Liebe Sprüche – romantisch

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Sie war ein Mädchen von achtzehn Jahren, verführt von einer Jünglingshand. Sie mußte schon so früh erfahren, was falsche Liebe angebrannt. Sie liebte ihn mit ihrem Herzen, doch er, er war ein Bösewicht. Da fühlte sie mit tausend Schmerzen: Er, der Geliebte, liebt mich nicht! Von Hamburg ging sie bis nach Bremen, von dort bis an die Eisenbahn. Sie wollt ihr Haupt auf Schienen legen, bis daß der Zug aus Barmbeck kam. Jedoch der Schaffner sahs von ferne, er bremste mit gewaltger Hand. Jedoch der Zug, er blieb nicht stehen. – Ein Haupt rollt blutrot in den Sand.

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Die Liebe zu träumen, heißt alles zu träumen; es ist die Unendlichkeit des Glücks, das Mysterium der Lust.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Jede Liebe verzehnfacht jede Kraft… Dieses Besitzergreifen, zu zweien, einer neuen Wahrheit macht der Besitz doppelt sicher, den Begriff doppelt klar.

Suttner, Memoiren, 1909

Die Liebe ist das Leben, ist das Wesentliche. Aus ihr entfalten sich die Verse, die Taten und alles Übrige. Die Liebe ist das Herz des Ganzen. Sobald dieses seine Arbeit einstellt, stirbt alles Übrige ab, wird überflüssig, unnütz.

Majakowski, Tagebuchbrief, Anfang 1923

Eine traurige Geschichte Ein Hering liebt eine Auster Im kühlen Meeresgrund; Es war sein Dichten und Trachten Ein Kuß von ihrem Mund. Die Auster, die war spröde, Sie blieb in ihrem Haus; Ob der Hering sang und seufzte, Sie schaute nicht heraus. Nur eines Tags erschloß sie Ihr duftig Schalenpaar; Sie wollt' im Meeresspiegel Beschauen ihr Antlitz klar. Schnell kam der Hering geschwommen, Streckt seinen Kopf herein Und dacht an einem Kusse In Ehren sich zu freu'n! O Harung, armer Harung, Wie schwer bist du blamiert! – Sie schloß in Wut die Schalen, Da war er guillotiniert. Jetzt schwamm sein toter Leichnam Wehmütig im grünen Meer Und dachte: "In meinem Leben Lieb' ich keine Auster mehr!"

Scheffel, J. V., Gedichte

Langsam! Amor sprach, den Becher haltend: "Nipp' ein wenig, nur vom Rande!" Doch, als ich nun erst gekostet, Nahm ich mir den Becher schräger. "Langsam! rief er, rückwärts beugend: Denn ich gab dir nur zu kosten. Alles trinkst du ja auf einmal! Glaubst du denn, der Becher Amors Halt' in sich die ganze Meerflut?"

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In meinem Garten die Nelken Mit ihrem Purpurstern Müssen nun alle verwelken, Denn du bist fern. Auf meinem Herde die Flammen, Die ich bewacht so gern, Sanken in Asche zusammen, Denn du bist fern. Die Welt ist mir verdorben, Mich grüßt nicht Blume, nicht Stern; Mein Herz ist lange gestorben, Denn du bist fern.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Berlin. Mädchenlieder, 1.

Liebst du wohl, wenn du nicht die Welt in dem Geliebten findest?

Schlegel, Über die Philosophie. An Dorothea, 1799

Denn das ist die Kraft und Seligkeit der Liebe, nicht daß wir gelebt werden, sondern daß wir lieben dürfen.

Langewiesche (Hg.), Die Unbesiegten. Worte deutscher Denker, hg. von Karl Robert Langewiesche, 1923 (EA: 1920)

Erkenntnis Was einst mein Herz erquickte, Der Himmel Stern an Stern, Seit in Dein Aug ich blickte, Wie lass' ich ihn so gern! Nach einem Zauber heb' ich Mein Aug', nach einer Zier: Ah! alle Schönheit geb' ich Um einen Blick von dir. Was einst mein Leben schmückte, Des Wissens goldner Kern, Seit ich ans Herz dich drückte, Wie miss' ich ihn so gern! Nach einem Glücke streb' ich, Nach einem Trostpanier: Ach! alle Weisheit geb' ich Um ein Kuß von dir.

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Wen die Liebe treibt, der braucht keinen Sporn.

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Die Liebe vernichtet alles Böse und macht frei von aller Angst.

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Das ist ja das Wesen der Liebe, daß man sich immer bereit fühlt, beizustimmen oder wenigstens zu helfen. Das beste unseres Geistes wächst ja immerdar aus unseren Herzen.

Laube, Der deutsche Krieg. Historischer Roman in drei Büchern, 9 Bde., 1863-66

Der Ungenannten Auf eines Berges Gipfel, Da möcht ich mit dir stehn, Auf Täler, Waldeswipfel Mit dir herniedersehn; Da möcht ich rings dir zeigen Die Welt im Frühlingsschein Und sprechen: wär's mein eigen, So wär es mein und dein. In meiner Seele Tiefen O sähst du da hinab, Wo alle Lieder schliefen, Die je ein Gott mir gab! Da würdest du erkennen: Wenn Echtes ich erstrebt, Und mag's auch dich nicht nennen, Doch ist's von dir belebt.

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Eroberung Ach, sie strampelt mit den Füßen, Ach, sie läßt es nicht geschehn, Ach, noch kann ich ihren süßen Körper nur zur Hälfte sehn; Um die Hüfte weht der Schleier, Um den Schleier irrt mein Blick, Immer wilder loht mein Feuer, Ach, sie drängt mich scheu zurück! Mädchen, ich will nichts erzwingen; Mädchen, gibt mir einen Kuß; Sieh, dich tragen eigne Schwingen Durch Begierde zum Genuß. Ach, da schmiegt sie sich und lächelt: Deine Küsse sind ein Graus; Und mit beiden Händen fächelt, Sie der Kerze Schimmer aus.

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In der Liebe ist der Weg alles. Und das Ziel? ... entfernt vom Wege.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Liebe und Trompetenblasen Nützen zu viel guten Dingen Liebe und Trompetenblasen, Selbst ein adlig Weib erringen Liebe und Trompetenblasen. Mög' es jedem so gelingen Wie dem Herrn Trompeter Werner An dem Rheine zu Säckingen!

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Das Hauptmerkmal echter Liebe ist das Mitleid. Die Sinnlichkeit fügt das Rad zusammen, das Mitleid legt den Reifen darüber.

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Ende der Liebe: fühlbarer Beweis, daß der Mensch ein beschränktes Wesen ist und das Herz seine Grenzen hat.

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Wenn es nur einmal so ganz still wäre. Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte und das nachbarliche Lachen, wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –: Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken bis an deinen Rand dich denken und dich besitzen (nur ein Lächeln lang), um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch vom mönchischen Leben, 1899

Bleibt, o bleibt, ihr Lippen ferne, Die so lieblich falsch geschworen; Und ihr Augen, Morgensterne, Die mir keinen Tag geboren! Doch den Kuß gib mir zurück, Gib zurück, Falsches Siegel falschem Glück, Falschem Glück!

Shakespeare, Maß für Maß (Measure for Measure), Erstdruck 1623