Liebe Sprüche – klassisch

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Dreien Schwestern So freundlich, so geneigt, so gütig an Geberden, so zart, so tugendhaft, so götlich um und an, als keine Göttin nicht geschätzet werden kan, so hochbegabt seid ihr, ihr Gratien der Erden, die durch die Himlischen mehr himlisch täglich werden, die ihre Schwestern sind. Es glaubt es Iederman, daß die Vollkommenheit sich ganz in euch vertan und muß es auch der Neid bekennen ohn' Beschwerden.Euphrosyneist keusch,Thaliazart und schöne,Aglaiafrom und gut. Diß liebliche Getöne von so viel Tugenden macht eine Harmonei mit solcher Treflichkeit in euren dreien Leibern, daß Orpheus sich befragt bei allen klugen Weibern, ob seiner Harfen Klang in euch verwandelt sei?

Fleming, Teütsche Poemata, 1642 (posthum). Sonnette, Liebesgedichte. Originaltext

Das ewige Lebendem,der viel von Liebe weiß zu sagen. Ein Mensch derLiebekann nur auferstehen! Haß schachtelt ein! […]

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier, 1943. Aus: Herbst

Letzte Liebe Schon ist der Tag uns im Verglühen, In letzter Schönheit prangt dein Leib; Der Herzen allerletztes Blühen Ist unser Glück, geliebtes Weib! D'rum laß – o laß die Zeit uns frommen, Und keine Stunde sei versäumt; Von Wonne sei die Nacht durchglommen, Und dann der Morgen hold verträumt. Und jede Freude dieses Lebens Soll noch durch uns're Seele geh'n; Wir wollen sie, entzückten Bebens, Noch ganz genießen und versteh'n. Mag auch der Himmel leise nachten, Und hält er seinen Blitz gezückt – Wir wollen nimmer es beachten, Wie nahe das Verhängniß rückt. Und sterben laßt uns lebenstrunken, Ist der Vernichtung Stunde da, Wie einst im Tode hingesunken Antonius und Cleopatra!

Saar, Gedichte, 1888 (EA: 1882). Aus dem Tagebuch der Liebe. Originaltext

Wie viel Nebel sind von meinen Augen gefallen, und doch bist du nicht aus meinem Herzen gewichen, alles belebende Liebe! Die du mit der Wahrheit wohnst, ob sie gleich sagen, du seist lichtscheu und entfliehend im Nebel.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Aus Goethes Brieftasche. II. Dritte Wallfahrt nach Erwins Grabe im Juli 1775. Vorbereitung

Anlaß zum Schlafe Von Zefirs sanftem Säuseln Bin ich oft eingeschlafen; Vom Saft gepreßter Trauben Bin ich oft eingeschlafen; Im Schatten iunger Bäume, Vom Schwarm der muntern Bienen, Beim Sprudeln kleiner Quellen Bin ich oft eingeschlafen; Doch, soll ich ietzo schlafen: So müssen Küsse rauschen.

Gleim, J. W. L., Gedichte. Versuch in Scherzhaften Liedern, erster Teil, 1744

Die Liebe muss hinter sich wie vor sich Ewigkeit sehen.

Schiller, F., Briefe. An Lotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz, 7. September 1789

Was ich geliebt, kann nicht verderben, Auf schlägt die Flamme, himmelwärts.

Hugo, Oden und Balladen (Odes et ballades), 1818-1822, übersetzt von Ludwig Seeger 1860. Der Dichter in Zeiten der Revolution. Erste Ode, 1821. Originaltext der Übersetzung

In wessen Leben ging nicht einmal das wunderbare, in tiefster Brust bewahrte Geheimnis der Liebe auf!

Hoffmann, Die Elixiere des Teufels, 1815/16. Originaltext

Tausendmal ist es gesagt worden: Wir haben nichts als die Liebe, aber es geht damit, wie mit allen uralten Wahrheiten; niemand achtet ihrer.

Immermann, Die Epigonen, 1836

Man liebt nur Einmal Einmal, Einmal liebt man nur; Zweimal lieben ist vergebens. Einmal, Einmal liebt man nur: Aber dann – Triumph des Lebens! Ach! ein Himmel, voll des Gebens, Voll des Nehmens folgt dem Schwur! Einmal, Einmal liebt man nur; Zweimal lieben ist vergebens!

Schmidt/Lautsch (Hg.), Klamer Eberhard Karl Schmidt's Leben und auserlesene Werke hg. von dessen Sohne Wilhelm Werner Johann Schmidt und Schwiegersohne Friedrich Lautsch, 3 Bde., 1826-1828. Originale Rechtschreibung

Sie sind unendlich, die Verirrungen der Liebe.

Hölderlin, Hyperions Jugend (Fragment), entstanden 1795, Erstdruck 1885 (posthum). Erstes Kapitel

Himmlische Minne Es kämmte die Gräfin ihr flutend Haar, Zur Minne täte sie taugen. Da wallte vorbei der junge Scholar Und hub die schmachtenden Augen. Scholar, halt lieber die Augen in Hut, Daß sie zu hoch nicht fliegen! Wer nicht geboren aus Adelsblut, Darf keine Gräfin kriegen./ "Und ist mein Schatz auch hoch und fern, Mein Minnen soll daran hangen, Wie ich liebe des Himmels höchsten Stern; Wer mag ihn zur Erde langen?"/ Scholar, von der Erde gehörst du fort, Hast schon des Himmels Weihen, Bist gar so rein wie die Engel dort, Die lieben, ohne zu freien. Du Keuscher bist höher geboren denn ich, Dein Adel reicht über die Fürsten. O heb mich hinan! Ich fühle mich Nach himmlischer Minne verdürsten.

Wille, B., Gedichte. Der heilige Hain, 1908

Mehr aber als die übrigen Tugenden ist die Geduld Dienerin der Liebe.

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Wer süßen Honig begehrt, wird oft gestochen.

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Amor besiegt jeden, doch er selbst wird niemals besiegt.

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Nach allem, was ich jemals las Und jemals hört' in Sagen und Geschichten, Rann nie der Strom der treuen Liebe sanft […].

Shakespeare, Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream), Erstdruck 1600. 1. Akt, 1. Szene, Lysander

Unzählig sind die Scherze der Venus.

Ovid, Ars amatoria, auch Ars amandi (Die Liebeskunst), entstanden zwischen 1 v. Chr. und 4 n. Chr. 3,787. Übers. Internet Originaltext: Mille ioci Veneris.

So ist das Bild der Venus, der es gefällt, zu ihrem Zeitvertreib ungleiche Körper und Seelen unter ihr unbezwingbares Joch zu schicken.

Horaz, Oden. 1,33. Übers. Internet Originaltext: Sic visum Veneri, cui placet inparis formas atque animos sub iuga aenea saevo mittere cum ioco.

Wer kann sagen, woher er plötzlich kommt: der Duft, der Klang, der Weckruf, der eines Herzens Empfinden lebendig macht bis in die Tiefe, bis zu der Stelle, da wir meinten, etwas für immer begraben zu haben, was nun erwacht und aufersteht zu alter, unsterblicher Macht!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Tu, was die Liebe gebietet. Es mag jenen, denen es an Verständnis fehlt, eigenartig erscheinen, aber es liegt Weisheit in der Liebe; und Liebe vergeht niemals.

Bowman-Hart, Thoughts and Aphorisms, 1899. Übers. Internet

Die Welt ist ein Dorf, in dem man stets denen begegnet, denen man ausweichen will, und niemals den Einen findet, den man sucht.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910