Liebe Sprüche – romantisch

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Liebst du um Schönheit, O nicht mich liebe! Liebe die Sonne, Sie trägt ein gold'nes Haar! Liebst du um Jugend, O mich nicht liebe! Liebe den Frühling, Der jung ist jedes Jahr! Liebst du um Schätze, O nicht mich liebe! Liebe die Meerfrau, Die hat viel Perlen klar! Liebst du um Liebe, O ja mich liebe! Liebe mich immer, Dich lieb' ich immerdar.

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

Im hohen Gras der Knabe schlief, Da hört' er's unten singen, Es war, als ob die Liebste rief, Das Herz, wollt ihm zerspringen. Und über ihm ein Netze wirrt Der Blumen leises Schwanken, Durch das die Seele schmachtend irrt In lieblichen Gedanken. So süße Zauberei ist los, Und wunderbare Lieder Geh'n durch der Erde Frühlingsschoß, Die lassen ihn nicht wieder.

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Nur liebend ist dein Herz ein Herz Was ist die Welt, wenn sie mit dir, durch Liebe nicht verbunden? Was ist die Welt, wenn du in ihr, nicht Liebe hast gefunden? Verklage nicht in deinem Schmerz des Herzens schönste Triebe. Nur liebend ist dein Herz ein Herz, was wär' es ohne Liebe? Wenn du die Liebe nicht gewannst, wie kannst du es ermessen, ob du ein Glück gewinnen kannst, ob du ein Glück besessen?

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Ich will lieber lieben, ohne geliebt zu werden – als ohne zu lieben, geliebt werden.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Jenner 1797

Die Liebe ist eine Jagd, bei welcher der Jäger darauf achten muß, daß er vor dem Wild nicht zu schnell davonläuft.

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Mit zwei Worten Am Gestade Palästinas, auf und nieder, Tag um Tag, "London?" frug die Sarazenin, wo ein Schiff vor Anker lag. "London!" bat sie lang vergebens, nimmer müde, nimmer zag, Bis zuletzt an Bord sie brachte eines Bootes Ruderschlag. Sie betrat das Deck des Seglers und ihr wurde nicht gewehrt. Meer und Himmel. "London?" frug sie, von der Heimat abgekehrt, Suchte, blickte, durch des Schiffers ausgestreckte Hand belehrt, Nach den Küsten, wo die Sonne sich in Abendglut verzehrt ... "Gilbert?" fragt die Sarazenin im Gedräng' der großen Stadt, Und die Menge lacht und spottet, bis sie dann Erbarmen hat. "Tausend Gilbert gibts in London!" Doch sie sucht und wird nicht matt. "Labe dich mit Trank und Speise!" Doch sie wird von Tränen satt. "Gilbert!" "Nichts als Gilbert? Weißt du keine andern Worte? Nein?" "Gilbert!" ... "Hört, das wird der weiland Pilger Gilbert Beckett sein - Den gebräunt in Sklavenketten glüh'nder Wüste Sonnenschein, Dem die Bande löste heimlich eines Emirs Töchterlein -" "Pilgrim Gilbert Becket!" dröhnt es, braust es längs der Themse Strand. Sieh, da kommt er ihr entgegen, von des Volkes Mund genannt, Über seine Schwelle führt er, die das Ziel der Reise fand. Liebe wandert mit zwei Worten gläubig über Meer und Land.

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Die Liebe, die wir verschenken, ist die einzige, die wir behalten.

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Dämmerstunde Im Sessel du, und ich zu deinen Füßen, Das Haupt dir zugewendet, saßen wir; Und sanfter fühlten wir die Stunden fließen, Und stiller ward es zwischen mir und dir; Bis unsre Augen ineinander sanken Und wir berauscht der Seele Atem tranken.

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Ein Tag ohne dich ist wie drei Jahre Einsamkeit.

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Die Frau, die man liebt, riecht immer gut.

