Liebe Sprüche – romantisch

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Man muß mit gepacktem Koffer lieben.

Vischer, Lyrische Gänge, 1886. Aus dem Gedicht: Dank für Rat

Mädchenlieder Der Himmel hat keine Sterne so klar, Das Meer so keine Korallen, Wie mir ein Menschenaugenpaar Und Menschenlippen gefallen. Er wandert unter den Sternen dahin, Er wandert über die Meere, Er geht mir immer durch den Sinn, Dem ich zu eigen gehöre.

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Jähe, sinnliche Glut kann durch einen einzigen Blick entzündet werden, aber die Liebe bedarf der Zeit, wie die Flamme der Nahrung.

Eckstein, Am Grabmal des Cestius, 1874

Liebe ist wie die spanischen Herbergen: Man bekommt, was man mitbringt.

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In der Liebe gibt es immer einen, der leidet, und einen, der sich langweilt.

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Liebe ohne Heimat Meine Liebe, lange wie die Taube Von dem Falken hin und her gescheucht, Wähnte froh, sie hab' ihr Nest erreicht In den Zweigen einer Götterlaube. Armes Täubchen! Hart getäuschter Glaube! Herbes Schicksal, dem kein andres gleicht! Ihre Heimat, kaum dem Blick gezeigt, Wurde schnell dem Wetterstrahl zum Raube. Ach, nun irrt sie wieder hin und her! Zwischen Erd' und Himmel schwebt die Arme, Sonder Ziel für ihres Flugs Beschwer. Denn ein Herz, das ihrer sich erbarme, Wo sie noch einmal, wie einst erwarme, Schlägt für sie auf Erden nirgends mehr.

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Liebe mag blind sein, aber sie kann trotzdem einen teuren Ring von einem billigen unterscheiden.

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Gib mir den Goldpokal und laß mich trinken, trinken in flammendheißer Lust verglühn, vergehn, versinken! Sündhaft sind deine Lippen, die also süß gesprochen, verflucht die blassen Hände, die meinen Stolz zerbrochen. O diese Nacht, die eine, die wars, nun hilft kein Beten, Mörder! Du hast meine fromme, heilige Liebe zertreten!

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Das Gewicht der Seele – das ist die Liebe.

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Was wird aus all den Küssen werden, Die du mir nimmst und gibst? Was wird aus all der Lieb' auf Erden, Mit welcher du mich liebst? Mir ahnt, ich werde kränken müssen Dein Herz bis auf den Tod, Aus aller Lieb' und allen Küssen Wird Weh und Schmach und Not!

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Solange man sinnlich liebt, liebt man nur um seiner selbst willen, aber das ist der Egoismus. Der Weg zur sittlichen Vollendung ist die Liebe um der anderen Willen.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Ich wußte, sie ist in der Küchen, Ich bin ihr leise nachgeschlichen. Ich wollt' ihr ew'ge Treue schwören Und fragen, willst du mir gehören? Auf einmal aber stutzte ich. Sie kramte zwischen dem Gewürze; Dann schneuzte sie und putzte sich Die Nase mit der Schürze.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Die erste Liebe wird so selten reif.

Keller, Therese. Ein Trauerspielfragment, 1851. Letzter Akt. Therese

Die tote Liebe Entgegen wandeln wir Dem Dorf im Sonnenkuß, Fast wie das Jüngerpaar Nach Emmaus, Dazwischen leise Redend schritt Der Meister, dem sie folgten Und der den Tod erlitt. So wandelt zwischen uns Im Abendlicht Unsre tote Liebe, Die leise spricht. Sie weiß für das Geheimnis Ein heimlich Wort, Sie kennt der Seelen Allertiefsten Hort. Sie deutet und erläutert Uns jedes Ding, Sie sagt: So ist's gekommen, Daß ich am Holze hing. Ihr habet mich verleugnet Und schlimm verhöhnt, Ich saß im Purpur, Blutig, dorngekrönt, Ich habe Tod erlitten, Den Tod bezwang ich bald, Und geh in eurer Mitten Als himmlische Gestalt - Da ward die Weggesellin Von uns erkannt, Da hat uns wie den Jüngern Das Herz gebrannt.

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Manche Menschen sind so beschaffen, daß sie nicht lieben können, ohne die Geliebten durch Launen zu quälen. Diese Eigenschaft scheint sich sogar mit den Jahren zu vergrößern und wird weder durch Widerstand noch durch Nachgiebigkeit vermindert. Gewöhnlich deutet sie auf eine innere Friedlosigkeit hin.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Liebe ist die Urmutter des Menschengeschlechtes.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Adelaide Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten, Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen, Das durch wankende Blüthenzweige zittert, Adelaide! In der spiegelnden Fluth, im Schnee der Alpen, In des sinkenden Tages Goldgewölken, Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis, Adelaide! Abendlüftchen im zarten Laube flüstern, Silberglöckchen des Mays im Grase säuseln, Wellen rauschen und Nachtigallen flöten: Adelaide! Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe, Eine Blume der Asche meines Herzens! Endlich schimmert auf jedem Purpurblättchen: Adelaide!

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Die Liebe ist uns gegeben, den Tod willkommen zu heißen. Wir gehen so gern, löscht eine Kerze nach der andern aus.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Das geistige Wesen der Liebe offenbart sich am klarsten darin, daß wir mit leidenschaftlicher Innigkeit Menschen umfassen können, die wir niemals gesehen haben, und glücklich sein können in solcher Seelenliebe.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Die beiden Engel O kennst du, Herz, die beiden Schwesterengel, Herabgestiegen aus dem Himmelreich: Stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel, Entzündend Liebe mit dem Rosenzweig? Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend, Schön wie der Lenz, der hastig sprossen will; Die Freundschaft blond, in sanftern Farben blühend, Und wie die Sommernacht so mild und still; Die Lieb' ein brausend Meer, wo im Gewimmel Vieltausendfältig Wog' an Woge schlägt; Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel Klar widerspiegelnd in den Fluten trägt. Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen, Die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht; Die Liebe will erwerben und besitzen, Die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht. Doch dreimal selig, dreimal hoch zu preisen Das Herz, wo beide freundlich eingekehrt, Und wo die Glut der Rose nicht dem leisen Geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt!

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lübeck und Bonn

In die Liebe zumeist darf nur sich wagen, Wer auch enden kann und entsagen.

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