Liebe Sprüche – klassisch
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An eine Frau Die wahre Ernte aller Dinge bleibt Und blüht in hoher Luft wie lichte Zinken, Das andere war nur da um wegzusinken. Und irgendwie geheimnisvoll erträgt Es unser Geist nur immer auszuruhen Auf Gleitendem, wie die Meervögel tuen.
An Dagny Und werden wir uns nie besitzen, so will ich Deinen Namen doch ins Holz der Weltenesche schnitzen, ein Zeugnis fernstem Volke noch. So sollen tausend Herzen lesen, die gern ein kleines Lied beglückt, was Du dem Einsamen gewesen, wie Du ihn innerlichst entzückt.
Laß mich deine Augen fragen Ob mein Mund auch dürfte nimmer Liebesworte zu dir sagen, Dürft' ich nur der Blicke Schimmer, Dürft' ich deine Augen fragen. Dir in Augen möchte ich lesen, Forschen, wie in heil'gen Sagen, Ob auf Sternen du gewesen Eh' die Erde dich getragen? Ach, ein Wort schafft hohe Wonne Und ein Wort kann Wunden schlagen; Laß aus deiner Augen Sonne Nicht die Lippe mich verjagen. Nie wird Eden leuchtend helle, Nie mich deine Seele tragen; Laß mich lauschen an der Schwelle, Laß mich deine Augen fragen!
Der wahrhaft Liebende kommt allem Fordern schon zuvor.
Laß uns vergessen, daß es eine Zeit gibt und zähle die Lebenstage nicht! Was sind Jahrhunderte gegen den Augenblick, wo zwei Wesen so sich ahnen und nahn?
Jedes Leben erstarret, wenn dem alten nichts neues, vollkommeneres zugeführt wird.
Genieße und schweige Bietet sich dir ein roter Mund, Ei, sei nicht feige, Leere der Liebe Becher zur Stund Bis auf die Neige! Aber sei weise, tus niemandem kund, Genieße und schweige!
Allen Kräften des Gemüts ruft die Zeit unbarmherzig ein hartes »Genug« zu. Nur einer nicht: der Kraft, zu lieben.
Wie soll ich dich denn nennen Wie soll ich dich denn nennen, Da allem Namen ward? Das sel'ge Wort zu kennen, Blieb mir noch aufgespart. Ich denk' an Himmel und Sterne, An Meer und Blumen der Flur – Das sel'ge Wort bleibt ferne, Wie nenne, nenn' ich dich nur? Ei Himmel, Sonnen und Sterne, Und Flur und Perlen gesellt! – Du bist mir mehr als alles, Du bist mir eine Welt!
Mir steht das Motto aus dem Sophokles ("Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da.") über meinem ganzen Lebenswerk, und die Juden sind dabei wahrhaftig nicht am schlimmsten gefahren.
Im Kampf zwischen der Scham und dem Eros, geht immer Eros als Sieger hervor.
Das ist der größte Vorteil für die Menschheit, Daß jeder für die andern alles thue, Und jeder von den allen es empfange. Nur wenig bringt der Einzelne dem Ganzen, Wie viel empfängt der Einzelne von allen! Wie treu beschützt ist jeder durch die Menschheit. Wie wenig mehr bedarf es doch zur Eintracht, Zu Glück und Ruh' zu unkränkbarer Freiheit Von allen Menschen, als den Willen aller: Jedwedem mit dem Leben selbst zu dienen! Mit den geringsten Mitteln will der Gott Die größte Wirkung – aber durch die größte Gesinnung, durch die göttlichste: – die Liebe.
Die Liebe ist die beständige Melodie der Menschheit; sie erhält die Welt ewig jung und frisch. Sie gießt einen hellen Glanz aus über die Jugend und verbreitet um das Alter einen Heiligenschein.
Ach, was wißt ihr von Liebe denn, ihr Jungen. Kaum flügg' Gewordnen, mit dem Flaum am Kinne, Die ihr ins Leben kommt hereingesprungen Wie in den Ballsaal bunte Harlekine? Ihr schlürft sie nicht mit wählerischen Zungen! Euch ist sie noch im tollen Rausch der Sinne Ein Becher Sekt, voll Übermut geschwungen, Gleichgültig, was davon zu Boden rinne! – Uns aber, die wir wissen, wie sie endet, ist jede Liebe gleich dem heil'gen Grale, Die alles Reine vom Gemeinen wendet, Und die wir trinken bis zum Grund der Schale, Verschwendungslos, als würde sie gespendet Vom Schicksal jedem stets zum letzten Male.
Sprich du zu mir, mein höher Du! Ich will mich ganz in dich verhören.
Weil Eros ein griechischer Gott war, deshalb wissen wir, wie man liebt.
Die Liebe geht auf verschiedene Art und Weise in die Köpfe ein. Den Dummen erleuchtet sie, den Weisen läßt sie erblinden.
Amor ist ein mächt'ger Fürst Und hat mich so gebeugt, daß ich bekenne, Es gibt kein Weh, das seiner Strafe glich', Doch gibt's nicht größ're Lust, als ihm zu dienen.
Wer kann mit der Zunge die Herzen bezaubern, Ohne selbst in der Seele bezaubert zu sein?
Alte Liebe rastet nicht.
Jedes wahrhaft große Gefühl kann edel und fruchtbar sein, der Haß geradeso wie die Liebe; er muß nur frei sein von den unsaubern Elementen der Selbstsucht, des Neides, der Rachsucht und der Feigheit. Von wie viel Elementen aber muß erst die Liebe gereinigt werden, um als wahrhaft selbstlos gelten zu dürfen?