Liebe Sprüche – philosophisch

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Liebe ist weder ein Erzeugnis des Verstandes noch der Religion. Sie ist das eigentliche Wesen des Menschen, das gleichmäßig sein sinnliches, seelisches und geistiges Wesen umspannt und in die Vollkommenheit rückt.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Der Verstand ist machtlos angesichts der Liebe. Liebe allein ist fähig, die Wahrheit der Liebe zu enthüllen und Liebende zu sein. Der Weg unserer Propheten ist ein Weg der Wahrheit. Wollt Ihr leben, so sterbt in Liebe. Sterbt in Liebe, wenn Ihr am Leben bleiben wollt.

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Es wird nichts geliebt, es werde denn erkannt.

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Sie [die Liebe] ist die größte Überzeugung [...] und ist die Überzeugung zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.

Varnhagen, Rahel, Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde, 3 Bde., 1834. 2. Dezember 1812

Der Liebe Vernunft ist ohne Vernunft.

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Nicht Aufklärung macht den Menschen besser, sondern Verklärung!

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Liebe ist nichts anderes als das Erkennen unseres Selbst in dem anderen und die Leidenschaft, die in diesem Erkennen versteckt ist.

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Liebe ist der Grund unseres Daseins, sein Zweck und sein Ziel. Nur durch die Liebe lernen wir uns selbst, Welt und Leben verstehen.

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Ich sah durch deine Seele in die Welt und in die eigne Seele: stumm versanken im Strom des Schauens zwischen uns die Schranken, es ruhten Welt und Du in Mir gesellt. Dein Auge sah ich wesenlos erhellt: Erleuchtung fluteten, Erleuchtung tranken zusammenströmend unsre Zwiegedanken, in Deiner Seele ruhte meine Welt. Und heilig däuchten mir – ob dumpf und kalt die Welt es leugne – unsrer Lüste Hehle, verklärt zu Lauterkeiten unsre Fehle durch dieses Blickes tiefe Lichtgewalt; denn Inbrunst ist die Freiheit der Gestalt vom Zwang der Welt, vom Bann der eignen Seele.

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Es ist diese allgemeine Sehnsucht, diese Leere, die in unserem Alter so schwer, ja fast unmöglich zu ertragen ist. Sie treibt uns, Liebe und Hingebung als die einzige Möglichkeit des Lebens zu suchen.

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Nach einer Erkenntnis können wir wohl streben, aber sie erreichen ist uns versagt. Voll besitzen können wir aber eins: die Liebe.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Und die Liebe? Gott, ja, die Liebe! Besteht sie ihrem Wesen nach nicht in der schrankenlosen Bereitwilligkeit, den Zustand des anderen zum eignen zu machen?

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Viertes Buch, 2. Kapitel

1. Welcher Lebendige, Sinnbegabte, Liebt nicht vor allen Wundererscheinungen Des verbreiteten Raums um ihn Das allerfreuliche Licht – Mit seinen Stralen u[nd] Wogen Seinen Farben, Seiner milden Allgegenwart Im Tage. Wie des Lebens Innerste Seele Atmet es die Riesenwelt Der rastlosen Gestirne Die in seinem blauen Meere schwimmen, Atmet es der funkelnde Stein, Die ruhige Pflanze Und der Tiere Vielgestaltete, Immerbewegte Kraft –

Novalis, Gedichte. Hymnen an die Nacht, 1797-1800

Willst du die falsche Lieb von wahrer unterscheiden, So schau, sie sucht sich selbst und fället ab in Leiden.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Die Liebe an den Tod: "Warum lieben mich alle Menschen und dich hassen sie?" Tod: "Du bist eine Lüge und ich bin die Wahrheit."

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Die Liebe verleiht uns so etwas wie eine Religion für unser eigenes Ich: Wir halten in uns ein anderes Leben hoch.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Das tiefste Gesetz, das den Kosmos durchwaltet, ist das Opfer. In niederen Stufen unbewußt: Pflanze und Tier opfern sich den Menschen; in höheren freiwillig, aber in Erwartung eines Lohnes in dieser oder jener Welt; in den höchsten aus dem starken Liebesdrange heraus, der nicht anders kann und nur nach der Bedürftigkeit des Du und nicht nach dem Ich und was dafür wird, fragt.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Die letzte Form des Wertbewußtseins ist die Liebe, denn sie ist nicht nur nach der naiven Definition Spinozas Freude, bezogen auf die Vorstellung eines Gegenstandes der Freude, sondern sie ist außer der Freude an der Gegenwart des Wertes auch die Sehnsucht nach der Vollkommenheit des geliebten Gegenstandes, also der Ausblick auf den transzendenten, absoluten Wert.

Mutius, Gedanke und Erlebnis. Umriß einer Philosophie des Wertes, 1922

Der eigentliche Mensch ist das Herz, das Innere am Menschen, in diesem bricht sich alles Äußere. Das Leben ist das Farbenspiel, was dadurch im brechenden Medium entsteht. – Der Mensch soll keine Farbe einzeln nehmen; alle in der Vereinigung nur geben das vollendete Bild Gottes in ihm, welches erscheint in der Liebe, welche nichts ist, als die Freude, die sie an und über sich selbst hat.

Ritter, Fragmente aus dem Nachlaß eines jungen Physikers, 1810

Sei dir doch ja die Liebe kein »rätselhaftes« Gefühl. Du sollst suchen, dir klar zu machen, warum du liebst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Alle wahre Liebe ist Liebe ohne Antwort, auf Antwort verzichtende Liebe.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939