Liebe Sprüche – klassisch
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Bei Tag liebt man den Menschen wegen seiner Tugenden, bei Nacht wegen seiner Schwächen.
Glänzender Stern! Glänzender Stern! Wär ich doch stet wie Du – Nicht Schimmern, einsam aufgehängt zur Nacht, Und schlaflos, offnen Lides immerzu, Einsiedler der Natur, der duldsam wacht, Wie sich das Meer bewegt, das priestergleich Die Menschenküsten reinwäscht auf der Welt, Und auf den Schnee blickt, dessen Maske weich Auf Heideland und Hügel niederfällt – Nein – und doch stetig, stets unwandelbar, Gebettet auf der Liebsten junger Brust, Dem sanften Auf und Ab für immer nah, Für immer wach in ruheloser Lust, Stets, stets im Ohr den zarten Atemzug, Und wär so ewig – sonst nie tot genug.
Der Eros triumphiert, egal, mit wem er kämpft.
Ewige Leuchte "Bist noch immer nicht verglommen, Trübe Leuchte, stirbst noch nicht? All dein Öl ist dir genommen, Und es dämmert noch dein Licht?" "Liebe strahlt, ein ew'ger Schimmer, Flamme, die stets wächst, nie ruht; Braucht kein Öl und brennt doch immer, Braucht nicht Nahrung ihrer Glut, Und doch löscht ihr Feuer nimmer."
Wie der, der von der Liebe verwundet ist, wieder gesund wird Jeder Mensch, der einmal von wahrer Liebe tief verwundet wird, der wird niemals mehr ganz gesund – [es sei denn,] er küßt noch einmal den Mund, von dem seine Seele wund wurde.
Beständigkeit im Wechsel Ein Pfeil nur, sagst du, kann verwunden Und wer berührt von ihm, den Strahl So recht in tiefster Brust empfunden, Der liebe nicht zum zweitenmal? – Seht ihr denn nicht, in jedem Lenze Erwacht ein ganzes Blumenreich, Und allwärts schmücken frische Kränze, Die Flur, die erst vom Winter bleich. Der Baum treibt seine Blätterwonne, Es glänzt das Laub, es schwillt die Frucht; Er hat des neuen Frühlings Sonne, Sie ihn mit gleicher Brunst gesucht. Drum schmäht nicht, wenn in holdem Triebe Das Herz sich fühlt erfrischt und neu; Wie die Natur blieb es der Liebe, Wenn auch nicht dem Geliebten treu! –
Der Mensch, der die Gewalt besaß, uns glauben und lieben zu machen, bleibt zutiefst in uns der königliche Mensch, auch noch als späterer Gegner.
Bei einem beinah alten Mann Bei einem beinah alten Mann Meldete sich klein Amor an (Ein Mädchen wars in einer Hosenrolle). Der Überraschte fragte, was er wolle. "Dich prüfen will ich", sprach das liebe Ding (Halb Gassenbub, halb Schmetterling), "Ob du noch brennen kannst" und küßt ihn so, Daß augenblicks er Feuer fing. Darüber war der Mann natürlich froh. Denn allzulange war er wie ein Besen, Zwar dürr, doch ohne Glut gewesen. Wie aber dann der Kleine wieder ging, Da trat herein zur Türe groß Madam Vernunft, setzt schwer sich auf den Schoß Noch warm von Amors Hinterteilchen Und sprach: Herr Lichterloh, glaubt nicht dem Mädel, Das jetzt zu Euch in Amors Maske kam Und augenblicks Besitz von Euerm Schädel, Von Euerm Torenschädel nahm, Denn es vertrieb sich bloß ein Langeweilchen. Da bot der Mann Madam Vernunft den Arm Und führte sie zur Tür und sprach: "Au revoir, Ihr sprecht wahrscheinlich wie gewöhnlich wahr, Doch allzukühle, und ich bin von Herzen Froh, daß mir endlich wieder einmal warm Zumute ist. Der Liebe helle Kerzen Lösch ich nicht aus. Wer weiß, wie bald ein Wind Sie niederweht und ich im Finstern träume Von hellen Kerzen, die erloschen sind."
Laß allen Tugenden die Sterbeglocke läuten! ich höre ja dich, dich, deines Herzens Lied, du Liebe! und finde unsterblich Leben, indessen alles verlischt und welkt.
Der größte Ruhm der christlichen Tugend ist es, die Natur mit Füßen zu treten.