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Wunder der Liebe Mondbeglänzte Zaubernacht, Die den Sinn gefangen hält, Wundervolle Märchenwelt, Steig auf in der alten Pracht! Liebe läßt sich suchen, finden, Niemals lernen, oder lehren, Wer da will die Flamm' entzünden Ohne selbst sich zu verzehren, Muss sich reinigen der Sünden, Alles schläft, weil er noch wacht, Wann der Stern der Liebe lacht, Goldne Augen auf ihn blicken, Schaut er trunken von Entzücken Mondbeglänzte Zaubernacht. Aber nie darf er erschrecken, Wenn sich Wolken dunkel jagen, Finsternis die Sterne decken, Kaum der Mond es noch will wagen, Einen Schimmer zu erwecken. Ewig steht der Liebe Zelt, Von dem eignen Licht erhellt, Aber Mut nur kann zerbrechen, Was die Furcht will ewig schwächen, Die den Sinn gefangen hält. Keiner Liebe hat gefunden, Dem ein trüber Ernst beschieden, Flüchtig sind die goldnen Stunden, Welche immer den vermieden, Den die bleiche Sorg' umwunden: Wer die Schlange an sich hält, Dem ist Schatten vorgestellt, Alles was die Dichter sangen, Nennt der Arme, eingefangen, Wundervolle Märchenwelt. Herz im Glauben auferblühend Fühlt alsbald die goldnen Scheine, Die es lieblich in sich ziehend Macht zueigen sich und seine, In der schönsten Flamme glühend, Ist das Opfer angefacht, Wird's dem Himmel dargebracht, Hat dich Liebe angenommen, Auf dem Altar hell entglommen Steig auf in der alten Pracht.

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Über eine Skizze: Verzweiflung an der Liebe in der Liebe In Liebeskampf? In Todeskampf gesunken? Ob Atem noch von ihren Lippen fließt? Ob ihr der Krampf den kleinen Mund verschließt? Kein Öl die Lampe? oder keinen Funken? Der Jüngling – betend? tot? in Liebe trunken? Ob er der Jungfrau höchste Gunst genießt? Was ist's, das der gefallne Becher gießt? Hat Gift, hat Wein, hat Balsam sie getrunken. Des Jünglings Arme, Engelsflügel werden – Nein Mantelsfalten – Leichentuches Falten. Um sie strahlt Heil'genschein – zerraufte Haare. Strahl' Himmelslicht, flamm' Hölle zu der Erde Brich der Verzweiflung rasende Gewalten, Enthüll' – verhüll' – das Freudenbett – die Bahre.

Brentano, C., Gedichte. Beschreibung einer Darstellung der sterbenden Cleopatra des italienischen Malers Guido Reni

Ungeduld Ich schnitt' es gern in alle Rinden ein, Ich grüb' es gern in jeden Kieselstein, Ich möchte es sä'n auf jedes frische Beet Mit Kressensamen, der es schnell verrät, Auf jeden weißen Zettel möcht ich's schreiben: Dein ist mein Herz, und soll es ewig bleiben. Ich möchte mir ziehen einen jungen Star, Bis daß er spräch' die Worte rein und klar, Bis er sie spräch' mit meines Mundes Klang, Mit meines Herzens vollem, heißen Drang; Dann säng' er hell durch ihre Fensterscheiben: Dein ist mein Herz, und soll es ewig bleiben. Den Morgenwinden möchte ich's hauchen ein, Ich möchte es säuseln durch den regen Hain; O, leuchtet' es aus jedem Blumenstern! Trüg' es der Duft zu ihr von nah und fern! Ihr Wogen, könnt ihr nichts als Räder treiben? Dein ist mein Herz, und soll es ewig bleiben. Ich meint', es müßt' in meinen Augen stehn, Auf meinen Wangen müßt' mans' brennen sehn, Zu lesen wär's auf meinem stummen Mund, Ein jeder Atemzug gäb's laut ihr kund; Und sie merkt nichts von all dem bangen Treiben: Dein ist mein Herz, und soll es ewig bleiben! (vertont von Franz Schubert)

