Liebe Sprüche – philosophisch

88 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe philosophisch

So ist die Liebe der wahre ontologische Beweis vom Dasein eines Gegenstandes außer unserem Kopfe – und es gibt keinen anderen Beweis vom Sein als die Liebe, die Empfindung überhaupt. Das, dessen Sein Dir Freude, dessen Nichtsein Dir Schmerz bereitet, das nur ist.

Feuerbach, Grundsätze der Philosophie der Zukunft, 1843

Nicht die Liebe ist es, die den Menschen irreführt, er führt sich selbst irre.

Internet

Der Mensch ist frei in allem Geistigen, in der Liebe; kann lieben und nicht lieben, mehr und weniger. In allem übrigen ist er nicht frei, folglich nicht frei in allen materiellen Dingen.

Tolstoi, Tagebücher

Der Liebende blickt in einen Spiegel, in dem er sein Selbst entdeckt.

Internet

Weder bin ich mir bewußt, ein Liebender zu sein, noch weiß ich von Liebe, noch von mir selbst oder dem Geliebten.

Internet

Es gibt eine schöne Form der Verstellung: die Selbstüberwindung – und eine schöne Form des Egoismus: die Liebe.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1880

Die Wahrheit der Wahrheiten ist die Liebe.

Internet

Ich glaube an keine Offenbarung als an die, welche wir im Auge des geliebten Wesens lesen; sie allein ist wahr, sie allein ist untrüglich.

Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse, 1857

Es ist die Frage, was man im Leben sucht, Unterhaltung oder Liebe. Im ersten Fall darf man es nicht allzu genau mit der moralischen, im zweiten nicht allzu genau mit der geistigen Beschaffenheit der Menschen nehmen, mit denen man sich umgibt.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Kunst und Leben. Ein neuer Almanach für das deutsche Haus, Bd. 3), 1880

Wer der Welt entsagt, muß alle Menschen lieben, denn er entsagt auch ihrer Welt. Er beginnt daher, das wahre menschliche Wesen zu ahnen, das nicht anders als geliebt werden kann, vorausgesetzt, daß man ihm ebenbürtig ist.

Kafka, Die Zürauer Aphorismen, entstanden 1917-1918, von Max Brod unter dem Titel "Betrachtungen über Sünde, Hoffnung, Leid und den wahren Weg" veröffentlicht 1931

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos. Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart. Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig. Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll. Klugheit ohne Liebe macht gerissen. Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch. Ordnung ohne Liebe macht kleinlich. Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch. Macht ohne Liebe macht grausam. Ehre ohne Liebe macht hochmütig. Besitz ohne Liebe macht geizig. Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Internet

Und was ihr Welt nanntet, das soll erst von euch geschaffen werden: eure Vernunft, euer Bild, euer Wille, eure Liebe soll es selber werden! Und wahrlich, zu eurer Seligkeit, ihr Erkennenden!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Zweiter Teil, 1883. Auf den glückseligen Inseln

Können Menschen seelenverwandt sein? Können Menschen sich voll vertrauen? Können Menschen sich alles erzählen? Können Menschen selbstlos lieben? Kann es das auf der Welt geben? Ja in der Liebe ist alles möglich!

Internet

Nur der Gegenstand der wahren Liebe entwickelt und offenbart auch das wahre Wesen des Menschen.

Feuerbach, Tagebuch, 1834-36

Offenbare mir, was du wahrhaftig liebst, was du mit deinem ganzen Sehnen suchest und anstrebest, wenn du den wahren Genuss deiner selbst zu finden hoffest – und du hast mir dadurch dein Leben gedeutet.

Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben, oder auch die Religionslehre (Vorlesungen), 1806. 1. Vorlesung

Gott ist höher und tiefer als alle Erkenntnis; nur die Liebe erreicht ihn.

Internet

Hätten wir ohne die Leidenschaften die Künste gepflegt, und hätte uns Überlegung allein unsere Hilfsmittel, unsere Bedürfnisse und unsere Gaben offenbart?

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Mir kam heute in den Sinn, daß die selbstloseste Liebe am Ende nur der größte Egoismus ist und daß die größte Demut und Sanftmut im Grunde nichts anderes ist als entsetzlicher Stolz und versteckte Heftigkeit.

Herzen, Aus den Memoiren eines Russen, 1855-59

Der wahrhaft Liebende liebt Gott in allem und findet Gott in allem.

Internet

Was ist Liebe, und warum ist sie das größte Gut: weil sie eine übermächtige Begeisterung ist, niemals zurückhaltend und besonnen, ganz Verschwendung? Sie ist ein wundersames sicheres Wissen, allem anderen Vorwitz überlegen: Alle Kenntnis ist nur ein Abgeleitetes von ihr, eine Abzahlung. In der Liebe ist der Einzelne nicht länger sein eigener alberner Lehrmeister, süße Himmelsluft atmet er ein. Er ist eingehüllt in die Ehrfurcht vor der Wirklichkeit und mischt sie mit dem, was wahrhaft und allein gut ist. Er lauscht auf alle Weissagungen der Natur mit zitternder Luft. Und wenn wir aufrichtig miteinander sprechen - wer ist da der Unglückliche? Doch nur, wer die Liebe nicht hat.

Internet

Die Liebe selbst ist Erkenntnis.

Internet