Der Atheist Allerliebster Gott der Liebe, Die dich lieben, liebst du wieder. Ach! willst du mich denn nicht lieben? Doris ist noch immer spröde. Spanne doch den Bogen strenger, Nimm den ärgsten deiner Pfeile, Denn ihr Herz ist hart, wie Marmor. Mit der Kunst bered'ter Lippen, Mit der Macht vertrauter Schwüre, Mit der Staatslist deiner Lehrer, Mit der Wirkung meiner Waffen, Werd' ich es nicht leicht erobern; Denn sie ist zu stark bewaffnet. Sie versteht die Kunst zu siegen, Trotz dem besten deiner Krieger. Wirst du sie denn überwinden? Liebesgott! nur drei Minuten Glaub' ich noch an deine Pfeile; Hast du mir nach drei Minuten Diese Spröde nicht gebändigt: O! so will ich in der vierten Dich und deine Mutter leugnen.
Im Altertum lebte einer, der liebte eine einäugige Frau so sehr, daß ihm vorkam, alle anderen Frauen hätten ein Auge zu viel.
Nicht im Vorübergehen Mutwillig sollst Du keine Blume brechen, Sie wegzuwerfen oder zu zerpflücken; Sollst einem Mädchen nie von Liebe sprechen, Willst du sie nicht mit deiner Hand beglücken. Der Kuß, den dir errötend sie gegeben, Ein süßrer Mund kann wieder ihn verwehen; Sie aber fühlt den deinen all ihr Leben: Es liebt das Weib nicht im Vorübergehen!
Und bin der Ärmste von der Welt Ach, nur die Lieder unserer Stunden, Leg ich als den Entgelt dir hin Für deine Lieb', der täglich wieder Ich neue Lieder schuldig bin. Ich bin der Reichste von den Reichen, So lang es deinem Blut gefällt Und kann die Schuld doch nie begleichen, Und bin der Ärmste von der Welt, Wenn mal mein Tag kein Lied enthält.
Suleika Nicht im Rosenschmuck der Jugend fand ich dich und liebt ich dich, grau schon ringelten die Locken um der Stirne Weisheit sich, doch in deinem Kusse lodert ungezähmte Jugendkraft, stimmt die Harfe meiner Seele zur Musik der Leidenschaft. – Deine grauen Haare bergen, was in deiner Seele ruht, wie die Asche des Vulkanes Zeuge ist der innern Glut, und aus deiner Augen Tiefen, sprühet blitzend, göttlich rein, ewig junges Leben kündend, deines Geistes Feuerschein.
So viel, wie ›jemand‹ von den Augen hält, So frevelnd oder rein er's nimmt mit Liebe, So viel auch hält er von der Ehre oder – So wenig, und so ist auch er geehrt! Wer sich nicht achtet, ehrt die Frauen nicht, Wer nicht die Frauen ehrt, kennt er die Liebe? Wer nicht die Liebe kennt, kennt er die Ehre? Wer nicht die Ehre kennt, was hat der noch?
Es sät die Liebe, die echte, Im stillen des Guten Saat, Denn wissen soll nicht die Rechte, Was Edles die Linke tat.
Der Glaube ist ›Immer Ruh!‹ er hat eine Tochter, die Liebe, die heißt ›Nimmer Ruh'‹.
Wahrhaftig ja liebt nicht, wessen Herz nicht immer liebt.
Amor und die Nymphen Als blöde Nymphen einst Cytherens Sohn Aus Furcht vor seinen Waffen flohn, Da warf der kleine Gott in Eil' Den Bogen weg, lief ohne Pfeil Und ohne Kleid, in nackender Gestalt, Den blöden Nymphen nach in einen Myrthenwald! Und als die Nymphen da den Knaben ohne Waffen Und nackend sitzen sahn, Nicht fürchteten, ihn anzugaffen, Nicht scheuten, ihm zu nahn, Da rief aus einem Busch Diana: "Nymphen, wißt: Er ist gefährlicher, je nackender er ist!"
Feierlich, in wunderbarem Frieden Feierlich, in wunderbarem Frieden, ziehen die Gestirne ihre Bahn. Warum ist mir Ruhe nicht beschieden? Quält mich Reue? Plagt mich eitler Wahn? Nein, nichts such ich, was ich einst besessen, und was war, das hab ich nie bereut. Ruhen will ich und mich selbst vergessen – wunschlos ruhn in alle Ewigkeit. Doch nicht jenen Schlaf in Grabestiefe suche ich in kalter, dunkler Gruft. Atmen soll die Brust, als wenn ich schliefe, atmen will ich warme Sommerluft. Einer süßen Stimme will ich lauschen, die mir Tag und Nacht von Liebe singt. Über mir soll eine Eiche rauschen, die um meinen Schlaf die dunklen Zweige schlingt.