Liebe Sprüche – kinder

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Mottes Lied Wenn rot und weiß die Mädchen blühn, Hat Sünde nie ein Zeichen; Sonst macht ein Fehltritt sie erglühn, Die Furcht wie Schnee erbleichen, Was Schuld sei oder Schrecken nur, Wer möcht es unterscheiden, Wenn ihre Wange von Natur Die Farbe trägt der beiden?

Shakespeare, Verlorene Liebesmüh, dt. auch: Liebes Leid und Lust (Love’s Labour’s Lost), Erstdruck 1598

Mariechen Mariechen saß am Rocken, Im Grase schlummert' ihr Kind; Durch ihre schwarzen Locken Weht' kühl der Abendwind. Sie saß so sinnend, so traurig, So ernst und geisterbleich; Dunkle Wolken zogen schaurig, Und Wellen schlug der Teich. Der Reiher kreist' über dem Rohre, Die Möwe streift' wild umher, Der Staub fegt' wirbelnd am Wege, Schon fielen die Tropfen schwer. Und schwer von Mariechen's Wangen Die heiße Thräne rinnt, Und weinend in ihre Arme Schließt sie ihr schlummernd Kind. Wie schläfst Du so ruhig und träumest, Du armer, verlaß'ner Wurm! Es donnert, die Tropfen fallen, Die Bäume schüttelt der Sturm! Dein Vater hat Dich vergessen, Dich und die Mutter Dein; Du bist, du armer Waise, Auf der weiten Erde allein! Dein Vater lebt lustig in Freuden; Gott laß' es ihm wohl ergeh'n; Er weiß nichts von uns Beyden, Will Dich und mich nicht seh'n! Und stürzt' ich, während Du schlummerst, Mit Dir in den tiefen See, Dann sind wir Beyde geborgen, Vorüber ist Gram und Weh! – Da öffnet das Kind die Augen, Blickt freundlich auf und lacht; Die Mutter schluchzt und preßt es An ihre Brust mit Macht! Nein, nein, wir wollen leben, Wir Beyde, Du und ich! Deinem Vater sey vergeben, Wie selig macht' er mich! –

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Lied des Narren Als ich ein kleiner Junge war, ich weiß, daß ich es war, mit he und ho und mit Regen und Wind, war jeder Irrsinn wunderbar, denn es regnet Regen jeden Tag. Doch als ich dann erwachsen war, mit he und ho und mit Regen und Wind, verschloß man vor Dieben das Herz sogar, denn es regnet Regen jeden Tag. Als ich bei einer Frau mal lag, ich liebte sie so sehr, mit he und ho und mit Regen und Wind, half mir mein großes Maul nichts mehr, denn es regnet Regen jeden Tag. Doch als ich dann in die Betten fiel, mit he und ho und mit Regen und Wind, hatt ich ganz ausgeträumt mein Spiel, denn es regnet Regen jeden Tag. Die Welt, die steht schon lange Zeit, mit he und ho und mit Regen und Wind, also Schluß mit dem Stück und der Seligkeit, ich hoffe, es hat Euch gefreut.

Shakespeare, Was ihr wollt (Twelfth Night, or What You Will), Erstdruck 1623

Sie war ein Kind vor wenig Tagen, Sie ist es nicht mehr, wahrlich nein! Bald ist die Blume aufgeschlagen, Bald hüllt sie halb sich wieder ein. Wen kann ich um das Wunder fragen? Wie? oder täuscht mich holder Schein? Sie spricht so ganz mit Kindersinne, So fromm ist ihrer Augen Spiel; Doch großer Dinge werd' ich inne, Ich schau' in Tiefen ohne Ziel. Ja! Wunder sind's der süßen Minne, Die Minne hat der Wunder viel.

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Im Allgemeinen: Der Jüngling schwört es und der Mann vergißt es. Der sagt: so soll es sein! und der: so ist es.

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Als einst ein alter Herr ein junges Mädchen freite und ihm sein schwacher Leib nichts Gutes prophezeite, sprach er zu ihr: Mein Kind, Sie wird sich ja bequemen, und wird die ehl'ge Pflicht Quartal weis von mir nehmen? Ihr Wiederfragen war, da sie sich kaum bedacht: Allein wie viel Quartal gibt's dann in einer Nacht?

