Religion Sprüche – leben

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Was die Sonne für die Erde ist, ist die Religion für den Menschen.

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Religionen sind wie Särge und Wiegen: man legt uns hinein, fragt keiner, wie wir liegen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Belästige niemanden wegen seiner Religion. Respektiere den Standpunkt des anderen und verlange, daß man auch deinen respektiert.

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Religion ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, Ereignissen ins Gesicht zu sehen, die er nicht versteht.

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Die ganze Religion, mein Freund, hat sich schlicht und einfach aus dem Betrug, der Angst, dem Vorteil, der Phantasie und aus der Poesie entwickelt.

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In dem, was dem Menschen am teuersten ist, in seiner Verbindung mit Gott, darin erkühnst du dich, mir meine Freiheit zu nehmen?

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Religion: Das großeVielleicht.

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Religion ist die Art, wie man auf sein persönliches Schicksal antwortet.

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Den Menschen so zu machen, wie ihn die Religion haben will, gleicht dem Unternehmen der Stoiker; es ist nur eine andere Stufe des Unmöglichen.

Lichtenberg, Sudelbuch G, 1779-1788. [G 65]

Religion: Suchen heißt finden, finden verlieren.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Kämpfe niemals gegen die Religion oder gegen anderes, was von Gott abzuhängen scheint, denn all dies hat zu viel Gewalt über törichte Geister.

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Der Glaube, womit die Religion glaubt, nicht das, was dieser Glaube glaubt, ist die Bedeutung der Religion.

Vischer, Ästhetik oder Wissenschaft des Schönen. Zum Gebrauche für Vorlesungen, 1846

Ich gebe nicht viel auf die Religion eines Mannes, für dessen Hund oder Katze sie nichts Gutes bedeutet.

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Gottes Sache auf Erden verteidigen, natürlich zugunsten der andern, nicht gegen die andern!

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Und es tut mir gut, etwas Schweres zu machen. Das hindert nichts daran, daß ich ein schreckliches Bedürfnis (soll ich das Wort sagen?) nach Religion habe. Dann gehe ich in die Nacht hinaus und male die Sterne…

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Die christliche Religion ist die Religion des Leidens.

Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841. Erster Teil. Das wahre, d. i. anthropologische Wesen der Religion. 6. Kapitel: Das Geheimnis des leidenden Gottes

Ihr streitet um die Religion und ist doch gar kein Streit in der Religion; es sind nur mancherlei Gaben, aber es redet nur Ein Geist.

Böhme, Von der Menschwerdung Jesu Christi (De incarnatione verbi), 1620. 13. Kapitel, 3

Die Religion lehrt uns jedes beliebige Unglück, das unsere menschliche Berechnung durchkreuzen möchte, von vornherein berechnen. Die Religion hat den größten und einzigen Feind des Menschen, sie hat den Zufall in Ketten geworfen.

Wedekind, Die Zensur. Theodizee in einem Akt, 1907/08. Zweite Szene, Buridan

Die Religion ist, wie das Firmament; je mehr man es untersuchet, destomehr Sterne findet man daran; wie das Meer; je mehr man es beobachtet, destomehr scheint es unermeßlich zu seyn.

Clemens XIV., Merkwürdige Briefe des Pabstes Clemens des XIV. (Ganganelli), 1777 (posthum). Originaltext der Übersetzung

Dasselbe Übel kommt bald von Gott, der uns prüft, bald vom Teufel, der uns anficht.

Diderot, Die Nonne (La Réligieuse), 1796

Seltsam, dass die Menschen so gern für ihre Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799. 705