Liebe Sprüche – romantisch

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Anatomisch genommen lieben wir nicht mit dem Herzen, sondern eben so, wie wir denken, nur mit dem Kopf. Darum sollte man nur da von einem »gebrochenen Herzen« sprechen, wo bereits die Saiten der Vernunft gerissen sind und der Geist sich in dunklen Wahn verhüllte.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wo nichts mehr erlöst, da erlöst die Liebe.

Rodenberg, Die Insel der Heiligen. Eine Pilgerfahrt durch Irlands Städte, Dörfer und Ruinen, 1864

Nichts ist süßer für den Liebenden, als den Aufenthalt der Geliebten so reizvoll als möglich auszuschmücken. Kein Mann schmückt für sich selbst das Haus; für ein geliebtes Weib aber wird auch der Geizhals zum Verschwender.

Hamerling, Aspasia. Ein Künstler- und Liebesroman aus Alt-Hellas, 1875

Ich kann es nicht vergessen, Geliebtes, holdes Weib, Daß ich dich einst besessen, Die Seele und den Leib. Den Leib möcht ich noch haben, Den Leib so zart und jung; Die Seele könnt ihr begraben, Hab selber Seele genung. Ich will meine Seele zerschneiden, Und hauchen die Hälfte dir ein, Und will dich umschlingen, wir müssen Ganz Leib und Seele sein.

Heine, H., Gedichte. Nachlese

Sehr schwärmt manche Dame für platonische Liebe – weniger schon für platonische Liebhaber.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Die Männer lieben, solange kein Grund zur Dankbarkeit da ist.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Sehnsucht nach Liebe ist für manchen eine größere Triebfeder als ihm die Liebe, wenn er sie genießen könnte, sein würde.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wahre Liebe Wahre Liebe kann ja alles, Kann den hohen Himmel stürmen, Und die Sterne niederreißen, Kann im Tal Gebirge türmen, Sie kann Todeswunden schlagen, Sie kann Todeswunden heilen; Aber niemals wird sie lernen: Was sie liebt mit andern teilen.

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Die körperliche Liebe begehrt Wechsel, die geistige dieselbe Person.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O wende nicht dein schönes Aug' von mir, Red' ich von unsrer Liebe Glück mit dir, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O sieh beneidend nicht den Blumen nach, Die früh verblüht von binnen führt der Bach, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O bald, ich fühl's, wirst du gestorben sein, Und lässest dieses arme Herz allein, Dem du sein Alles bist!

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Ein Wort der Liebe So du ein Wort der Liebe hast, Verschließ es nicht im Herzen; Brich es als Blütenzweig vom Ast Zur Kühlung bittrer Schmerzen. Laß es als Friedenshauch sofort Von deinem Munde fließen, Gleich Heimatsgruß, gleich Mutterwort Wird es den Wandrer grüßen. Es ist die Welt des Hasses voll, Es bluten rings die Wunden; Ein Wort, das aus dem Herzen quoll, Macht manch' ein Herz gesunden.

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Wenn die Liebe nicht mehr glauben darf, wo ist das Ende des Zweifels? In der Liebe ist das Vertrauen alles; wer nicht vertrauen kann, ganz und ungeteilt und aus vollem, aus vollstem Herzen, der kann nicht lieben. Aber wer getäuscht wird? Die Liebe kann sich niemals in Haß verwandeln, nein! Das kann sie nicht in edlen Herzen. Aber sie kann sich in Verachtung verwandeln: und das ist schlimmer…

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Die Welt ist so schön, wenn man ihre Freuden durch das Prisma der Liebe sieht.

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863

Glück Nun sind vor meines Glückes Stimme alle Sehnsuchtsvögel weggeflogen. Ich schaue still den Wolken zu, die über meinem Fenster in die Bläue jagen – Sie locken nicht mehr, mich zu fernen Küsten fortzutragen, Wie einst, da Sterne, Wind und Sonne wehrlos mich ins Weite zogen. In deine Liebe bin ich wie in einen Mantel eingeschlagen. Ich fühle deines Herzens Schlag, der über meinem Herzen zuckt. Ich steige selig in die Kammer meines Glückes nieder, Ganz tief in mir, so wie ein Vogel, der ins flaumige Gefieder Zu sommerdunklem Traum das Köpfchen niederduckt.

Stadler, E., Gedichte. Der Aufbruch, Erstdruck 1914. Stationen

Die Liebe eines Weibes, das Lächeln eines Kindes sind dem Manne die Belohnung nach saurer Tagespflicht. Die Liebe, die er für das Weib empfindet, ist sein heiliges Eigentum.

Boy-Ed, Nicht im Geleise. Roman, 2 Bände in einem Band, 1890

Es lieben Frauen oft nur, um zu leben, Weil er geliebt wird nur, liebt oft der Mann; Sie folgen der Natur allmächt'gen Trieben, Bei uns fängt alles von der Selbstsucht an!

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Ein Weib kann nur einen Mann lieben. Hat ihre Seele Raum für ein ähnliches zweites Gefühl, oder sogar für mehrere, so ist sie weiter nichts als eine Abspiegelung, als eine Fata Morgana dieser höchsten und wertvollsten Himmelsgabe.

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Jugend und Alter Jugend liebt und wird geliebt; Alter liebt und wird verlacht; Liebe nimmt so leichte nicht Liebe, die nicht Liebe macht.

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Die Weiber lieben einander nicht so sehr, weil sie sich nicht in den schönsten Augenblicken je sehen – des Gebets und der Liebe.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Wer die Menschen nicht mehr liebt, findet wieder Liebe und Interesse an einem, der leidet. Der Schmerz führt uns die alte Liebe des ganzen Geschlechts zurück.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Aber auch noch eure beste Liebe ist nur ein verzücktes Gleichnis und eine schmerzhafte Glut. Eine Fackel ist sie, die euch zu höheren Wegen leuchten soll.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von Kind und Ehe