Schicksal Sprüche – hoffnung

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Gold täuscht, Richter werden getäuscht, Schlechte stehen gut da, Gerechte fehlen, die Besten werden dahingerafft.

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Es ist die peinlichste Verzweiflung, zu fühlen, daß wir unser Schicksal verdienen.

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Bisweilen kommt, nachdem das Schlimmste überstanden ist – noch Schlimmeres.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Auf jedes Menschen Angesicht Liegt leise dämmernd ausgebreitet Ein sanfter Abglanz von dem Licht Des Sternes, das sein Schicksal leitet.

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Nur wer sich gegen sein Schicksal stellt, kann Angst haben.

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Träumen von Glück, aufstehen zu Sorgen, das ist jedes Los, der lebt und liebt.

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Zuruf Alles kann sich umgestalten! Mag das dunkle Schicksal walten. Mutig! auf der steilsten Bahn. Trau' dem Glücke! Trau den Göttern! Steig', trotz Wogendrang und Wettern, Kühn, wie Cäsar, in den Kahn. Laß den Schwächling angstvoll zagen! Wer um Hohes kämpft, muß wagen! Leben gelt' es oder Tod. Laß die Woge donnernd branden! Nur bleib immer, magst du landen Oder Scheitern, selbst Pilot!

Matthisson, F., Gedichte

Anfangs wollt' ich fast verzagen, und ich glaubt', ich trüg es nie; und ich hab es doch getragen, aber fragt mich nur nicht wie.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Junge Leiden, entst. 1817-1821, Erstdruck 1922. Heine dichtete diese Zeilen auf einem Ball mit Bezug auf seine Schuhe, die ihn fürchterlich drückten

Das Schicksal ist nichts Unpersönliches. Es wäre nicht, was es heißt, wenn nicht der Schickende hinter ihm stände.

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Trag's, wenn sich's nicht ändern läßt.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Ergib dich drein Ergib dich drein, du liebes Menschenkind, daß deine Wege nicht die meinen sind. Es kann nicht Alles so, wie du willst, sein; du bist nicht Herr; ergib dich ruhig drein! Ergib dich drein, und forsch und hadre nicht; tu, was die heilge Stimme in dir spricht. Sie flüstert dir das einzig Richtge ein; sie täuscht dich nicht; ergib dich ruhig drein! Ergib dich drein. Beschwerlich ist der Steg, der deiner harrt, fernab vom breiten Weg. Schlägst du ihn ein, schlägst du ihn gläubig ein, so wird er dir ein Pfad zum Himmel sein!

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Ich bin der Eimer, den das Schicksal in den Brunnen wirft, um euch herauszuziehen.

Goethe, Lila. Singspiel, 1777. Dritter Aufzug, Lila zu Friedrich

Was können Schild und Panzerhemd frommen Gegen Geschütze, die vom Schicksal kommen?

Hafis, Der Sänger von Schiras: Hafisische Lieder, übersetzt von Friedrich von Bodenstedt 1877

den Menschen adelt, Den tiefstgesunkenen, das letzte Schicksal.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 5. Akt, 6. Auftritt, Maria

Halt' aus, und wenn auch Schlag auf Schlag Das Schicksal dir erteilt, Vertraue fest, es kommt der Tag, Der deine Leiden heilt! Bedenke, wie so manches Herz Bedrückt von Not Angst; Verdoppelt fühlest du den Schmerz, Wenn du in Kleinmut bangst. So lang' des Menschen flücht'ger Fuß Den Erdenkreis durcheilt, Ruft ihm der Schmerz den düstern Gruß, Wo er auch immer weilt. Halt' aus und stehe unverzagt, Wirf kühn den Feind zurück, Den frischen Mut, der furchtlos wagt, Ihn krönt allein das Glück.

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Du schaust zum Goldpalast hinauf, Als könnt' ihn Unglück nicht erreichen; O wisse, gleich läuft Schicksals Lauf, Aus jedem Hause trug man Leichen, Aus jedem Auge ward geweint, Durch jeden Busen bebten Schrecken! Freu' dich der Sonne, die dir scheint, Laß dunkle Zukunft Gott dir decken!

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Wer einmal die Pein des Schicksals in sich überwunden hat, für den ist jede sonstige Pein nur »ein Fall«, über den es sich nicht erst verlohnt zu lamentieren. Er lächelt und wird gütig, so wie nur ein Sieger gütig zu sein vermag. – Wer noch klagenkann, der hat eigentlich über nichts zu klagen.

Stammler, Du und Es. Vom Wesen und von der Gemeinschaft, 1917

Durch die Anteilnahme an dem Schicksal anderer wachsen der Seele Kräfte, die sie allmählich erheben über eigenes Leid, die sie in sich selber sicher werden lassen.

Merian (Hg.), Und dennoch. 365 deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1940

Tropft uns das Schicksal Wermut in den Lebenstrank, so stärkt es uns für einen schweren Gang.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Es gehört doch eine große Naivität dazu, um zu glauben, es solle helfen, in der Welt zu rufen und zu schreien, als ob hierdurch jemandes Schicksal geändert würde.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Erster Teil. Diapsalmata. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Nicht, was wir erleben, ist unser Schicksal, sondern wie wir’s ertragen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909