Liebe Sprüche – klassisch
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Die Freude, sie schwindet, Es dauert kein Leid, Die Jahre verrauschen Im Strome der Zeit; Die Sonne wird sterben, Die Erde vergeh'n; Doch Liebe muß ewig Und immer besteh'n.
Das göttliche Gebot der Liebe, wie es das Christentum verkündet, ist vielleicht das Gewaltigste, was die Menschheit an wirklichen Fortschritten im Gebiet der großen absolut sittlichen Ideen geleistet hat.
II. Unsre Seelen bleiben freilich, In platonischer Empfindung, Fest vereinigt, unzerstörbar Ist die geistige Verbindung. Ja sogar im Trennungsfalle Fänden sie doch leicht sich wieder; Denn die Seelen haben Flügel, Schnelles Schmetterlingsgefieder; Und dabei sind sie unsterblich, Und die Ewigkeit ist lange; Und wer Zeit hat und wer suchet Findet, was er auch verlange. Doch den Leibern, armen Leibern, Wird die Trennung sehr verderblich, Haben keine Flügel, haben Nur zwei Beine, und sind sterblich. Das bedenke, schöne Kitty, Sei vernünftig, klug und weise; Bleib in Frankreich bis zum Frühling, Bis ich mit nach England reise.
Der bloße gesunde Mensch hört, sieht, fühlt, spricht; dem Gebildeten aber wird das Gehör zur Musik, das Gesicht zur Malerei, das Gefühl zur Gestalt und die Sprache zur schönen gebildeten Sprache, alle seine Bildung und seine Liebe zu verkündigen.
Aus reinster Tiefe muß es stammen Und wie des Himmels Blau so treu, Was eure Seelen fügt zusammen, Dann bleibt's euch ewig frisch und neu. Aus erster Lieb' und erster Wonne Sproßt jede Blüt' am Lebensbaum; wie ging die Zeit, wie ging die Sonne Dahin? – Ihr wißt es selber kaum.
Venus flocht den Frauen allen Eine Perle in das Leben. Schönheit hat sie hold der Einen, Anmut – Majestät und Güte – Zauber – ros'ge Tugendblüte, Liebreiz noch im trotz'gen Weinen, Einer Andern zu gefallen, Gnädig mit zur Welt gegeben. – Aber Auserkor'nen nur im Lieben Hat sie Treue in das Herz geschrieben.
Alle Weisheit meines Lebens Hat das Eine mich gelehrt, Lieb' ist sterblich! Ganz vergebens Hoffst du, daß die Liebe währt! Bist du treu, sie lachen deiner, Ändern wie die Moden sich, Änderst du dich, keift gemeiner Eifersücht'ger Neid um dich. Drum vermeide Hymens Falle, Hoffe nie, ein Weib sei dein! Aber lieb' und täusche alle, Um nicht selbst getäuscht zu sein.
Lieblicher als alles, Ist erster Liebe Glut! – Sie steht allein, Wie Adams Rückerinnrung seines Falles; Die Frucht der Kenntnis ist gepflückt, und kein Genuß im weiten Rund des Erdenballes Kann dieser Göttersünde würdig sein; – Sie bleibt die wirkliche Prometheusflamme, Von der es heißt, daß sie vom Himmel stamme.
Eros Masken! Masken! Daß man Eros blende. Wer erträgt sein strahlendes Gesicht, Wenn er wie die Sommersonnenwende Frühlingliches Vorspiel unterbricht. Wie es unversehens im Geplauder Anders wird und ernsthaft… Etwas schrie… Und er wirft den namenlosen Schauder Wie ein Tempelinnres über sie. O verloren, plötzlich, o verloren! Göttliche umarmen schnell. Leben wand sich, Schicksal ward geboren. Und im Innern weint ein Quell.
Allgegenwärtig Wenn die Winde sacht Um dein Fenster gehn, Stimmen in der Nacht Von den Hügeln weh'n. Hoher Firnenkranz, Um den See gereiht, Seinen reinen Glanz Deinen Tagen leiht.