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Schwärmerei der Liebe Wo über Gräbern die Zypresse trauert, weilt oft, von trauriger Beruhigung und unbekannten Ahndungen durchschauert, mit nassem Auge die Erinnerung. Und auf der Hoffnung sanft verklärten Wegen wallt der Verlaßne in den Ätherhain der bessern Welt dem fernen Freund entgegen, und findet ihn in heil'gem Dämmerschein. Wie glücklich der, dem jenes Auferstehens geweihte Hoffnung durch die Seele dringt! Wie glücklich, wenn der Traum des Wiedersehns um ihn den lichten Seraphsfittich schwingt! Uns wird es nicht, jetzt da wir bebend scheiden, Geliebter, dieser schönen Hoffnung Glück. Uns zwang Vernunft, den holden Wahn zu meiden, und schüchtern floh er ihren Strahlenblick. Wenn um das hohe, starkgefühlte Leben, das Göttliche, das uns im Innern glüht, sich einst auch neue, schön're Formen weben, ein andres Sein aus diesen Trümmern blüht; Was ist dem Geist, zu neuem Sein geboren, dann, was hienieden ihn zum Gott entzückt? Mit jedem Sinn ging eine Welt verloren, und seine schönsten Blüten sind zerknickt. Zertrümmert ist, in seinen feinsten Tiefen, das holde Saitenspiel in unsrer Brust, wo aller Lebensfreuden Keime schliefen; wir blieben keiner, keiner uns bewusst! In welches Labyrinth bin ich verschlungen? Hat eine traurige Notwendigkeit mir dieses Leben furchtbar aufgedrungen? O, Liebe! löse du den bangen Streit! Ja, ich empfand, als ich mit süssem Beben der Liebe Glut aus deinen Blicken sog, und heiliges, noch nie emfundnes Leben, mit Götterkraft durch meine Seele flog, Als sich zuerst mit schwindelndem Entzücken mein trunkner Geist um deine Seele schlang, daß, namenlos durch mich zu beglücken, der Liebe Allmacht mich ins Leben zwang. Getrennt von dir - was kann die Welt mir geben, das meiner Seele heißes Sehnen stillt? Was soll mir jetzt das liebesleere Leben, wo nirgends Ruh für meine Sehnsucht quillt? Wo unentfaltet der Empfindung Blüte, von Harmonie nicht mehr geweckt, verdirbt, und was mit Ätherglut den Geist durchglühte, von deinem Geist verlassen, fruchtlos stirbt; Wo sich der Freude zarte Rosen bleichen, der Baum der Hoffnung keine Blüten treibt, die Phantasien traurig von mir weichen, und, ach! entseelt die Wirklichkeit mir bleibt. Und doch - das Lüftchen, das mich kühlet, küßte vielleicht den Seufzer von der Lippe dir; Und jenen Stern, der still mir winkt, begrüßte vielleicht ein liebefeuchter Blick von dir. Ich flöh die Welt, verlernte dich zu lieben? dein süßes Bild entwich' auf ewig mir? und so entsagt' ich meinen bessern Trieben, und würde treulos meiner Glut und dir? Nein! böt' ein Gott, mit freundlichem Erbarmen, aus Lethes Fluten eine Schale mir, ich nähm' die Schale nicht aus seinen Armen, und lebte ewig meinen Schmerz und dir. Ach! wirst auch du, wenn mit dem letzten Sterne der Nähe süße Nahrung uns versiegt, und dann aus tiefer, hoffnungsloser Ferne im öden Raum der trunkne Blick verfliegt. Wenn nun die Zeit, von Hoffnung nicht erheitert, der Freundin Bild mit Nebelflor behängt, und jeder Augenblick die Kluft erweitert, die grausend zwischen Geist und Geist sich drängt: Wirst du auch dann die süssen Qualen teilen? von zarten Phantasien eingewiegt, in stillen Träumen liebend zu mir eilen, wenn zwischen uns, ach! Raum und Zeit nun liegt? Wird dann das Glück von unsern schönern Tagen dein höchstes Ideal auf ewig sein? - Ich ahne, Selmar, deine sanften Klagen: durch eignen Schmerz begreif' ich deine Pein. Nein, klage nicht! - Wenn neue Freuden winken, wenn dir die Hoffnung frische Kränze flicht, so lass mein Bild in stillen Schlummer sinken: - auch solche Opfer scheut die Liebe nicht! Ich will - der Liebe Götterhoheit sieget - dein Herz von fremden Trieben glühen sehn, und, wie ein Strahl, der in der Luft verflieget, in deiner Seele ewig untergehen. Doch, Selmar, nein! - Kann Liebe untergehen? ward die Natur sich selbst je ungetreu? Kann Harmonie wie Frühlingshauch verwehen? und wird dein Ideal dir wieder neu? Die Lieb' ist ewig! Ihren Harmonien folgt treu die ganze bildende Natur; und werd' auch ich in neuen Formen glühen, so folg' ich ewig ihrer Rosenspur. Nie wird der hohe Einklang untergehen, der uns vereint. - Ich will, an dich gebannt, mich als Planet um eine Sonne drehen, den Lichtstrahl saugen von dir hergesandt; Im Wetterstrahl mich dir entgegen stürzen, als Blume dir die Gattenblume sein, im Blütenduft mit dir die Lüfte würzen, und gaukelnd mich mit dir als Vogel freun. Im Schöpfungskreis stets von dir angezogen, vermählt uns ewig heil'ge Sympathie! Im Sternentanz und im Gesang der Wogen weht uns Ein Geist, der Liebe Harmonie!

