. Wie hat der Ehrgeiz diese Brust durchwühlt! Die Schläfe hab' ich pochen oft gefühlt, Als wäre sie von einem Kranz umlaubt. Der grüne Baum der Hoffnung ist entlaubt. Die Liebe ist's, die jetzt die Ruh' mir stiehlt, Wenn deine weiße Hand die Stirn mir kühlt Und in dem Schooß dir liegt mein krankes Haupt. Wohl fahr' ich wie im Traume oft empor: »Verträumt die Jugendzeit, die hinter mir – Wie weit das Ziel, das ich mir einst erkor!« Doch schau' ich in dein lieblich Auge dir, Dann miss' ich gern die Welt, die ich verlor; – Ich habe dich, den Himmel ja dafür!

Leuthold, Gesammelte Dichtungen in drei Bänden. Eingeleitet und nach den Handschriften hg. von Gottfried Bohnenblust, Frauenfeld 1914

Flieg zu ihr, mein Lied, mit leichten Schwingen und verkünde ihr, Welch ein stilles, frohes Leuchten In dem treuen Herzen mir. Das mit heiligem Gefunkel Aufhellt unsrer Liebe Nacht, Misstraun, Furcht und banges Dunkel Scheucht des Tages lichte Pracht. Lang' von stummer Furcht bezwungen, Hörst du? hat der heit're Sinn Gleich der Lerche froh gesungen Durch den klaren Himmel hin. D'rum zu ihr den Flug genommen, Dass von keinem Leid beschwert Ich sie heisse hochwillkommen, Sie, die endlich wiederkehrt.

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866. Das schlichte Lied

An Tristan Ich kann nicht schlafen mehr, Immer schüttelst du Gold über mich. Und eine Glocke ist mein Ohr, Wem vertraust du dich? So hell wie du, Blühen die Sträucher im Himmel. Engel pflücken sich dein Lächeln Und schenken es den Kindern. Die spielen Sonne damit Ja ..

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Liebesgedichte. Erstdruck: 1918

Die Pilger Wir sind die Pilger treuer Liebe, Wir gehn zu ihrem Tempel, still Zu flehn um Dauer unsrer Triebe: Wer ist, der mit uns gehen will? Der Weg ist weit, und viel zu streiten Mit vielen Feinden haben wir; O möchten Ritter uns begleiten Der treuen Liebe bis zur Thür! O stände sie den Pilgern offen, O kämen wir gesund hinein! Erhörung haben wir zu hoffen, Die Göttin soll erbittlich sein!

Gleim, J. W. L., Gedichte. Originaltext

Kampf Oft, wenn sie still an mir vorüberschwebt Und lächelnd beut des holden Grußes Segen Und mild und treu den frommen Blick erhebt, Da träume ich, beseligt und verwegen, Die Liebe sei's, die Gruß und Blick durchwebt, Und auch die kühnste Hoffnung will sich regen. Doch bange Zweifel kehren bald zurück, Und zu mir selber sprech' ich dann mit Reue: Wie wär' nicht mild und treu ihr Gruß und Blick? Sie ist ja selbst die Milde und die Treue! Und schneller, als es kam, verweht mein Glück, Und alle Wunden bluten mir auf's Neue.

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 2. Entstanden 1856

Talismann Daß dieses Herz, das unruhvolle, Nicht ganz in sich verzagen darf, Auf welche öde, kalte Scholle Es auch ein hartes Schicksal warf! Daß meine Augen leuchtend glänzen, Als schauten sie gelobtes Land, Als weilten sie auf Siegeskränzen, Anstatt auf Kett und Sklavenband! Das dank ich einem Talismane, Den mir ein Bote Gottes gab, Ein Engel mit der Friedensfahne, Erhaben über Tod und Grab. Und soll ich noch das Kleinod nennen? O liebe nur – dann ist es Dein! Dann magst Du's einer Welt bekennen: Im Lieben nur ist Trost allein!

Otto-Peters, Mein Lebensgang. Gedichte aus 5 Jahrzehnten, 1893

Heiter kehrest du, o Licht! Und ein helles Strählchen bricht Aus der dumpfen Nacht hervor, Hebt mein leidend Herz empor. Es erschien ein Engelskind, Rührte meine Seele – schwind! – Und die Trauer schwand dahin, Selig, selig nun ich bin! Selig, selig werd ich sein, Wenn die Liebe mich wiegt ein, Wenn die Lieb den Trauersinn Wandelt mir in Freudensinn! Glänze ferner durch die Nacht, Liebe, süße Zaubermacht! Hülle mich, o Zauber, ein! Selig, selig werd ich sein!

Klinger, Die Zwillinge, uraufgeführt 1776. Zweiter Aufzug, erster Auftritt. Grimaldi

Versuch es Stell Dich mitten in den Regen, glaube an den Tropfensegen, spinn Dich in dies Rauschen ein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in den Wind, glaub an ihn und sei ein Kind – laß den Sturm in Dich hinein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in das Feuer – liebe dieses Ungeheuer in des Herzens rotem Wein und versuche, gut zu sein!

Borchert-Gesamtausgabe, hg. vom Rowohlt Verlag und der Hamburgischen Bücherei, 1949

Minne, du lehrst auch betrübte Menschen, mit strahlenden Augen zu lachen.

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Liebe ist stärker als Haß und vergebende Güte machtvoller als Rache.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Trost im Altern Es dunkelt schon. Die Sterne schauen trübe, Des Tages Klänge schweigen und verhallen − Lass mich die Hände auf den deinen falten, − Des Alters Stachel raubt allein die Liebe! Wie reich die Lieder dir am Herzen fluten! O sei gewiss, mein Freund, mein Trautgefährte, Dass ich im weißen Haar dich lieben werde Noch brünstiger, denn einst in Jugendgluten.

Dix, Aus jungem Herzen, 1898