Liebe Sprüche – romantisch

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Liebe führt durch Nacht und Dunkel Uns zur höchsten Erdenlust, Liebe löst und Liebe bindet, Liebe sucht und Liebe findet Ihren Weg zu jeder Brust. Was die Herzen feindlich trennte, Trotzt vergeblich ihrer Macht; Und es schmücken öde Fluren Herrlich sie auf ihren Spuren Mit erneuter Frühlingspracht, Und so mag sie freundlich walten, Lieblich ihre Myrte blühn! Wo sich einst zu schönen Stunden Reine Seelen fest verbunden, Bleibt sie ewig jung und grün.

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Säng' ich von Frauen was ich meine, Wie würd' mein Lied noch neu und reich? Vergriffen sind die Edelsteine Samt allen Blumen zum Vergleich. Kein heller Stern mehr will mir taugen Am Frühlingshimmel, silberklar, Der nicht mit eines Mädchens Augen Schon tausendmal verglichen war. Auf Blume, Stern und Stein und Perle Leist' ich mit heil'gem Schwur Verzicht. Verliebte sind halt gute Kerle, Originell – das sind sie nicht. Doch tröstet eins: Wenn sich im Schwören Ihr Hirn um neue Wendung plagt, Die eine wird stets gerne hören, Was andern tausendmal gesagt. So will ich nach der einen spähen, Die nichts bis heut von mir gewußt, Und meine schönsten Lieder säen Ins junge Erdreich ihrer Brust. Und blüht es heiß auf ihren Wangen, Wie roter Blumen Widerschein: Dann ist die Liebe aufgegangen – Und ich, ich will ihr Schnitter sein! Und was das frohe Herz getragen, Wenn es der Lenz mit Blüten neckt, Will ich der Einz'gen flüstern sagen, Weil mich die Menge leicht erschreckt: "Ich liebe dich und will dir treu sein, Solang' die Rose blüht am Strauch…" Und dieses Letzte wird ihr neu sein, Und, wenn ich ehrlich bin – mir auch.

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Nur die Lieb' ist wahres Leben, Hier und dort nur Seligkeit. Was soll Wünschen, Hoffen, Streben, Wenn's die Liebe nicht geweiht? Nur die Lieb' ist wahres Leben, Kennt und mißt nicht Zeit und Raum; Sind wir treu ihr ganz ergeben, Wird um uns die Welt ein Traum.

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Es gibt Leute, die sich nie verliebt hätten, wenn sie nicht von der Liebe hätten sprechen hören.

Rochefoucauld, Reflexionen oder moralische Sentenzen und Maximen, in: Die französischen Moralisten. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Es lebt in Elend qualenvoll, Wer, was er liebt, nicht sehen soll!

Grün, Pfaff vom Kahlenberg. Ein ländliches Gedicht, 1850. Aus: Kirchweihe

Und unser beider Liebe, Die soll nicht werden klein, Es wachsen denn drei Rosen Auf einem Mühlenstein, Und wenn dann die drei Rosen Wohl tragen guten Wein Dann ja, dann vielleicht könnte Unsre Lieb zu Ende sein.

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Heimliche Liebe Oh dieser Abend, welch ein Abend! Es fließt der Strom so sanft und rein. Oh diese Stunden, was für Stunden! Ich darf mit ihm im selben Boote sein. Oh, ich verberge mein Erröten, Nicht soll man schelten mich gemein. Oh töricht Herz, warum willst du nicht brechen? Ich weiß, ich fand den Liebsten mein. Oh, auf dem Berge stehen Bäume, Mit vielen Zweigen grün und dicht! Oh, wie ich liebe meinen Liebsten! Und doch, der Liebste weiß es nicht.

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Die Liebe gibt dem sanften Weibe Mut, Was Männer schauern macht, mit Lächeln zu ertragen.

Wieland, Clelia und Sinibald oder die Bevölkerung von Lampeduse. Ein Gedicht in zehn Büchern, 1783. Zehntes Buch

Die, die lieben, schaffen sich selbst Träume.

