Schicksal Sprüche – sinn
118 Sprüche gefunden
Das Schicksal eines Volkes erstreckt sich nicht vom Einzelnen auf das Ganze, sondern vom Ganzen auf das Einzelne.
Das Schicksal des Menschen wird durch die Weise bestimmt, in welcher er sich selbst zu betrachten fähig ist.
Im Schicksal gibt es keine Zufälligkeiten; der Mensch hat sein Schicksal geschaffen, bevor es äußerlich an ihn herantritt.
Ein Schicksal ist so viel wert, als der Mensch es schätzt.
Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen.
Das Geschick bewirkt es, daß wir allen anderen ein Gespenst, daß wir selber unsre einzige Wirklichkeit sind. Das Geschick bewirkt es, daß wir die riesenhafte Angel der Welt, daß wir ein Sandkorn sind; daß wir der Stein sind, der zur Lawine wird, der Kiesel, dessen konzentrische Wellenringe über den ganzen Meeresspiegel hinweg weiter und weiter werden.
Haben wir unser Schicksal in Händen? Oder sind wir nur Werkzeuge, die dem Gebot des Werdens dienen?
Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.
Es glaubt der Mensch, sein Leben zu leiten, sich selbst zu führen; und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen.
Das Schicksal ist unheilvoll. Keiner, der geboren wurde, entrinnt ihm.
Jeder verdient sein Schicksal, es fragt sich nur, ob vorher oder nachher.
Das Schicksal rupft uns alle erbärmlich; wem dienen wir denn eigentlich zum Braten?
Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.
Und da wir doch von Schicksal gesprochen haben, es ist so, als hätte man zwei Schicksale: ein regsam-unwichtiges, das sich vollzieht, und ein reglos-wichtiges, das man nie erfährt.
Haben wir ein Schicksal? Sind wir frei? Wie ärgerlich, das nicht zu wissen! Wieviel Ärger aber erst, wüssten wir es.
Maßstab des Weltgeschehens ist das eigene Schicksal. Dem Menschen ist keine andere Möglichkeit gegeben, das Weltall und seine geheimnisvolle Struktur zu erkennen, als: das eigene Leben, das ein Teil dieses Weltalls ist, den eigenen Lebenstrieb zu belauschen.
Auf der Weltbühne ist das Schicksal der Souffleur, der das Stück ruhig und leise abliest, ohne Gebärden, ohne Deklamation, und ganz unbekümmert, ob es ein Lustspiel oder ein Trauerspiel ist. Das Zappeln, das Schreien und übriges tun die Menschen hinzu.
Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal!
Die Schicksale des Lebens gehen ihren Gang, scheinbar fühllos, fort.
Was hat, o Schicksal, dieser Mensch getan, Daß mit des Wahnsinns bangen Finsternissen Du ihm verschüttet hast die Lebensbahn, Aus seiner Seele seinen Gott gerissen?
Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!