Schicksal Sprüche – zeit

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Die Schicksale des Lebens gehen ihren Gang, scheinbar fühllos, fort.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 1. Januar 1832

So geizen die Götter mit ihren Gaben Und versagen der Sehnsucht die Seligkeitsfülle. Wer sein Glück verspielt hat, dem werfen sie spöttisch In den Schooß das Geschenk aus Schadenfreude Und gewähren den Wunsch wann er wertlos geworden!

Jordan, Nibelunge, 2 Bde., 1867-68. Sigfridsage. Erster Gesang, übersetzt von Wilhelm Jordan

Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!

Euripides, Die Phönikerinnen, 410/409 v. Chr. Übersetzt von Friedrich von Schiller, 1789

Jedweder ist des dunklen Schicksals Knecht.

Schiller, Demetrius. Fragment, 1805; uraufgeführt in Weimar am 15. Februar 1857. III, 1. Zitiert in: Alfred Hermann Fried, Lexikon deutscher Zitate, 1888

Sein Schicksal kann keinem entgehen, sollte man sagen, nicht seinem Schicksal kann keiner entgehen; denn nicht das Schicksal fängt den Menschen; der Mensch jagt nach seinem Schicksal.

Ludwig (Hg.), Gedanken Otto Ludwigs. Aus seinem Nachlaß ausgewählt und hg. von Cordelia Ludwig, Leipzig 1903

Wo die Menschen wenig Kraft und Tapferkeit besitzen, zeigt Fortuna in hohem Maße ihre Macht.

Machiavelli, Discorsi (Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio), dt. Abhandlungen über die ersten zehn Bücher des Titus Livius, entstanden 1513-1519, posthum veröffentlicht 1531. 30. Wahrhaft mächtige Republiken und Fürsten erkaufen Bündnisse nicht durch Gold, sondern durch Tapferkeit und Waffenruhm

Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918. Aus seinem Gedicht: Die Stimme des Schicksals

Die Vorsehung ist auch weltklug und heult mit den Wölfen wie der schlaueste Mensch. Sobald aber ihr Wille reif geworden, wirft sie die Maske ab.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [29]

Das Schicksal ist die Zeit in ihrer beschleunigten Form.

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Es hängt von der Breite des Schicksals ab, wieviel unvergeß- und unverwischbare Spuren es in der Seele hinterläßt.

Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude, 1921

Es ist gesprochen, du hast es vernommen, Das Schlimmste weißt du, nichts ist mehr zurück! Wie die Seher verkündet, so ist es gekommen, Denn noch niemand entfloh dem verhängten Geschick. Und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden, Der muß es selber erbauend vollenden.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor.

Der Menschensohn, der schicksallos sich glaubt, Ihn blickt der Genius der Menschheit schon Mitleid’gen Auges an, und sieht die Stunde Beflügelt nah’n, die sein Geschick erfüllt.

Hamerling, Ahasver(us) in Rom, 1866. Motto

Je mehr Macht er [der Mensch] dem Schicksal beimißt, desto mehr beraubt er sich selber jener Macht, die Gott ihm verlieh, indem er ihn mit Vernunft begabte.

Casanova, Die Erinnerungen des Giacomo Casanova (Histoire de ma vie, 1793-98), übersetzt von Heinrich Conrad, 6 Bde., 1911. 1. Band, Vorrede

Das Schicksal behält immer Recht, auch wo es scheinbar Unrecht tut.

Zweig, Amerigo, Stockholm 1944

Es gibt auf alle Fälle Schicksalsbestimmungen...

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 137.

Für den Menschen und für jedes Ding ist das Heute nicht Gestern. Auf den Liebesschwur von gestern folgt heute der Fluch des Hasses; nicht aus freien Stücken, gewiß nicht; aber es mußte so kommen. Möchte sich der helle Glanz der goldenen Jugend freiwillig in das düstere Dunkel des glanzlosen Alters verwandeln? Es ist furchtbar, daß wir, Söhne der Zeit, aus ihr gebildet und gewoben, so eingeschlossen und so tief versenkt in das Geheimnis der Zeit, dastehen; furchtbar, wie über uns allen und über allem, was wir haben, sehen und tun, geschrieben steht: »Ruhe nicht, verharre nicht, vorwärts, deinem Schicksal entgegen.«

Carlyle, Die französische Revolution (The French Revolution: A History), 1837. Die Tuilerien. Erstes Kapitel. Epimenides

Ich war Fatalist von jeher. Wenn das Schicksal etwas will, so haben wir zu gehorchen.

Rehlen (Hg.), Berühmte Aussprüche und Worte Napoleons von Korsika bis St. Helena, Leipzig 1906

Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens schlanke Flamme oder schmale Leier.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Aus: Manche freilich …, 1896. Auch Inschrift auf seiner Grabstätte auf dem Kalksburger Friedhof

Welche Schicksale haben doch die schwachen Sterblichen, die wie Blätter im Wind treiben!

Voltaire, Die Briefe Amabeds (Les Lettres d’Amabed), 1769. 7. Brief von Adaté

Denn wer im Wege steht dem Geschick, das dem endlichen Ziele Furchtbar zueilt, stürzt in den Staub, ihn zerstampfen die Rosse.

Goethe, Achilleis, entstanden 1798-99, Erstdruck 1808. Erster Gesang

O Himmel, könnte man im Buch des Schicksals doch lesen!

Shakespeare, König Heinrich IV. (King Henry IV), 2 Teile, Erstdruck 1598-1600. Zweiter Teil. Dritter Aufzug, erste Szene, König Heinrich