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Sprüche über Religion

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Die christliche Religion ist eine Religion für Menschen in concreto, wie wir sind, die Vernunftreligion eine solche für Menschen in abstracto, die wir nicht sind.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Schöne Frauen, die keine Religion haben, sind wie Blumen ohne Duft; sie gleichen jenen kalten, nüchternen Tulpen, die uns aus ihren chinesischen Porzellantöpfen so porzellanhaft ansehen, und wenn sie sprechen könnten, uns gewiß auseinandersetzen würden, wie sie ganz natürlich aus einer Zwiebel entstanden sind, wie es hinreichend sei, wenn man hienieden nur nicht übel riecht, und wie übrigens, was den Duft betrifft, eine vernünftige Blume gar keines Duftes bedarf.

Heine, Reisebilder und Reisebriefe. Reisebilder. Vierter Teil. Die Stadt Lucca. Kapitel 11

Wer in der Jugend mit der Religion spielt, ist schon tief verdorben und fast unheilbar.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Für den Gesetzgeber gibt es nichts Unverlässlicheres als die Religion – er setzt sie gar nicht voraus.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die wahrsten Empfindungen sind immer die allernatürlichsten, auch in der Religion. Denn es gibt auch in der Religion Kurzweil und Ernst.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Ernst und Kurzweil, von meinem Vetter an mich. Sechstes Exempel

Jede Religion hat ihre Dämonen und bösen Geister…

Hauff, Mittheilungen aus den Memoiren des Satan, 2 Bde., 1825/26

Über die Priester sollen wir fühlen wie Voltaire; über die Religion selbst wie Fénélon.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Religion ist die Poesie der unpoetischen Menschen.

Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion. 1835

Ich halte mich fest und fester an die Gottesverehrung des Atheisten [Spinoza] und überlasse euch alles, was ihr Religion heißt und heißenmüßt.

Goethe, J. W., Briefe. An Friedrich Heinrich Jacobi, 5. Mai 1786

Ergebung – oder Auflehnung –? Ja, wenn sich das ein für alle Mal entscheiden ließe. Fühlen wann zum einen, wann zum andern der Anlaß gegeben ist, das erst ist Religion – oder Philosophie – oder beides zugleich.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Bleibe der Religion Deiner Väter getreu, und hasse die theologischen Kannengießer.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Symbole, Abstrakta, ja schon die Pluralia – das sind ebensoviele Fluchtversuche aus der erschütternden und verwirrenden Realität der Dinge in Spekulation, Metaphysik oder zu Gott.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Untersucht die religiösen Grundsätze, die tatsächlich in der Welt vorherrschten! Ihr werdet zur Überzeugung gelangen, daß sie kaum etwas anderes sind als die Träume Siecher.

Hume, Die Naturgeschichte der Religion (The Natural History of Religion), 1755. Übersetzt von Theodor Lipps

Der Märtyrer einer alten Religion erscheint als Starrsinniger einer neuen als Begeisterter.

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Religion ist die höchste Eitelkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Die Furcht vor dem Übernatürlichen, vor dem Unbekannten ist der Keim der religiösen Vorstellungen.

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Ist nicht die Religion ein Mantel, die Ehrlichkeit ein auf schmutzigen Wegen angetragenes Paar Schuhe, die Eigenliebe ein Überrock, die Eitelkeit ein Hemd und das Gewissen eine Hose, die zwar unzüchtige und schmutzige Teile bedeckt, aber für unzüchtige und schmutzige Zwecke leicht heruntergelassen wird?

Swift, Märchen von einer Tonne (A Tale of a Tub), 1704

Die Entwickelung der Fahrzeuge verfolgt langsam denselben Weg wie die religiöse Entwickelung. Der Vorspann verschwindet, die bewegende Kraft wird ins Innere selbst verlegt.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1905

Nicht trotz unseres eifrig gepflegten Religionsunterrichts ist unsere Jugend religiös indifferent; sie wird es durch den Übereifer der dogmatischen Unterweisung.

Sallwürk, Haus, Welt und Schule. Grundfragen der elementaren Volksschulerziehung, 1902

Eine Religion ohne Metaphysik – das läßt mich an eine Annonce denken, die ich in den letzten Jahren in den großen Zeitungen las: Wein ohne Trauben.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Es ist physisch unmöglich, daß wahrhaft religiöses Wissen oder reine Sittlichkeit unter den Volksklassen bestünde, die nicht mit ihrer Hände Arbeit ihr Brot erworben.

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