Schicksal Sprüche – zeit

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[…] Armeen habe ich vernichtet, aber gegen Feuer, Eis, gegen den Tod reichen meine Kräfte nicht aus. Das Schicksal war mächtiger als ich […].

Rehlen (Hg.), Berühmte Aussprüche und Worte Napoleons von Korsika bis St. Helena, Leipzig 1906

Unser Wille mag noch so rein sein, wir thun alles, was wir können, der Himmel selbst scheint uns zu winken, und es wird doch nichts draus. Das ist der unerforschliche Organismus jener höheren Sphärenkreise, in die unser Auge vergebens zu dringen sucht.

Alexis, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, 1852

So hetzt eins das andre; und was man abzuwenden sucht, das macht sich erst recht.

Goethe, Egmont, 1788. Erster Akt. Regentin

Selbst gegen seine Lieblinge zeigt sich das Schicksal nie allzu großmütig. Selten gewähren die Götter den Sterblichen mehr als eine einzige unsterbliche Tat.

Zweig, Sternstunden der Menschheit, 1920. Flucht in die Unsterblichkeit. Die Entdeckung des pazifischen Ozeans, 25. September 1510

Das Schicksal ist ganz einem Buchhändler gleich, Papier sind die Menschen – sein s' arm oder reich; Sie sind leere Blätter bei ihrem Entstehn, 's ist anfangs die Farb' nur der Unschuld zu sehn; Die erste Erziehung ist das Manuskript, Die schon dem Papiere Bedeutsamkeit gibt, Dann kommt es zum Buchhändler Schicksal ins Haus, Sein Druck macht erst fertige Bücher daraus. Die geistreichsten Menschen gehn oft so herum, Kein Mensch auf der Welt aber kümmert sich drum, So gibt es auch Schriften, die sehr geistreich sind, Wozu grad' deshalb kein Verleger sich find't; Das dümmste Zeug prachtvoll oft aufgelegt wird; Im Franzband, mit Goldschnitt dazu noch verziert, So auch mancher Mensch, des Verstandes ganz bar, Steigt herum illustriert als ein Prachtexemplar.

Kaiser, Die Schule des Armen, o. J. [1847/48]. Erster Akt, erste Szene, Christoph, Entree-Lied

Nichts ist untragbar, was notwendig ist. Auch der Winter ist tragbar. Und das Alter. Und der Tod. Sie kommen ohne zu fragen, wollt ihr's tragen? Sie kommen. Und wir tragen's.

Dahn, Kampf um Rom, 1876

Was aber gibt es, das nicht das Schicksal nach seinem Willen aus voller Blüte in den Staub werfen könnte?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 91. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid enim est quod non fortuna, cum voluit, ex florentissimo detrahat?

Das Schicksal muss in seiner ganzen Wucht bedacht werden.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 91. Brief. Übers. Internet Originaltext: In plenum cogitanda fortuna est.

Wenn auch das meiste oder gar alles von ungefähr, blindlings und zufällig geschehen würde – würde dann etwas auf andere Weise geschehen, als es jetzt geschieht?

Cicero, Über das Schicksal (De fato), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: [Si] forte, temere, casu aut pleraque fierent aut omnia, num aliter, ac nunc eveniunt, evenirent?

Fremd, wie niebeschrieben sieht mich mein Schicksal an.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Der neuen Gedichte anderer Teil, 1908. Aus: Die Liebende

Wem des anderen Schicksal gefällt, dem ist sein eigenes gänzlich verhasst.

Horaz, Briefe (Epistolae). I, 14, 11. Übersetzung: Internet Originaltext: Cui placet alterius, sua nimirum est odio sors.

Das Schicksal, meinst du, habe sich dir gegenüber gewandelt, doch du irrst. Das sind stets seine Sitten, entspricht seiner Natur. Bewahrt hat es gegen dich nur die Beständigkeit in seiner eigenen Wandelbarkeit.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Tu fortunam putas erga te esse mutatam: erras. Hi semper eius mores sunt ista natura. Servavit circa te propriam potius in ipsa sui mutabilitate constantiam

Wo das Schicksal sich irrt, stürzen die Pläne der Menschen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Ubi fata peccant, hominum consilia excidunt

Das Schicksal folgt seinen eigenen Wegen.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 21,6 Übers. Internet Originaltext: Eunt via sua fata

Die Schicksalsgöttinnen vollenden ihr Werk.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 21,6 Übers. Internet Originaltext: Agunt opus suum fata

So sagten es die Weissagungen.

Ovid, Fasti (Römische Feste), entstanden zwischen 2 bis 8 n. Chr. 1,481. Übers. Internet. Originaltext: Sic erat in fatis

Ein Unglücklicher werde aus einem Mächtigen, aus einem Unglücklichen ein Mächtiger.

Seneca, Thyestes. V. 35. Übers. Internet Originaltext: Miser ex potente fiat, ex misero potens

Was auch immer das Schicksal in die Höhe gehoben hat, erhebt es, um es fallen zu lassen.

Seneca, Agamemno (Agamemnon). V. 100-101. Übers. Internet Originaltext: Quidquid in altum fortuna tulit, ruitura levat.

Niemandem ist es je gelungen, die drei spinnenden Mädchen mit seinen Bitten zu erweichen: an dem einmal festgelegten Tag halten sie fest.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 4, 54. Übers. Internet Originaltext: Lanificas nulli tres exorare puellas contigit: observant quem statuere diem.

Das Schicksal kann man nirgendwo ausschließen.

Martial, Epigramme, um 101 n. Chr. 4, 60. Übers. Internet Originaltext: Nullo fata loco possis excludere.

Unser Schicksal – die ganze Welt. Darum geht es auch nie um den Einzelnen.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927