Religion Sprüche – nachdenklich

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[...] es wurde eben über alles was zur echten Religion des Herzens gehört, gesprochen und auf die Unsterblichkeit, womit jene ja anfängt und schließt, führte uns leicht alles, der Sternhimmel das Abendrot, ja das Abendgeläute, jede Rührung, vielleicht mancher Schmerz.

Jean Paul, Selina oder über die Unsterblichkeit der Seele, 1827 (Fragment, posthum veröffentlicht). V. Vesta

Die Religion ist eine Krücke für schlechte Staatsverfassungen.

Schopenhauer, A., Nachlass. Adversaria (1828)

Das Kleid macht den Mönch – Gott verlangt von uns nur das Herz religiös.

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Wo die Religion steht, beginnt das Unendliche. Dem Unendlichen aber ist der endliche Mensch nicht gewachsen. Er schaut die ewigen Dingen im atembeschlagenen Silberspiegel. Wer vermag die Unendlichkeit zu begreifen?

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Ich predige nicht die Duldsamkeit. Unbeschränkte Religionsfreiheit ist in meinen Augen ein so geheiligtes Recht, daß das Wort Duldsamkeit, als Ausdruck hierfür gebraucht, mir gewissermaßen selbst tyrannisch erscheint.

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Religion ist das letzte Ziel, wohin alle unsere Gedanken und Handlungen gehen müssen.

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Die Katholiken sitzen vor ihrer Hütte. Ein Heide geht vorbei und pfeift sich eins. Die Katholiken tuscheln: "Der wird sich schön wundern, wenn er stirbt!" Sie klopfen sich auf den Bauch ihrer Frömmigkeit, denn sie haben einen Fahrschein, der Heide aber hat keinen, und er weiß es nicht einmal. Wie hochmütig kann Demut sein!

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schnipsel, in: Die Weltbühne, 03.02.1931, Nr. 5 (Peter Panter)

Wer die Religion nur um der Würze der Sprache willen liebt, bekennt sich zur Form und nicht zur Sache.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Das unheilbare Übel dieser religiösen Streitigkeiten besteht darin, daß der eine Teil auf Märchen und leere Worte das höchste Interesse der Menschheit zurückführen will, der andere es aber da zu begründen denkt, wo sich niemand beruhigt.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Skizziertes. Zweifelhaftes. Unvollständiges

Ein erstes Erfordernis für unsere religiöse Wiedererneuerung ist Verinnerlichung, Vertiefung unseres eigenen Seelenlebens. Wir müssen geistiger, innerlicher unabhängiger, stärkere Persönlichkeiten werden [...].

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Viele erinnern nur noch durch ihren Hass, dass sie einer Religion angehören.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Religion kann eine Leidenschaft werden wie jede andere, und zwar eine Leidenschaft, mit der man nicht spielen darf.

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Die Religion mussfrohmachen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Was man zuweilen Irreligiosität nennt, ist die unterlassene Anbetung gewisser Götzen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Ein jeder kann bei mir glauben, was er will, wenn er nur ehrlich ist. Was die Gesangsbücher angeht, so steht einem jeden frei zu singen: "Nun ruhen alle Wälder" oder dergleichen dummes oder törichtes Zeug mehr. Aber die Priester müssen die Toleranz nicht vergessen, denn ihnen wird keine Verfolgung gestattet werden.

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In jeder Religion ist der religiöse Mensch eine Ausnahme.

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Religion muß immer unseren Willen erfassen, denn so gering auch unser Wille sein mag, stets ist er noch groß genug, um mit dem Willen Gottes vereinigt zu werden.

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Auch sind die sogenannten Religionsstreitigkeiten, welche die Welt so oft erschüttert und mit Blut bespritzt haben, nie etwas anderes, als Zänkereien um den Kirchenglauben gewesen.

Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793. Drittes Stück. Der Sieg des guten Prinzips über das Böse, und die Gründung eines Reichs Gottes auf Erden

Und um die Menschen in harter Knechtschaft zu halten, verbietet ihnen der Priester den Vernunftgebrauch. Der Priester ist ehrgeizig, aber der Ehrgeiz beim Laien ist ihm verhaßt; denn dieser durchkreuzt seine Pläne.

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Eine Religion – scheint es – kann sich nur erhalten, wenn sie vieles tut, was sie verbietet, vieles unterlässt, was sie befiehlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Alle Menschen, welche sich nicht auf irgend ein Waffenhandwerk verstehen – Mund und Feder als Waffen eingerechnet – werden servil: für solche ist die christliche Religion sehr nützlich, denn die Servilität nimmt darin den Anschein einer christlichen Tugend an und wird erstaunlich verschönert.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Drittes Hauptstück. Das religiöse Leben