Eros hat etwas so Charakteristisches, weder können wir ihn verbergen, noch können wir ihn heucheln.
Ich werde dein sein, wie deine Seele, und wenn ich vor keinem Sterblichen mich beuge, so will ich's und werd ich's ewig vor dir.
Von wo ich auch kommen mag, wann mein Fuß den Weg zu dir einschlägt, dann und nur dann gehe ich »heim«.
Den Frauen Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm', Und schleudert auf mein Haupt das Anathem! Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen Und schlagen an die Brust, so tugendreich: Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen, Daß meine Sünde eurer Tugend gleich. Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn, Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn; Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln, Gefühle still durch eure Seele ziehn; Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln, Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn! Quält euch ein flammend Sehnen fessellos, Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß; Mögt still verzehren eure heiße Jugend, Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg, Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg! Ich achte dennoch eure Tugend nicht, Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht! Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer, Des frommen Glaubens treuer Genius! Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher. Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß! Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht, Verlaßt des starren Wortes todten Knecht; Aus edlem Feuer flossen meine Sünden, Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft. Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden, Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft. Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm, Beglücken ist des Weibes Heiligthum, Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen, Mir lächelt sie aus jedem Augenblick; Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden, Ich finde meine Tugend nur im Glück. Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn, Will ich in sel'gem Feuertod verglühn; Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren, Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt, Geläutert ward mein Wesen – nicht verloren, Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.
Wenn wir lieben Wenn wir lieben, sind wir zeitlos, Liegen bei den tiefsten Feuern, Sehen dann von Ferne bloß, Daß die Lebensstunden sich erneuern. Werden wie die Gottheit groß, Fühlend in die Höhen, Tiefen, Breiten, Wissend alles, was vorüberfloß An den Quellen der Unendlichkeiten. Wissend, liebend jed' Geschehen, Mitgenießend alles, was die Welt genoß, Sehend, ohne mit dem Aug' zu sehen, Untergehend und bestehend Schoß im Schoß.
Alles in dir Du lehrest mich die Lieder singen, Du hauchest den Gesang mir ein, Du leihst der Seele höhre Schwingen; Wer giebt mir Lieder? du allein. In dir empfind' ich nur das Leben, Du rufst die Seele aus dem Nichts, Du giebst mir Glauben, giebst mir Streben, Trägst mich hinauf in's Reich des Lichts. O sage mir, mein hoher Meister, Was ich dir opfernd weihen mag! Im unermessnen Reich der Geister Zieht dir, nur dir mein Wesen nach. Befiehl, ich gehe in's Verderben, In Nacht und Graus und Tod hinein; Dir will ich tausend Tode sterben, Du giebst mir tausendfaches Sein.
Wen der Strahl der ersten reinen Liebe berührt hat, der ist gezeichnet mit einem göttlichen Scheine vor den Menschen.
Unermeßlich O Sterne, goldene Sterne! Wohl scheint ihr so wunderlicht; Doch wie die Äugelein scheinen Von der Herzigen, von der Meinen, Wenn sie sagt: – Ich hab' dich so gerne! – So scheinet ihr nicht. O Sonne, goldene Sonne! Wohl hast du ein scharf Gesicht; Du miß'st mit einem Strahle So viel tausend Gebirge und Tale. Doch die Wonne, o meine Wonne – Die miß'st du nicht.
Wer Lieb' entbehrt, dem ward nur Schlaf gegeben; Wer Liebe sucht, der kennt die Liebe nicht.
Das ist wohl eine alte Lehr' Das ist wohl eine alte Lehr' Die kommt von langen Tagen her: Wer Minne will genießen, Muß Lust mit Leiden büßen. Und wer die Minne erst erstand, Der trug wohl vieles Leid ins Land, Daran die Herzen kranken Und das sie doch ihm danken. Denn hätt' ich niemals dich geseh'n Und müßt' an dir vorübergeh'n Und dürfte dich nicht lieben – Wie arm wär' ich geblieben.
Wer mäßig liebt, der liebt um desto länger; Trägheit und Hast sind beide schlechte Gänger.