Schicksal Sprüche – sinn

118 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Schicksal sinn

Das Schicksal eines Volkes erstreckt sich nicht vom Einzelnen auf das Ganze, sondern vom Ganzen auf das Einzelne.

Frobenius, Schicksalskunde im Sinne des Kulturwerdens, 1932

Das Schicksal des Menschen wird durch die Weise bestimmt, in welcher er sich selbst zu betrachten fähig ist.

Internet

Im Schicksal gibt es keine Zufälligkeiten; der Mensch hat sein Schicksal geschaffen, bevor es äußerlich an ihn herantritt.

Internet

Ein Schicksal ist so viel wert, als der Mensch es schätzt.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen.

Internet

Das Geschick bewirkt es, daß wir allen anderen ein Gespenst, daß wir selber unsre einzige Wirklichkeit sind. Das Geschick bewirkt es, daß wir die riesenhafte Angel der Welt, daß wir ein Sandkorn sind; daß wir der Stein sind, der zur Lawine wird, der Kiesel, dessen konzentrische Wellenringe über den ganzen Meeresspiegel hinweg weiter und weiter werden.

Wolfe, Schau heimwärts, Engel (Look Homeward, Angel: A Story of the Buried Life), 1929

Haben wir unser Schicksal in Händen? Oder sind wir nur Werkzeuge, die dem Gebot des Werdens dienen?

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Originaltext: Homo semper aliud, fortuna aliud cogitat

Es glaubt der Mensch, sein Leben zu leiten, sich selbst zu führen; und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen.

Goethe, Egmont, 1788. 5. Akt, Egmont zu Ferdinand

Das Schicksal ist unheilvoll. Keiner, der geboren wurde, entrinnt ihm.

Internet

Jeder verdient sein Schicksal, es fragt sich nur, ob vorher oder nachher.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

Das Schicksal rupft uns alle erbärmlich; wem dienen wir denn eigentlich zum Braten?

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 16. August 1808

Und da wir doch von Schicksal gesprochen haben, es ist so, als hätte man zwei Schicksale: ein regsam-unwichtiges, das sich vollzieht, und ein reglos-wichtiges, das man nie erfährt.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Haben wir ein Schicksal? Sind wir frei? Wie ärgerlich, das nicht zu wissen! Wieviel Ärger aber erst, wüssten wir es.

Renard, Ideen, in Tinte getaucht (aus den Tagebüchern 1887-1910), 1925

Maßstab des Weltgeschehens ist das eigene Schicksal. Dem Menschen ist keine andere Möglichkeit gegeben, das Weltall und seine geheimnisvolle Struktur zu erkennen, als: das eigene Leben, das ein Teil dieses Weltalls ist, den eigenen Lebenstrieb zu belauschen.

Holitscher, A., Essays. Vor einem Bild des Bauern-Brueghel

Auf der Weltbühne ist das Schicksal der Souffleur, der das Stück ruhig und leise abliest, ohne Gebärden, ohne Deklamation, und ganz unbekümmert, ob es ein Lustspiel oder ein Trauerspiel ist. Das Zappeln, das Schreien und übriges tun die Menschen hinzu.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [76]

Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal!

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 11. März 1828

Die Schicksale des Lebens gehen ihren Gang, scheinbar fühllos, fort.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 1. Januar 1832

Was hat, o Schicksal, dieser Mensch getan, Daß mit des Wahnsinns bangen Finsternissen Du ihm verschüttet hast die Lebensbahn, Aus seiner Seele seinen Gott gerissen?

Lenau, N., Gedichte. Aus: Die Waldkapelle, um 1828

Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!

Euripides, Die Phönikerinnen, 410/409 v. Chr. Übersetzt von Friedrich von Schiller, 1789