Schicksal Sprüche – sinn

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Und wieder tritt das Leben mir mit vorgestelltem Fuß entgegen, und wieder reißt des Zufalls Gier vom Munde mir mein Häppchen Segen. Und wieder ist der Weg verbaut, den meine Hände wühlend schufen. Zum hohen Ziel, das ich geschaut, weist mich kein Pfad, gehn keine Stufen. Gott liebt den Menschen nicht, der frei hinaufsteigt zu den Zukunftspforten. Die Häscher seiner Polizei, des Schicksals, lauern allerorten.

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Wenn das Leben kein Ende nähme, wer verzweifelte noch an seinem Geschick?

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Bedenke, daß die unterscheidende Eigenschaft eines vernünftigen Wesens die freie Unterordnung unter sein Schicksal ist, nicht aber ein schimpflicher Kampf mit ihm, wie er den Tieren eigen ist.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948)

Schicksal! wir wollen sehn, was dir beliebt. Wir wissen, daß wir sterben werden; Frist Und Zeitgewinn nur ist der Menschen Trachten.

Shakespeare, Julius Cäsar, Erstdruck 1623

Das Schicksal wird nicht außerhalb des Menschen bestimmt, sondern entsteht aus ihm selbst.

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Sein Schicksal bildet sich der Mensch selbst. Und: seinen Menschen bildet sich das Schicksal. So umarmen sich denn doch Freiheit und Notwendigkeit.

Sailer, Deutsches Sprichwörter- und Sprüchebuch. Ein Lehr- Lese- und Unterhaltungsbuch für Deutsche, 1819. Sprüche und Glossen. Erstes Hundert [2.]

Es ist sinnlos, dem Schicksal zu grollen; denn es nimmt keine Klagen an.

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Schicksal ist nicht mehr als wir.

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Was die »Lebensblinden« Schicksal nennen, ist nichts als unverstandene Wirklichkeit, die ihren Ursprung in ihrem eigenen Inneren hat.

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Gewiß ist es fast noch wichtiger, wie der Mensch das Schicksal nimmt, als wie sein Schicksal ist.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 6. September 1825

Manche freilich ... Manche freilich müssen drunten sterben, Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen, Andre wohnen bei dem Steuer droben, Kennen Vogelflug und die Länder der Sterne. Manche liegen immer mit schweren Gliedern Bei den Wurzeln des verworrenen Lebens, Andern sind die Stühle gerichtet Bei den Sibyllen, den Königinnen, Und da sitzen sie wie zu Hause, Leichten Hauptes und leichter Hände. Doch ein Schatten fällt von jenen Leben In die anderen Leben hinüber, Und die leichten sind an die schweren Wie an Luft und Erde gebunden: Ganz vergessener Völker Müdigkeiten Kann ich nicht abtun von meinen Lidern, Noch weghalten von der erschrockenen Seele Stummes Niederfallen ferner Sterne. Viele Geschicke weben neben dem meinen, Durcheinander spielt sie alle das Dasein, Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens Schlanke Flamme oder schmale Leier.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Erstdruck 1896

Frei hat Gott die Menschen geschaffen, damit diese sich selbst ihr Schicksal bereiten.

Freytag, Die Ahnen, 6 Bde., 1872-80. Ingo und Ingraban. Ingraban. Im Sorbendorf

Vor dem Schicksal schützt nur eins: die Nichtigkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Der Augenblick nur entscheidet Über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Polyhymnia. Der Weltbürger. Pfarrer zu Vater und Sohn

Es gibt Fälle im Leben, wo es einem so recht ersichtlich wird, daß Gottes Vorsehung getreulich über uns waltet und uns kein ander Maß zuteilt, als unsere Kräfte zu tragen fähig sind.

Jensen, Das Erbteil des Blutes. Erzählung, 1870

Hobellied Da streiten sich die Leut' herum wohl um den Wert des Glücks; der eine heißt den andern dumm; am End' weiß keiner nix. Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich! Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich. Die Jugend will halt stets mit G'walt in allem glücklich sein; doch wird man nur a bisserl alt, dann find't man sich schon drein. Oft zankt mein Weib mit mir, oh Graus! Das bringt mich nicht in Wut. Da klopf' ich meinen Hobel aus und denk: Du brummst mir gut! Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub, und zupft mich: Brüderl, kumm! Da stell' ich mich im Anfang taub und schau mich gar net um. Doch sagt er: Lieber Valentin, mach' keine Umständ', geh! Da leg' ich meinen Hobel hin und sag' der Welt Ade!

Raimund, Der Verschwender, 1834

Die höchste Lebensanschauung ist die, sein Schicksal nicht nur ohne Murren, oder mit einer bloß passiven Geduld, sondern mit freudiger Zuversicht, daß es das Richtige sei, entgegennehmen zu können.

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Das Schicksal tut doch rein mit die Menschen, was es will; da kann man was sagen von einer Tyrannei. Nach den Grundsätzen des Fortschritts, sollt' es schon lang gar kein Schicksal mehr geben.

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Wer das Schicksal erklären soll, der muß ebenso zweideutig wie das Schicksal sein.

Kierkegaard, Der Begriff Angst (Begrebet Angest), veröffentlicht unter dem Pseudonym Vigilius Haufniensis (der Hüter Kopenhagens) 1844

Es ist eine sprichwörtliche Redensart, daß jeder sich das seinige [Schicksal] schafft, und man pflegt das so zu nehmen, daß er es sich durch Vernunft oder Unvernunft gut oder schlecht bereitet. Man kann es aber auch so verstehen, daß, wie er es aus den Händen der Vorsehung empfängt, er sich so hinein paßt, daß es ihm doch wohl darin wird, wieviel Mängel es darbieten möge.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 6. September 1825

Ein höherer Wille lenkt die Dinge. Es gibt wunderbare Geschicke, in die der Mensch nicht eingreifen soll.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873