Religion Sprüche – nachdenklich

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Der Katholicismus macht den Charakter gewöhnlich weicher, während der Protestantismus ihn befestigt; aber jene Weichheit artet oft in Schwäche, jene Festigkeit in Härte aus.

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Religion ist für mich wie ein fahrender Zug, der sich einmal mit Mühe in Bewegung gesetzt hat und fährt und fährt und fährt …

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Die Religion hat weit höhere Absichten, als denrechtschaffnen Mannzu bilden. Sie setzt ihn voraus; und ihr Hauptzweck ist, den rechtschaffnen Mann zuhöhern Einsichtenzu erheben.

Lessing, G. E., Briefe, die Neueste Litteratur betreffend, Erstdruck 1759-65. 49. Brief, 2. August 1759

Religion ist der beste Panzer, aber der schlechteste Mantel.

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Dir, der Unberührbaren, Ist es nicht benommen, Daß die leicht Verführbaren Traulich zu dir kommen. In die Schwachheit hingerafft, Sind sie schwer zu retten. Wer zerreißt aus eigner Kraft Der Gelüste Ketten? Wie entgleitet schnell der Fuß Schiefem, glattem Boden? Wen betört nicht Blick und Gruß, Schmeichelhafter Odem?

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 5. Akt, Bergschluchten, Dr. Marianus

Die Religion ist das Spital der Seelen, die die Welt verwundet hat.

Petit-Senn, Blüthen und Knospen (Bluettes & Boutades). Frei bearbeitet von Franz August Stocker, 1861

Aber der Geist der Religion wohnt nicht in den Schalen der Dogmatik, hat sein Wesen nicht in den Kindern des Unglaubens, noch in den ungeratenen Söhnen und übertünchten Gräbern des Glaubens, läßt sich wenig durch üppige glänzende Vernunftsprünge erzwingen, noch durch steife Orthodoxie und Mönchswesen.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Disputation zwischen den Herren W. und X. und einem Fremden über Hrn. Pastor Alberti »Anleitung zum Gespräch über die Religion« und über Hrn. Pastor Goeze »Text am 5. Sonntage nach Epiphanias«, unter Vorsitz des Hrn. Lars Hochedeln. Dem hochlöblichen Kollegio der Herren Sechsziger zugeeignet. Mit einem saubern Kupfer. 1772, im Hornung

Die wahre Religiosität zeigt sich im ganzen Verhalten des Menschen.

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Wo Gottesfurcht fehlt, muß ein Reich in Verfall geraten, oder es muß durch die Furcht vor einem Fürsten, der den Mangel der Religion ersetzt, aufrechterhalten werden.

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Die wahre Gottesverehrung besteht darin, dass man nach Gottes Willen handelt.

Kant, Über Pädagogik. Bemerkungen aus den über diesen Gegenstand bei der Universität mehrmals gehaltenen Vorträgen, hg. von D. Friedrich Theodor Rink 1803. Von der praktischen Erziehung

Die Religion wäre für das Volk nicht so unentbehrlich, wenn die Reichen nicht so wenig Moral hätten.

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Eine Religion, die sich auf den Verstand gründen will, anstatt auf das Gemüt, ist keine mehr.

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Wer die Religionsquellen studieren will, der reise nicht nach den Sandwichinseln, sondern gehe in seine Kirche.

Chesterton, Heretiker. Eine Kritik der Zeit, übersetzt von Germaine Kolb-Stockley 1912

Selbst die moderne Religion in Europa, die sich auf die Sonntage beschränkt, ist besser als gar keine.

Blavatsky, Die Geheimlehre (The Secret Doctrine), 1888

Die Vernunft denkt, die Religionen träumen.

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Ohne Religion sinkt der Mensch zum Tier herab; es fehlt ihm zu einem blutdürstigen Ungeheuer weiter nichts als Löwenzähne oder Wolfskrallen.

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Als die ersten Kirchen erbaut wurden und die Turmspitzen den Himmel durchstachen, sagte Petrus zu den Engeln: "Da kitzeln sie uns die Fußsohlen, und das nennen die Menschen – Religion!"

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Die schlecht aufgefaßte Religion gleicht einem Fieber, das bei der geringsten Gelegenheit in Raserei ausartet. Es ist dem Fanatismus eigen, daß er die Köpfe erhitzt.

Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Erwarte keine Religion in Zeiten, in denen es leichter ist, einem Heiligen zu begegnen als einem Menschen, und keine Kunst in Zeiten, die die Zahl ihrer Künstler über die ihrer Handwerker hinaus vermehren.

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Es gibt nur zwei wahre Religionen, die eine, die das Heilige, das in und um uns wohnt, ganz formlos, die andere, die es in der schönsten Form anerkennt und anbetet. Alles, was dazwischen liegt, ist Götzendienst.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Aus Makariens Archiv

Religion ist im Grunde nichts anderes als Gottes Gegenwart in unserer Seele.

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