Liebe Sprüche – klassisch

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Die Liebe muß sich selbst ein ewiges zartes Geheimnis bleiben; wo sie sich begreift, da schwindet sie.

Steffens, Die gegenwärtige Zeit und wie sie geworden mit besonderer Rücksicht auf Deutschland, 1817

Nicht wahr, Diotima, wenn auch der Liebe sanftes Mondlicht untergeht, die höhern Sterne ihres Himmels leuchten noch immer?

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Erstes Buch. Hyperion an Diotima

Amor Du Beherrscher unsrer Sinne, o du kleiner Liebesgott, wer wird deiner Macht nicht inne? Und wen bringst du nicht in Not mit dem Pfeil, damit du oft uns verletzest unverhofft? Unter diesen aber allen muß am meisten sonderlich Venus dir zu Füßen fallen, die doch hat geboren dich, die dich hat ans Licht gebracht, hast du selbst verliebt gemacht.

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Ich trank die Liebe, Becher über Becher: Der Trank versiegte nie, noch ward ich satt.

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Omnia sol temperat Alles macht die Sonne mild, sie, die Reine, Zarte. Neues schließt das Angesicht des Aprils der Welt auf. Wiederum zu Amor hin drängt die Brust des Mannes. Über alles Liebliche herrscht der Gott, der Knabe. Solche Allerneuerung in dem feierlichen Frühling, und des Frühlings Machtgebot will, daß wir uns freuen. Altvertraute Wege weist er, auch in deinem Frühling fordert Treu und rechten Sinn: Halt ihn fest, der Dein ist! Liebe mich mit treuem Sinn! Sieh auf meine Treue, die von ganzem Herzen kommt und von ganzem Sinne. Gegenwärtig bin ich dir auch in weiter Ferne. Wer auf solche Weise liebt, ist aufs Rad geflochten.

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Eine Königin liebt nicht edler, als eine Bettlerin, und eine Philosophin nicht edler, als eine dumme Bauersfrau.

Lessing, Damon, oder die wahre Freundschaft. Lustspiel, 1747. 2. Auftritt, Lisette

Niemand ist fort, den man liebt; Liebe ist ewige Gegenwart.

Zweig, Legende eines Lebens. Ein Kammerspiel in drei Aufzügen, 1919

»Doch die Liebe zu einem ewigen und unendlichen Ding nährt das Gemüt allein mit Freude, die ihrerseits frei von aller Trauer ist.« sagt Spinoza – Aber das Ewige bedarf der Liebe nicht, nach der sich das Vergängliche sehnt.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Noch suche ich! Nie liebt' ich Weiber, nein! ich such' das Weib, Das Weib der Wahrheit – ohne Wunden, Von schöner Seele wie von schönem Leib, In dem die Sehnsucht soll gesunden. Noch suche ich das Weib der Harmonie. Doch jede Sehnsucht weist in Fernen, in immer weit're… Und ich bog das Knie Drum keiner Einzigen Augensternen. Es gab mir jede Frau nur einen Strahl Der vollersehnten Liebessonne; So ward mir jedes Weib zu neuer Qual, Niemals zu ganzer Wahrheit Wonne. Nur Eine nehm' ich aus: die Mutter mein Und dann die Mutter meiner Kinder. Die Mutter aber ließ mich längst allein. Der Andern Herz gehört nicht minder Den Kindern und viel Liebbedürft'gen mehr. … So geht die tiefste Sehnsucht wandern, Und sucht die Liebe, deren Hand nie leer, Und die ihr Leben läßt dem Einen Andern.

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An die Geliebte Weil mir dein voller Kelch die heißen Lippen kühlte, Weil meine bleiche Stirn in deiner Hand geruht, Weil ich den süßen Hauch von deiner Seele fühlte, Der wie ein Weihrauch ist in dunkler Fluth; Weil mir's gegeben ward, von dir die süßen Laute Zu hören, drin das Herz sich aufschließt bis zum Grund, Weil deine Thräne sanft auf meine Wimper thaute, Weil ich mein Lächeln sah erblühn auf deinem Mund; Weil auf mein Haupt ein Strahl in wundervollem Glanze Von deinem Sterne fiel, der sein Gewölk durchbrach, Weil ich ein Rosenblatt, aus deiner Tage Kranze Entrissen, sinken sah in meines Lebens Bach: So sprech' ich unverzagt zu den entflieh'nden Lenzen: Zieht hin, zieht immer hin! Nicht altert dies Gemüth. Wie Schatten schwindet fort mit eurem welken Kränzen! In mir ist eine Kraft, die unvergänglich blüht. Die Schale, die mich labt, ist stets zum Rand gefüllet, Und nie zertrümmert sie der Flügelschlag der Zeit. Mehr Feuer hat mein Geist, als ihr in Aschen hüllet, Mehr Liebe hat mein Herz, als ihr Vergessenheit. (übersetzt von Emanuel Geibel)

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Denn gänzlich ist der Liebe noch niemand entronnen, und keiner wird ihr je ganz entrinnen, solange es Schönheit gibt und Augen sehen.

