Liebe Sprüche – kinder

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Lieben Ob du's noch denkst, daß ich dir Äpfel brachte und dir das Goldhaar glattstrich leis und lind? Weißt du, das war, als ich noch gerne lachte, und du warst damals noch ein Kind. Dann ward ich ernst. In meinem Herzen brannte ein junges Hoffen und ein alter Gram ... Zur Zeit, als einmal dir die Gouvernante den ›Werther‹ aus den Händen nahm. Der Frühling rief. Ich küßte dir die Wangen, dein Auge sah mich groß und selig an. Das war ein Sonntag. Ferne Glocken klangen, und Lichter gingen durch den Tann ...

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Traumgekrönt, 1986

Liebe gehört zu jeder Erziehung; ohne sie kann man nicht einmal einen Hund dressieren.

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Die Liebe: Die letzte und die schwerste Kinderkrankheit.

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Was du mir bist Was du mir bist, mein schönes Kind? Nach langer Winternacht Der erste Maientag – Die erste Knospe, die erwacht Im Blütenhag, – In blauen, lauen Lüften lind Der erste Lerchenschlag. Mein gutes Kind, was du mir bist? Was dem, der pfadberaubt, Die Rast, das Wanderziel, – Was dem verfehmten Haupt Ein traut Asyl, – Was dem ein Samariter ist, Der untrer Mörder fiel!

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Die frühe Liebe Schon im bunten Knabenkleide Pflegten hübsche Mägdelein Meine liebste Augenweide, Mehr als Pupp' und Ball zu sein. Ich vergaß der Vogelnester, Warf mein Steckenpferd ins Gras, Wenn am Baum bei meiner Schwester Eine schöne Dirne saß. Freute mich der muntern Dirne, Ihres roten Wangenpaars, Ihres Mundes, ihrer Stirne, Ihres blonden Lockenhaars. Blickt auf Busentuch und Mieder, Hinterwärts gelehnt am Baum; Streckte dann ins Gras mich nieder, Dicht an ihres Kleides Saum. Was ich weiland tat als Knabe, Werd' ich wahrlich immer tun, Bis ich werd' im kühlen Grabe Neben meinen Vätern ruhn.

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Chor der Nixen Ihr glücklichen Kinder Schlürft das Vergnügen; Bald wird es versiegen; Ein langer Winter Rafft es dahin. Euer Sinn Schaut nicht vorwärts, Schaut nicht zurück. Vergängliches küßt ihr, Sorglos genießt ihr Den Augenblick. Wir können nicht lieben; Von Wind und Wellen Umhergetrieben, Bis wir zerschellen, Ward uns als Leben Nicht mehr gegeben Als euch im Traum. Wunschlos entstehen wir, Wunschlos vergehen wir Wieder zu Schaum.

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So viel, wie ›jemand‹ von den Augen hält, So frevelnd oder rein er's nimmt mit Liebe, So viel auch hält er von der Ehre oder – So wenig, und so ist auch er geehrt! Wer sich nicht achtet, ehrt die Frauen nicht, Wer nicht die Frauen ehrt, kennt er die Liebe? Wer nicht die Liebe kennt, kennt er die Ehre? Wer nicht die Ehre kennt, was hat der noch?

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Man muß lieben lernen, gütig sein lernen, und dies von Jugend auf; wenn Erziehung und Zufall uns keine Gelegenheit zur Übung dieser Empfindungen geben, so wird unsere Seele trocken und selbst zu einem Verständnis jener zarten Erfindungen liebevoller Menschen ungeeignet. Ebenso muß der Haß gelernt und genährt werden, wenn einer ein tüchtiger Hasser werden will: sonst wird auch der Keim dazu allmählich absterben.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Neuntes Hauptstück. Der Mensch mit sich allein

Als Kind habe ich von Liebe geträumt, als junger Mann vom Ruhm; als Mann vom Grab jener letzten Liebe derer, die keine mehr haben.

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Wär ich ein Röslein tauig frisch… Wär ich ein Röslein tauig frisch. Ein Kind von sechzehn Jahren, Hätt eine knospenjunge Brust Noch nie von Leid erfahren! Wüßt noch mein heitres Leben nichts Von Erdenlist und Lüge, Daß mit dem ersten Perlenschaum Ich dirs entgegen trüge! Und doch – es wär so reich und voll, So tief nicht meine Liebe, Wenn ihren lichten Farbenschmelz Kein dunkler Grund umschriebe.

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In der frühen Jugend gleicht die Liebe einem alles mit sich fortreißenden Strom, und man weiß, daß sich gegen ihn nicht ankämpfen läßt.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Liebe erzieht – durch sie werden wir.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Das war die Zeit Du willst's, so sei der Schwur erneuert, Vergessen sei, was uns entzweit, Zu höchst und aber höchst beteuert Sei unsrer Liebe Innigkeit! Doch was vom sichern Port gesteuert Uns einst in Hohe See voll Leid, – Das war die Zeit, mein Kind, die Zeit! Das war ein eifrig Phrasensammeln, Um an des Fühlens Ewigkeit Den Glauben in uns aufzusammeln, Und doch, nach wen'ger Jahre Streit, So wie aus Kindermund ein Stammeln, Erschien die Überschwenglichkeit. – Das that die Zeit, mein Kind, die Zeit! An Leib und Seele umgestalten Kann uns der Jahre Flüchtigkeit, Ei, hielten wir es noch im Alten, Dir stünd' die Thräne nimmer weit, Du ziehst die Stirne nur in Falten Und deren Spur, sie macht sich breit, – Das that die Zeit, mein Kind, die Zeit! Nicht umzudeuten, nicht zu brechen. In dieses Lebens Wechselstreit Ist nur ein einziges Versprechen, Ist nur ein einz'ger heiliger Eid: Verheisset Nachsicht allen Schwächen Und schwört Erbarmen jedem Leid, – Das trifft zur Zeit, zu aller Zeit! O, schwöre nicht, verlang kein Schwören. Des Augenblickes Lieblichkeit Verhänge nicht mit Trauerflören. O, zwinge nicht in bangem Leid Auf jenen leisen Schritt zu hören, Mit dem sich naht und uns entzweit, – Wie einst, die Zeit, mein Kind, die Zeit !

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Spaziergang Sie wandeln durch des Waldes Grün. Vögel singen und Blumen blühn. Ein blasser Mann und ein stilles Kind Sie schlürfen durstig den Frühlingswind. Und der Knabe bleibt verwundert stehn: "Ich glaub, ich kann die Mutter sehn." Sie starren in das junge Grün … Vögel fliegen und Blumen blühn.

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Die singende Muschel Als Kind sang eine Muschel mir das Meer. Ich konnte träumelang an ihrem kühlen Munde lauschen. Und meine Sehnsucht wuchs und blühte schwer, und stellte Wünsche und Gestalten in das ferne Rauschen.

Stoecklin, Die singende Muschel, 1925

Wenn Sie jemals lieben, hüten Sie Ihr Geheimnis gut! Geben Sie es nicht preis, ehe Sie genauer wissen, wem Sie Ihr Herz eröffnen. Um diese Liebe zu hüten, noch ehe sie in Ihnen erwachsen ist, lernen Sie der Welt mißtrauen.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35. Originaltext der Übersetzung

Die Jugend weiß nicht, was wahre Liebe ist. Die Früchte des Baumes reifen ja erst, wenn die Blätter verwelken.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Man kann alle Erfahrungen der Welt sammeln und deshalb doch in der Liebe ein Kind bleiben.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)