Schicksal Sprüche – hoffnung

103 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Schicksal hoffnung

„Tod oder Leben“ – „Untergang oder Sieg“ heißt das Losungswort, das das Schicksal willig macht.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Fatum Zweimal hat mich der Tod verschont: Er wollte mich nicht haben: Hunderttausende lägen jetzt tot Und tief in der Grube begraben. Ich aber begann erst recht zu blühn Und den Blütenkelch zu entfalten – Und wie ich der unterirdischen Macht, So trotz' ich den Tagesgewalten. Zum Schicksal ward mir mein Leben, o Gott! Fast drückt die Last mich zu Boden: Berufen bin ich, zu rufen zum Glück Hier all die lebendigen Toten.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Das Schicksal gibt dem Menschen oft den Wundbalsam früher als die Wunde.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. 2. Hundposttag

Was kömmt, nimm immer mit Dank auf, daß es nicht härter ist.

Gotthelf, Uli der Pächter (auch: Ueli der Pächter), 1849

Das Schicksal verbessert manche Fehler an uns, welche die Vernunft nicht verbessern könnte.

Internet

Der Anmaßende betrachtet sich als Gläubiger des Schicksals, der Bescheidene als Schuldner.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1889

Möge das Schicksal, das dich trifft, dein Vertrauen nicht zerstören.

Internet

Pessimisten-Arznei Du klagst, dass nichts dir schmackhaft sei? Noch immer, Freund, die alten Mucken? Ich hör dich lästern, lärmen, spucken — Geduld und Herz bricht mir dabei. Folg mir, mein Freund! Entschließ dich frei, Ein fettes Krötchen zu verschlucken, Geschwind und ohne hinzugucken! — Das hilft dir von der Dyspepsei!

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887). Scherz, List und Rache. Vorspiel in deutschen Reimen

Blauer Himmel. Heiter blick' ich, ohne Reue In des Himmels reine Bläue, Zu der Sterne lichtem Gold. Ist der Himmel, ist die Freundschaft, Ist die Liebe mir doch hold. Laure, mein Schicksal, laure! Keine Stürme, keine Schmerzen, Heit're Ruh' im vollen Herzen, Kann es aber anders sein? Blauer Himmel, treue Freundschaft, Reiche Liebe sind ja mein. Laure, mein Schicksal, laure! Hat das Schicksal arge Tücke, Sieh', ich fürchte nichts vom Glücke, Heiter bin ich, wie die Luft. Mein der Himmel, mein die Freundschaft, Mein die Liebe bis zur Gruft. Laure, mein Schicksal, laure!

Chamisso, Gedichte

Ich habe gebangt um dich Ich habe gebangt um dich. Ich wäre so gern für dich gegangen. – Du hättest im gleichen Bangen Dann gewartet auf mich. Ich hörte nicht mehr, Und ich sah auch nicht. Ein Garnichts floh vor mir her, Gefrorenes Licht. Nun atmet mein Dank so tief, Und die Welt blüht im Zimmer. – Daß alles so gnädig verlief, Vergessen wir's nimmer!

Ringelnatz, J., Gedichte. Gedichte dreier Jahre, 1932

Verschmerzen werd ich diesen Schlag, das weiß ich; Denn was verschmerzte nicht der Mensch!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 3. Auftritt, Wallenstein

Versetzt dir 's Schicksal Stich auf Stich, Nimmt 's noch so scharf dich unter's Messer, Dann, Schwergeprüfter, tröste dich: Geschor'ne Haare wachsen besser.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Glücklich, daß das Schicksal, das uns quälet, uns doch nicht verändern mag!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. An Charlotte von Stein. Aus: Warum gabst du uns die tiefen Blicke, 1776, Erstdruck 1848

Ich sage mir, daß so wenig alles Schlimme, was man befürchtet, wie alles Gute, was man erhofft, buchstäblich eintrifft; man muß von beidem viel abziehen.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An d'Argens, April 1761

Wir wissen, daß das Schicksal unter allen Umständen uns richtig führt, und leben mit Frieden in dieser Sicherheit.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939

– Doch verteilt das Schicksal nicht an Alle seine Gaben? hat jeder nicht sein Teil am Lebensglück? sei's Reichtum oder körperliche Kraft, Gesundheit, hoher Mut, ein leichter Sinn, sei's Freiheit oder schöne Sklaverei, der Liebe süßer Rausch, der Freundschaft stille Lust. So arm ist keiner, dass nicht auf des Lebens Feld ihm irgendeine Blume blüht; vielleicht ein zarter Blütenzweig, der Hoffnung Kind, Ihm teurer oft als gegenwärtig Gut, das ihm in heitrer stiller Ferne schon die schönsten Früchte zeigt.

Mereau, S., Gedichte. Aus: Die Herbstgegend

Rache des Geschicks Aufrecht unter allem Drange Und mit stolz erhobnem Haupt, Wehrend jedem Niederzwange, Hab' gekämpft ich und geglaubt! So des Schicksals wüsten Wettern Hab' getrotzt ich als ein Mann. Will es jetzt mich ganz zerschmettern, Hat es recht, sobald es kann.

Claar, Vom Baum der Erkenntnis, 1909

Die Stimme des Schicksals Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück. Wie lange trübt der dunkle Quell der Trauer, der Lust den Lebensstrom? Nur Dumpfheit malt auf leere Nebelmauer ihr Schreckphantom. Getrost hinab die innerlichen Schächte, von Finsternis geschwellt; im Mittelpunkt vermählen sich die Mächte: Recht, Wille, Welt.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918

Das Schicksal behält immer Recht, auch wo es scheinbar Unrecht tut.

Zweig, Amerigo, Stockholm 1944