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Als er Phillis einen Ring mit einem Totenkopf reichte Erschrick nicht vor dem Liebeszeichen, Es träget unser künftig Bild, Vor dem nur die allein erbleichen, Bei welchen die Vernunft nichts gilt. Wie schickt sich aber Eis und Flammen? Wie reimt sich Lieb' und Tod zusammen? Es schickt und reimt sich gar zu schön, Denn beide sind von gleicher Stärke Und spielen ihre Wunderwerke Mit allen, die auf Erden gehn. Ich gebe dir dies Pfand zur Lehre: Das Gold bedeutet feste Treu', Der Ring, daß uns die Zeit verehre, Die Täubchen, wie vergnügt man sei; Der Kopf erinnert dich des Lebens, Im Grab ist aller Wunsch vergebens, Drum lieb und lebe, weil man kann, Wer weiß, wie bald wir wandern müssen! Das Leben steckt im treuen Küssen, Ach, fang den Augenblick noch an!

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Nichts befleckt und umstrickt das Herz des Menschen so sehr, als die unlautere Liebe zu den Geschöpfen.

Thomas von Kempen, Die Nachfolge Christi (De imitatione Christi), um 1418. Zweites Buch, 1. Kapitel

Schmerz adelt – Liebe heiligt.

Schmidkunz (Hg.), Das edle, tapfere Herz. Gedanken aus dem Werk des Rembrandtdeutschen, 1943

Gerader Blick und leises Erröten – das ist die Geburt der Liebe! Reiner Einklang der Herzen – das ist Liebe. Ganz miteinander gehen im Fühlen und im Leben – das ist Liebe. Auge in Auge, Seele in Seele – das ist Liebe in Liebe. Liebe ist immer Ganzbeziehung des einen Menschen zum andern.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Wahre Liebe – das ist der Gruß des Himmels an die Erde.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Das Irritierende an der Liebe ist, dass es sich dabei um ein Verbrechen handelt, das einen Komplizen erfordert.

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Im Rausch der Liebe ringt oft Schmerz mit Freude.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: In venere semper certat dolor et gaudium