Liebe Sprüche – philosophisch

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Dann, ja dann müßte alles aus dem Gleichgewichte kommen und die Welt in ein Chaos sich verwandeln, wenn nicht der nämliche Geist der Harmonie und Liebe sie erhielte, der auch uns erhält.

Gontard, Briefe. An Friedrich Hölderlin, im Dezember 1798

Ohne hervorzubringen, kann kein Mensch lieben, noch kann er verstehen oder erinnern, noch vermag er zu fühlen und zu bestehen.

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Der Liebe geht's wie der Philosophie. Sie ist und soll allen alles und jedes sein. Liebe ist also das Ich, das Ideal jeder Bestrebung.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke psychologischer Enzyklopädistik

Emma, sage mir die Wahrheit: Ward ich närrisch durch die Liebe? Oder ist die Liebe selber Nur die Folge meiner Narrheit? Ach! mich quälet, teure Emma, Außer meiner tollen Liebe, Außer meiner Liebestollheit, Obendrein noch dies Dilemma.

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte. Verschiedene. Emma, 4.

Die Erregung des Eigenwillens geschieht nur, damit die Liebe im Menschen einen Stoff oder Gegensatz finde, darin sie sich verwirkliche.

Schelling, Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit, 1809

Es gibt keine Wahrheit außerhalb der Liebe.

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Das nächste große Prinzip ist die Erkenntnis der Einheit aller Dinge: daß der Schöpfer aller Dinge Liebe ist und daß alles, was wir wahrnehmen, in seiner unendlichen Formenvielfalt eine Manifestation dieser Liebe ist, sei es ein Planet oder ein Kieselstein, ein Stern oder ein Tautropfen, der Mensch oder die niedrige Form des Lebens.

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Die Entwicklung der Liebe führt uns in die Erkenntnis der Einheit, nämlich der Wahrheit, daß jeder einzelne und wir alle der einen großen Schöpfung angehören.

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Wir können von nichts in der Welt etwas eigentlich erkennen, als uns selbst, und die Veränderungen, die in uns vorgehen. Eben so können wir unmöglich für andere fühlen, wie man zu sagen pflegt; wir fühlen nur für uns. Der Satz klingt hart, er ist es aber nicht, wenn er nur recht verstanden wird. Man liebt weder Vater, noch Mutter, noch Frau, noch Kind, sondern die angenehmen Empfindungen, die sie uns machen.

Lichtenberg, Sudelbuch H, 1789-1793. [H 151]

Liebst du wohl, wenn du nicht die Welt in dem Geliebten findest?

Schlegel, Über die Philosophie. An Dorothea, 1799

Des Lebens seligstes Bewusstsein ist es, sich in einem andern lebendig zu wissen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Um Gott zu erkennen, muß man ihn lieben; um die Menschen zu lieben, muß man sie kennen.

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Wahrheit ist das erste in der Liebe.

Holtei, Der letzte Komödiant, 1863. Erster Teil

Jede einseitige Neigung ist ein Irrtum, den wir besiegen müssen. Wir können in diesem Irrtum unsäglich leiden, mag er der Phantasie, oder einer großmütigen Herzensregung, oder einem sinnlichen Wohlgefallen, oder einer Mischung von dem allem entstammen – aber unrettbar verfallen sind wir nur der Empfindung, die zwei Seelen gleichzeitig erfaßt und zueinander zwingt.

Glümer, Frau Domina, 1873

Wenn die Liebe ihr eigenes Wesen ergründet, dann geht sie zugrunde.

Lipperheide (Hg.), Spruchwörterbuch, hg. von Franz Freiherrn von Lipperheide, Berlin 1907

Was ist denn ohne Liebe, ohne Kampf das Dasein wert?

Madách, Die Tragödie des Menschen (Az ember tragédiája), 1861

Alle Philosophie ist Selbstbespiegelung.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Nur gänzliches Sichhingeben ist Befreiung seiner selbst, allerdings gibt man sich zugleich damit auf.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Aufklären kann der Verstand, aber verklären kann nur die Liebe.

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Über aller Gerechtigkeit und aller Verpflichtung steht die Liebe, die den Geliebten und das eigene Selbst der reinen Entfaltung ihres Wesens zuführt.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Es gibt kein Wesen ohne Liebe, keine vollkommene Liebe ohne Eifersucht, keine Eifersucht frei von Täuschungen, keine Täuschungen ohne Grund.

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