Liebe Sprüche – romantisch

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Worte! Worte! keine Taten! Niemals Fleisch, geliebte Puppe, Immer Geist und keinen Braten, Keine Knödel in der Suppe! Doch vielleicht ist dir zuträglich Nicht die wilde Lendenkraft, Welche galoppieret täglich Auf dem Roß der Leidenschaft. Ja, ich fürchte fast, es riebe, Zartes Kind, dich endlich auf Jene wilde Jagd der Liebe, Amors Steeple-chase-Wettlauf. Viel gesünder, glaub ich schier, Ist für dich ein kranker Mann Als Liebhaber, der gleich mir Kaum ein Glied bewegen kann. Deshalb unsrem Herzensbund, Liebste, widme deine Triebe; Solches ist dir sehr gesund, Eine Art Gesundheitsliebe.

Heine, H., Gedichte. Nachlese

Sie hat im Leben Liebe gesäet, Sie soll im Tode Liebe ernten.

Inschrift. Grabinschrift für seine Frau

Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wieder bracht. Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich.

Silesius, Heilige Seelenlust oder geistliche Hirtenlieder (erschienen zuerst unter dem Titel »Geistreiche Trost- und Sinnsprüche«), 1657. Drittes Buch, 107. Sie ergibt sich der ewigen Liebe

Im Walde Als ich im Wald mich erging, Rosengeschling Sich mir an die Kleider hing. O schlängest auch du Zu meiner Seele Ruh Um mich die Arme fester, Du Rosenschwester!

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Es gibt Männer, die mit Furchen auf der Stirne noch ein Kind sind, wenn sie die Liebe erfaßt.

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Bei einem echten Menschen heißt kennenlernen: lieben lernen.

Auerbach, Waldfried. Eine vaterländische Familiengeschichte in sechs Büchern. Roman, 3 Bde., 1874

Was man auch klügeln und sagen mag: es ist etwas an der Unvergleichlichkeit und Einzigkeit der »ersten Liebe«, an jenem wunderbaren Zauber erster Liebesempfindung, der, einmal dahin, nimmer wiederkehrt, so wenig wie die Jugend selbst, deren Kind die erste Liebe ist!

Stahr, Goethes Frauengestalten, 1875

An Sie im Alter Liegt dein Herz gedrückt an meines, Kann ich wahrlich niemals sagen: Sind's die Wellen meines, deines, Die in solcher Liebe schlagen? Wollte nur, ich könnte legen In dein Herz mein Herz, zu fühlen Schmerz und Lust in gleichen Schlägen, Gleiches Lieben, gleiches Zielen. Daß, wenn Frieden meines fände, Frieden dann auch fände deines, Daß, wenn deins im Tode stände, Dann auch ständ' im Tode meines.

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Mein Herz, glaubt's, ist nicht erkaltet, Es glüht in ihm so heiß wie je, Und was ihr drin für Winter haltet, Ist Schein nur, ist gemalter Schnee. Doch was in alter Lieb' ich fühle, Verschließ' ich jetzt in tiefstem Sinn, Und trag's nicht fürder ins Gewühle Der ewig kalten Menschen hin. Ich bin wie Wein, der ausgegoren: Er schäumt nicht länger hin und her, Doch was nach außen ging verloren, Hat er an innrem Feuer mehr.

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Es sind nicht die edelsten Weiber, bei denen die Liebe durch das Auge einzieht; sie weiß andere und oft bessere Wege zu finden.

Hartmann, Erzählungen eines Unstäten, 1858

Liebe findet nicht statt unter gleichtönenden Seelen, aber unter harmonischen.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe. Entstanden Anfang und Mitte der 80er Jahre, Erstdruck 1786. Theosophie des Julius, Liebe, 1786

Ob ich dich liebe? Frage die Sterne, denen ich so oft meine Klagen vertraut. Ob ich dich liebe? Frage die Rose, die ich dir sende, von Tränen betaut. Ob ich dich liebe? Frage die Wolken, denen ich oft meine Botschaft vertraut, Ob ich dich liebe? Frage die Wellen, ich habe in jeder dein Antlitz geschaut. Wenn du mich liebtest, himmlisches Mädchen, o dann gestände ich dir es auch laut, wie ich dich liebe, daß ich dich nenne stets meinen Engel und bald meine Braut.

Herloßsohn, Buch der Liebe (Gedichte), 1842

Die Frau liebt es, den Mann Handlungen ausführen zu sehen, welche von Geistesgegenwart und Stärke zeugen, nicht weil sie selbst uralten Traditionen zufolge die schwächere Hälfte bildet; sondern einzig und allein, weil die Kraft des Mannes und absonderlich des Geliebten ihre eigene Kraft belebt. Sie lernt ihn achten und lieben.

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Nimm mir die Liebe, was bin ich? Der Ärmste unter den Armen! Laß mir die Liebe, ich bin reicher, als Könige sind.

Weiß (Hg.), Tausend und Ein Gedanke. Aphorismen für Geist und Herz, zusammengestellt von Heinrich Weiß, 6. Auflage 1904 (EA: 1880)

Erhörung O sel'ger Tag! O sel'ge Lust! Mein bist du! Wie ein junger Held, So lieg' ich stolz an deiner Brust, Als läg' ich an der Brust der Welt. Stumm darf ich ruh'n an deinem Mund, Bis ich versinke ganz in dir; Das Meer der Lust ist ohne Grund Und schlägt zusammen über mir.

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Liebe, der Seele Leben!

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

Nur die Liebe bedarf keines Buches. Sie liest die größten Schätze der Weisheit und der Wahrheit im Auge der Geliebten.

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851

Die Jahre kommen und gehen, Geschlechter steigen ins Grab, Doch nimmer vergeht die Liebe, Die ich im Herzen hab. Nur einmal noch möcht ich dich sehen, Und sinken vor dir aufs Knie, Und sterbend zu dir sprechen: »Madame, ich liebe Sie!«

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Heimkehr, 25.

In der Liebe kränkt der gar zu leichte Sieg unseren Stolz.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Liebesgedichte sollte man gar nicht drucken, unechte sind zu schlecht für die Öffentlichkeit, und echte – zu gut.

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Alles kann Liebe: zürnen und zagen, leiden und wagen, demütig werben, töten, verderben – alles kann Liebe! Alles kann Liebe: lachend entbehren, weinend gewähren, heißes Verlangen nähren in bangen in einsamen Tagen, alles kann Liebe – nur nicht entsagen!

Ebner-Eschenbach, Gedichte