Liebe Sprüche – romantisch

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Wir Frauen, hat mal jemand gesagt, lieben mit den Ohren, gerade wie ihr Männer mit den Augen, wenn ihr überhaupt liebt.

Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray), 1890

Zarte Liebe spricht in Farben Zarte Liebe spricht inFarben, Nicht inTönenwill sie fleh'n: Worte, die im Munde starben, In den Wangen aufersteh'n. Dir hab' ich in Aug' und Wangen Liebesworte blüh'n geseh'n; AchmeinSehnen und Verlangen Magst du stumm nun auch versteh'n. Lass, die mir im Munde starben, Meine Worte, schweigend fleh'n: Blühen will die Lieb' in Farben, Nicht in Tönen rasch verweh'n.

Hamerling, Ein Sangesgruß vom Strande der Adria, 1857

Kein Herz liebt wärmer und mit ganzer Seele hingegebener als das eines Mannes, dem sich noch einmal in den Jahren, wo wir keine Liebe mehr zu gewinnen hoffen dürfen, ein weibliches Wesen aufrichtig hinzugeben vermag.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Sei dir doch ja die Liebe kein »rätselhaftes« Gefühl. Du sollst suchen, dir klar zu machen, warum du liebst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Liebe ist der Weg Gottes zu den Menschen, und der Weg des Menschen zu Gott.

Pseudo-Augustinus, De spiritu et anima, entstanden ca. 1162/70. 16. Kapitel

Alle wahre Liebe ist Liebe ohne Antwort, auf Antwort verzichtende Liebe.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939

In jeder Liebe ist ein Schmerz, denn welches Geliebte ist glücklich genug, auch wenn man es nicht verliert?

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. September 1817

Ich will mich sehnen, denn hieraus erzeugen sich all meine Gedanken; denn auch: will ich lieber lieben als geliebt sein [...].

Arnim, Ilius Pamphilius und die Ambrosia, 1848

Man soll einem Kunstwerk nicht den Aufwand anmerken, den es verursacht hat. In der Liebe ist deshalb von Mann und Frau der Mann der minderbegabte. Weil er die Anstrengung nicht zu verbergen weiß.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Liebe Wo nur dem Leben Lust erblüht, Wo freudiger ein Auge glüht, Wer nahet gleich? die Liebe! Und wo ein Aug' in Thränen bebt, Wer ist so nah, als Liebe? Der Lust gesellt sich stets das Leid, Doch ist dem Herzen nimmer weit, In Leid und Lust, die Liebe – Und wie so Tag auf Tag entweicht, Verrinnt das ganze Leben leicht, In Lust und Leid und Liebe.

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Von Keinem sagt! der hat kein Herz, Und nimmer kann der lieben! Ihr hättet ihm, ob auch im Scherz, Sein Todurtheil geschrieben. Doch sage: klingt von selber je Die reinst gestimmte Glocke? Sie harret nur, daß Einer geh Und ihr den Ton entlocke. Und ringt sich selbst ans Tageslicht Der Demant dieser Erde? Er wartet, ob ihn Einer bricht, Ob er entrungen werde! Die Blume harrt, von Nacht umdeckt In unerschloßner Zelle – Bis sie der warme Strahl erweckt Mit schöpferischer Helle. Ein lieblos Herz darum verschon', Bis Liebe bringt Genesung – Es harrt – wie Demant, Blume, Ton – Der seligen Erlösung.

Weller (Hg.), Dichterstimmen der Gegenwart. Eine Sammlung vom Felde der deutschen Lyrik seit 1850, 1856. Ein mildes Urtheil. Originaltext

Liebe zum andern Geschlecht. – Armsel'ge, die ihre Liebe nie genossen: Zieht hin, zieht in der Berg der Venus ein!

Wagner, Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Große romantische Oper in drei Akten, uraufgeführt 1845

Die Liebe sei dem Wahn der Erde Feind, Frei von Begier, von des Genusses Schmerzen, Ein süßer Traum, worin dem zarten Herzen Sein eignes Bild in fremder Form erscheint.

Schulze, Poetisches Tagebuch, vom 29sten Junius 1814 bis 17ten Februar 1817

Die glückliche Liebe ist ein Verbrechen, die unglückliche ein verbrecherischer Wunsch.

Börne, L., Kritiken. Kritiken und Aufsätze. Göthe's Briefwechsel mit einem Kinde, geschrieben in Autenil bei Paris im Sommer 1835

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht. wohl über die Blümelein, sie sind verwelket, verdorret. Ein Knabe hatt' ein Mädchen lieb. Sie flohen heimlich vom Hause fort, es wußts nicht Vater noch Mutter. Sie liefen weit ins fremde Land, Sie hatten nirgends Glück noch Stern, sie sind verdorben, gestorben.

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Der Liebe war die Blindheit immer eigen, Daher man ihr, zur steten Führerin, Die Thorheit gab.

Hagedorn, F., Gedichte. Fabeln und Erzählungen. Zweites Buch. Adelheid und Henrich. Dritte Erzählung. Originaltext

Auch ohne Gegenliebe zu lieben ist Stärke beim Weibe und Schwächlichkeit beim Mann.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

B.R. Und wenn ich lang' auch ferne blieb, Ich hab' Dich heut' wie vordem lieb: Wir haben ja beide das Leben beweint, In Tagen der bittersten Qual uns vereint. Was aber der Schmerz zusammengeschweißt, Im Leben nimmer und nimmer zerreißt. Und wenn ich lang' auch ferne blieb, Ich hab' Dich heut' wie vordem lieb Und hab' in mancher stillen Nacht – An Dich gedacht.

Dörmann, Sensationen. Gedichte, 1892

Du weißt, wie keusch, wie rein ich dir genaht, Da Lieb', verhüllt in Freundschaft, vor mich trat, Zum Engel schuf dich meine Phantasie, Ein Ausfluss schienst du ew'ger Poesie; Dein Auge, ach! so mild und ernst zumal, Schien süß verlockend, wie des Himmels Strahl. Arglos schaut' ich hinein und ward berauscht, Hat doch der Himmel, wenn du sang'st, gelauscht. Von deinen Lippen hehr verkündet, schien Mir ew'ge Wahrheit edler als vorhin. Wer kann den Eingang zu dem Herzen wehren, Wenn solchem Mund entströmen weise Lehren? Zu bald er lehrte, dass der Geist sei frei, Und dass die Liebe keine Sünde sei. Und gern im Geist den Pfad zurück ich rann: Nicht bleib' er Engel, den ich lieb' als Mann; Nicht locken mich die unbekannten Freuden Der Sel'gen. Nein, ich mag sie nicht beneiden Um ihren Lohn, einst auch bestimmt für mich, Nicht um den Himmel, den ich ließ für dich!

Pope, Heloise an Abelard (Eloisa to Abelard), 1717

Liebe Ein Traum ist Liebe, Ein Traum, wie keiner mehr. Leben ist Liebe, All anders Leben leer. Ich sterb' in Liebe, Wann sie gekränkt auch wär, Liebe bleibt Liebe!

Chézy, Gedichte, 2 Bde., 1812

Der Genuß So bringst du mich um meine Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich! Sie zu verlieren, – meine Liebe, – Sie zu verlieren, wünscht' ich dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder, Nimm sie zurück, die kurze Lust! Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!

Lessing, G. E., Gedichte. Ausgabe 1771