Longos von Lesbos, Daphnis und Chloe, 2. oder 3. Jhdt. n. Chr. Vorrede

Weiberkenntnis Wüstlinge rühmen sich stolz, und mit Recht, sie kennten die Weiber; Zarte Gemüter allein kennen und ehren das Weib.

Brinckmann, K. G., Gedichte. Arabesken

Was die Götter nicht wissen Ares und Aphrodite ruhten auf rosigem Wolkenpfühl, kosten, träumten und warfen zeitweise dem Getriebe der Lebewesen auf der rollenden Kugel Erde einen lässigen Blick zu. Nun aber ging dort etwas vor, das die regere Aufmerksamkeit der Schaumgeborenen erweckte und ihr zu denken gab. Ihre Stirn umflorte sich; sie schloß den olympischen Heros fester an ihr Herz und fragte: »Wie lang wird unsere Liebe dauern? Was meinst du wohl?« Ares küßte ihre ambrosischen Lippen. »Das weiß ich so wenig, wie du es wissen kannst, himmlische Spenderin seligster Stunden«, sprach er, »und kein Gott weiß es.« »Nun denn, schau und höre!« Sie deutete mit der Hand auf vier Erdbewohner, von denen zwei, zärtlich umschlungen, dahinwallten, zwei, Flügel an Flügel geschmiegt, sich in der Luft wiegten: ein Menschenpaar und ein Paar Eintagsfliegen, und beide Pärchen, Menschen und Eintagsfliegen, schwuren einander feurig, aus tiefinnerster, jubelvoller Überzeugung – ewige Liebe. Der Gott und die Göttin lächelten, ein bißchen ironisch, ein bißchen wehmütig: »Eigentlich – beneidenswert!« sagten sie.

Ebner-Eschenbach, M., Parabolisches

„Die wahrste aller Liebeserklärungen wird nie gemacht: „Holdes Wesen, ich liebe dich um meinetwillen!““

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Was Amor leise spricht

„Alle Liebesbriefe lügen, entweder sofort oder später.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Was Amor leise spricht

Schönheit Schönheit stirbt in der Masse; sie wird im Maße geboren; Aber das Schönste doch ist das Unermeßliche mir.

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851

Die Übervölkerung der Länder ist die letzte, nicht wegzuschaffende Ursache der Armut und der Kriege; – die Göttin der Liebe erhält den Apfel des Streites.

Hertslet, Treppenwitz der Weltgeschichte. Geschichtliche Irrtümer, Entstellungen und Erfindungen, gesammelt von W. L. Hertslet. Neu bearbeitet von Hans F. Helmolt, Berlin 1905

Das tiefste Gesetz, das den Kosmos durchwaltet, ist das Opfer. In niederen Stufen unbewußt: Pflanze und Tier opfern sich den Menschen; in höheren freiwillig, aber in Erwartung eines Lohnes in dieser oder jener Welt; in den höchsten aus dem starken Liebesdrange heraus, der nicht anders kann und nur nach der Bedürftigkeit des Du und nicht nach dem Ich und was dafür wird, fragt.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Schwalbenwitz Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Himmel und Erde sind sich gleich. Spricht der Himmel: Werde! Da grünt und blüht die Erde! Spricht die Erde: Sterbe! Da wird der Himmel ein lachender Erbe. Sterne sah ich blinken und sinken, Den Mond in der Sonne ertrinken, Die Sonne stieg in die Meere, Ohne daß sich ein Fünklein verlöre. Feuer und Wasser hassen sich, Erde und Wasser umfassen sich, Luft und Feuer entzünden sich, Erde und Feuer ersticken sich, Erde und Luft umkühlen sich, Luft und Wasser umspielen sich, Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge, Daß gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe Die Hülle, die Fülle, die Menge.

Brentano, C., Gedichte

Weise zu Tröpfen wandelt auf Erden Der Minne Macht.

Simrock (Hg.), Die Edda, die ältere und jüngere nebst den mythischen Erzählungen der Skalda, übersetzt und mit Erläuterungen begleitet von Karl Simrock, 1851. Hávamál

Daß wir das Unendliche in die Liebe hineingerührt haben, ist nicht die Schuld der Frauen.

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