Liebe Sprüche – romantisch

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Die wahre Liebe hat kaum eine Methode.

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Nie versteht ein Liebender, daß was gewesen ist, einst nicht mehr gelten kann – es war doch aber einmal!

Tucholsky, Werke 1907-1935. Liebespaar in London, in: Vossische Zeitung, 14.06.1931, Nr. 276 (Peter Panter)

Wer heftige Liebe und wer kaum noch welche fühlt, ist gleich schwer zu befriedigen.

Rochefoucauld, Reflexionen oder moralische Sentenzen und Maximen, in: Die französischen Moralisten. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Was man leicht uns gewährt, das erzeugt keine längere Liebe.

Ovid, Ars amatoria, auch Ars amandi (Die Liebeskunst), entstanden zwischen 1 v. Chr. und 4 n. Chr

Spätes Erkennen Ach, wär' ich fern geblieben! Vom Sehen kommt das Lieben, Vom Lieben kommt der Schmerz: Mit ihm rastloses Sehnen, Mit ihm unzähl'ge Thränen, In Thränen bricht das Herz! Das Herz, gebrochen eben, Kann fürder nicht mehr leben, Muß sterbend bald vergehen. Bringt Liebe solche Noth, Und kommt die Lieb' vom Sehen, So bringt das Sehen Tod! Ach wär' ich fern geblieben

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Hoffnung beglückt mehr als die Erlangung des Ersehnten, die Träume der Liebe sind gewiss seliger, als die Wonne, die sie uns reicht.

Witzleben, Romantische Wanderung durch die Sächsische Schweiz, unter seinem Pseudonym A. Tromlitz veröffentlicht 1840

Diese Liebe, diese Treue, diese Leidenschaft ist also keine dichterische Erfindung? Sie lebt, sie ist in ihrer größten Reinheit unter der Klasse von Menschen, die wir ungebildet, die wir roh nennen. Wir Gebildeten, zu Nichts Verbildeten.

Goethe, Die Leiden des jungen Werther, 1774; hier in der zweiten Fassung von 1787. 2. Buch. Eintrag 4. September 1722

Wer nicht geliebt wird, liebet nicht.

Lavater, Manuskript für Freunde, 1774. Januar, 28.

… einer öden Wüste gleich Ist öd' ein liebeleeres Herz.

Sturm, Ich bau auf Gott, 1883

Ein Herz, das liebt, ragt an des Himmels Zinne.

Rosenzweig (Übers.), Auswahl aus den Diwanen des größten mystischen Dichters Persiens Mewlana Dschelaleddin Rumi, 1838

O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten?

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827. Aus: Vorrede zur dritten Auflage

Der hat nie wahren Schmerz erlebt, Der nicht der Liebe bittres Weh gefühlt.

Lipperheide (Hg.), Spruchwörterbuch, hg. von Franz Freiherrn von Lipperheide, Berlin 1907. Originaltext: Null' uomo puó saver, che sia doglienza // Se non provando lo dolor d'Amore. Übersetzt von Pozzoni

Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichgültigste widertönen läßt und in eine besondere Musik verwandelt.

Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe (in: Die Leute von Seldwyla), Erstdruck 1855/56, endgültige Fassung 1875

Wer kann der Liebe vorschreiben? Dem einfachsten und dem grilligsten Dinge in der grillenhaften Zusammensetzung, die man Mensch nennt. Dem Kinde, das bald mit elendem Spielzeug zu führen ist, bald mit allen Schätzen nicht angelockt werden kann. Dem Gestirn, dessen Weg man bald wie die Bahn der Sonne auf den Punkt auszurechnen imstande ist, und das oft schlimmer als Komet und Irrlicht den Beobachter trügt.

Goethe, J. W., Briefe. An Frau von Stein, 17. April 1782

Philosophie taugt für die Liebe wie Wasser für das Feuer.

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

Es ist einmal mein einziger Wunsch, meine einzige Sehnsucht, die einzige Art der Glückseligkeit, die ich mir denken kann – zu lieben und wieder geliebt zu werden [...].

Humboldt, W., Briefe. An Henriette Herz, Sommer 1787

Zwischen Freundschaft und Liebe ist der Unterschied, daß die erstere an alles denkt, die andre aber uns alles vergessen macht.

Schorers Familienblatt, 1883-1894. 1889. Originaltext

Die Liebe als Recensentin Der Kukuk hat ein einzig Lied Auf seinen Schatz erdacht, Das wird er nicht zu singen müd' Von früh bis in die Nacht. Sein Schätzlein sitzt auf grünem Zweig, Hört unermüdlich zu, Und denkt, es singt im ganzen Reich Doch keiner wie mein Kuku.

Sturm, J., Gedichte, 3. Auflage 1862. Originaltext

Nicht nach dem Tod, sondern vor dem Tod wollen die Menschen geliebt sein.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

[So ist es eine] Tatsache, daß die Liebe in der Sehnsucht nach Erfüllungen besteht, die unserem Wesen versagt sind [...].

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Ertes Buch, 2. Kapitel

Die letzte Form des Wertbewußtseins ist die Liebe, denn sie ist nicht nur nach der naiven Definition Spinozas Freude, bezogen auf die Vorstellung eines Gegenstandes der Freude, sondern sie ist außer der Freude an der Gegenwart des Wertes auch die Sehnsucht nach der Vollkommenheit des geliebten Gegenstandes, also der Ausblick auf den transzendenten, absoluten Wert.

Mutius, Gedanke und Erlebnis. Umriß einer Philosophie des Wertes, 1922