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Die Liebe ist blind und macht blind, Wer's nicht glaubt, der ist ein Kind.

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Die Knabenliebe stellt sich spät ein, nach der Blüte des Lebens, eine unechte und düstere Liebe, und vertreibt die echte und ursprüngliche.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Liber amatorius. Kap. 5, p 751f

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind, Wird täglich abgeschmackter! Sie spricht von dir, mein schönes Kind: Du hast keinen guten Charakter. Die Welt ist dumm, die Welt ist blind, Und dich wird sie immer verkennen; Sie weiß nicht, wie süß deine Küsse sind, Und wie sie beseligend brennen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Lyrisches Intermezzo, 15.

Wie er gestürmt und geliebt, erzählt am Herde der Ahnherr; Aber dem Enkelgeschlecht deucht es ein Märchen zu sein.

Geibel, E., Gedichte. Distichen vom Strande der See

Jeder hat in seinem Leben einen schönen Kindertag, wo er, wie die ersten Menschen im Paradiese, die Früchte des Feldes, so auch Liebe ohne Sorgen und Mühe findet. Ist dieser Tag aber vorüber, erwirbst du wie dein Brot so auch Liebe nur im Schweiße deines Angesichtes.

Börne, Über den Umgang mit Menschen, 1824

Schelmisches Kind, Lieb' ist wie Wind, rasch und lebendig, ruhet nie, ewig ist sie, aber nicht immer beständig.

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Es gibt Männer, die mit Furchen auf der Stirne noch ein Kind sind, wenn sie die Liebe erfaßt.

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Was man auch klügeln und sagen mag: es ist etwas an der Unvergleichlichkeit und Einzigkeit der »ersten Liebe«, an jenem wunderbaren Zauber erster Liebesempfindung, der, einmal dahin, nimmer wiederkehrt, so wenig wie die Jugend selbst, deren Kind die erste Liebe ist!

Stahr, Goethes Frauengestalten, 1875

Die große Tat ist immer nur ein Kind der unbedingten Hingebung.

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Frauen, die mit der Liebe tändeln, und Kinder, die mit Messern spielen, verletzen sich immer.

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Daß Marilla ihre Lieb' Einem andern wolle schenken, Der dir nicht das Wasser reicht, Soll, o Frommhold, Dich nicht kränken; Daß sie solche Wahl genommen, Laß' ich mir kein Wunder sein: Kinder nehmen für die Perle Einen runden Kieselstein.

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Mädchenlied Soll ich ihn lieben, Soll ich ihn lassen, Dem sich mein Herz schon heimlich ergab? Soll ich mich üben, Recht ihn zu hassen, Rate mir gut, doch rate nicht ab. Wild ist er freilich, Hastig von Sitten, Keiner begreift es, wie lieb ich ihn hab. Aber so heilig Kann er auch bitten, Rate mir gut, doch rate nicht ab. Reichere könnt' ich, Weisere haben, Gut ist im Leben ein sicherer Stab. Keiner doch gönnt' ich Den wilden Knaben – Rate mir gut, doch rate nicht ab. Laß ich von schlimmer Wahl mich betören, Besser, ich legte mich gleich ins Grab, Klug ist es immer Auf Rat zu hören, Rate mir gut, doch rate nicht ab.

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Wie lange bleibt man jung? – Solange man liebt!

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Unruhige Nacht Heut ward mir bis zum jungen Tag Der Schlummer abgebrochen, Im Herzen ging es Schlag auf Schlag Mit Hämmern und mit Pochen. Als trieb' sich eine Bubenschar Wild um in beiden Kammern; Gewährt hat, bis es Morgen war, Das Klopfen und das Hammern. Nun weist es sich bei Tagesschein, Was drin geschafft die Rangen: Sie haben mir im Herzensschrein Dein Bildnis aufgehangen!

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Stürmisch wird sie umfaßt, und es flüstert der zärtliche Räuber: "Widerspenstiges Kind, wein dir nicht die Augen aus, was dir heute geschieht, geschah vom Vater der Mutter, tue zur Wonne dir jetzt, was jene zur Wonne getan."

Ovid, Ars amatoria, auch Ars amandi (Die Liebeskunst), entstanden zwischen 1 v. Chr. und 4 n. Chr