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O so Lipp' an Lippe hängen dürfen eine lange schöne Ewigkeit, aus des ander'n Atem Süße schlürfen für die Bitternis der argen Zeit. Nichts mehr reden, sondern nur noch lauschen, wie des ander'n Herzschlag schneller geht – und in allen Gliedern dieses Rauschen, das Gesang ist und zugleich Gebet.

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In deiner Seele klarem Leben Da ruht mein wahres Glück allein, Die Ferne kann mir Freude geben, Mit Dir nur kann ich selig sein. In Deines Geistes raschen Flügen Trägt leicht das schwere Leben sich – Das Andre kann mir wohl genügen – Du nur allein befriedigst mich! Aus Deiner Liebe tiefen Quellen Strömt eine Kraft, die mich erhebt, Auf deren lichtumsäumten Wellen Mein Lebensschiff vorüberschwebt !

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Frage nicht Wie sehr ich dein, soll ich dir sagen? Ich weiß es nicht und will nicht fragen; Mein Herz behalte seine Kunde, Wie tief es dein im Grunde. O still! ich möchte sonst erschrecken, Könnt ich die Stelle nicht entdecken, Die unzerstört für Gott verbliebe Beim Tode deiner Liebe.

Lenau, N., Gedichte

Für die nun, welche mehr durch Gefühl als durch Interessen leben, für die, welche mehr Seele und Blut als Verstand und Lymphe besitzen, bedeutet eine wirkliche Liebe einen vollständigen Wandel ihres Daseins.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Führe ich mir nochmals die Freuden der Liebe vor Augen, dann nur, um desto lebhafter den Schmerz zu empfinden, ihrer beraubt zu sein.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Der Garten der Liebe Ich begab mich zum Garten der Liebe und sah, was noch nie ich gesehn: Eine Kirche erricht' in der Mitte, wo ich pflegte spielen zu gehn. Und die Pforte der Kirch' war verschlossen und – Du Sollst Nicht – graviert überm Tor: So ging ich zum Garten der Liebe, wo Blumen blühten zuvor. Und ich sah ihn gefüllt mit Gräbern und statt Blumen Grabsteine nur, wo schwarze Pastoren, dem Rundgang verschworen, mit Dornzweigen fangen mein Lust und Verlangen.

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Entzückende Marter und wonniges Weh! Der Schmerz wie die Lust unermeßlich! Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt, Verwunden die Tatzen mich gräßlich. Die Nachtigall sang: »O schöne Sphinx! O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten? O schöne Sphinx! O löse mir Das Rätsel, das wunderbare! Ich hab darüber nachgedacht Schon manche tausend Jahre.«

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827. Aus: Vorrede zur dritten Auflage

Namenlos Eines Abends denk' ich vor allen, Denke seiner genau, wehmütig-stolz Und in jubelnder Demut – Stille war's im Gemach, Singendes Schweigen; Der Schein der Lampe fiel so klar und mild Über die feinen schönen Züge; Und ich sah – doch nicht, daß das Licht Über die feinen, schönen Züge fiel – Nein! es war, als wiegte meine Seele In schaffender Macht das Antlitz Hervor aus des Lichtes schauerndem Strom. Und die Augen sahen auf mich so sehnsuchtsmilde, Daß mein Gedanke in seltsamem Mute raunte, Ich sei wert zu besitzen ... Dann traten die Züge in den Schatten. Kein Wort ward gesprochen, Worte waren zu schwer für meine Gedanken; Und kein Handdruck gewechselt, Denn ich wußte mir nicht, daß ich da war. Und doch weiß ich, wir zwei, wir gehören zusammen, Daß nichts uns jemals scheiden kann, War jene Sekunde auch unsere letzte Begegnung.

Jacobsen, J. P., Gedichte. Übersetzt von Otto Hauser 1912

Wer kann mit der Zunge die Herzen bezaubern, Ohne selbst in der Seele bezaubert zu sein?

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Die Liebe ist der Lohn der Liebe.

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Bald erkannte ich, daß der Zauber der Liebe seinen Grund in den Vorzügen der Seele hat, daß nur sie allein ihren Überschwang hervorrufen und sie rechtfertigen können.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

O süße Morgendämmerung der ersten Liebe mit deinem Thränentau und deinen Ahnungsschauern!

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863