Schicksal Sprüche – zeit

277 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Schicksal zeit

Der Schicksale sind nicht viele: wenige große wechseln beständig ab und ermüden an denen, die mit unbegrenzt emfindendem Herzen unzerstört hingehn.

Internet

Wir sind alle Augenblicksmenschen, deren Geschick sich auf einen einzigen Wink des Schicksals entscheidet.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Schicksal ist wie ein Netz voll Fische, sie ziehen, ziehen zu fest, dann platzt es und die Fische sind weg.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69

Denn schneller, wie die Welle steigt und fällt, Treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens.

Körner, Alfred der Große. Oper in zwei Aufzügen, entstanden 1811/12. 1. Aufzug, 2. Auftritt, Gothron

Man sollte das Schicksal nicht immer gegen den Strich bürsten.

Internet

Der schlimmste Wucherer ist Das Schicksal allezeit: Für eine Stunde Glück Zahlst du eine Stunde Leid.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Schicksal gibt häufig dem Knackmandeln, der keine Zähne mehr hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Des Schicksals Zwang ist bitter: Doch seiner Oberherrlichkeit Sich zu entziehn, wo ist die Macht auf Erden? Was es zu tun, zu leiden uns gebeut, Das muß getan, das muß gelitten werden.

Wieland, Oberon, Erstdruck 1780. Fünfter Gesang, 60.

An das Schicksal Wer bist du, nachtumhülltes Wesen, Das schreitet mit Gigantenschritt? Das blühn läßt hier und dort verwesen, Despotisch herrscht, wohin es tritt? Noch nimmer hab ich dich geschauet Von Angesicht zu Angesicht, Auch hab' ich nimmer dir vertrauet, Denn nach Vertrauen fragst du nicht. [...] Kalt scheinst du, gleich des Eises Masse, So theilst du Schwarzes, Frohes aus, Machst, daß ein Teufel lach' und prasse, Ein Gottmensch wein' im Höllengraus; Gleichgültig scheinst du, doch wer siehet, Ob du uns gern zu Boden drückst? Ob deine Brust nicht liebend glühet, Wenn du auch noch so finster blickst?

Ortlepp, Gedichte, 1831

Die Bestimmung. Tränen und Seufzer löschen nicht aus die Tafel des Schicksals; Bitten und Schmeichelein ändern kein Pünktchen auf ihr. Kümmerte sich der Engel, der über die Winde gesetzt ist, ob sein brausender Hauch irgendein Lichtchen verweh’?

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Zweites Buch

Das Schicksal rupft uns alle erbärmlich; wem dienen wir denn eigentlich zum Braten?

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Das Schicksal schnellt seinen Pfeil auch durch den siebenfachen Schild des Ajax hindurch und kennt die Stelle, wo wir tödlich zu treffen sind, besser als wir selbst.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Noch ist nichts bestimmt, und alles möglich – noch spielt die Hand, mutwillig zögernd, mit den Losen in der Urne des Schicksals, welche auch das große enthält – warum sollte sie es nicht fassen können? Sie säumt und säumt, indem schon die bloße Möglichkeit fast ebenso wollüstig ist, wie die Wirklichkeit – indessen spielt ihr das Schicksal einen Zettel unter die Finger – es ist nicht das große Los, es ist keine Niete, es ist ein Los, wie es Tausende schon getroffen hat, und Millionen noch treffen wird.

Kleist, H., Briefe. An Adolfine von Werdeck, 28. Juli 1801

Und da wir doch von Schicksal gesprochen haben, es ist so, als hätte man zwei Schicksale: ein regsam-unwichtiges, das sich vollzieht, und ein reglos-wichtiges, das man nie erfährt.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Weltlauf Man denkt wohl hin und her: Manches könnt' besser sein – Dies zu leicht – das zu schwer – Gross oder klein. Manchmal zu still die Welt. Manchmal zu toll – Manchmal fehlt Gut und Geld – Nichts geht wie's soll: Durst und kein Tropfen Wein – Käs' und kein Brot – Zahnschmerz und Liebespein – Ueberdruss – Noth! Dieser wird wild darob, Strampelt und schreit; Wird wie ein Wüthrich grob – Schafft sich nur Leid. Jener, der winselt drum. Jammert und acht, Weint viele Thränen drum, Seufzt Tag und Nacht. Und die Welt, wie sie will, Geht ihren Lauf – Hält sie kein Toben still – Weinen nicht auf! Was man nicht ändern kann. Wie es auch zwickt – Der ist am Besten dran, Der sich drein schickt!

Seidel, Glockenspiel. Gesammelte Gedichte, 1889. II. Nachdenkliches und Beschauliches. Originaltext

Was bieten die Menschen nicht alles auf, um dem Unausweichlichen auszuweichen!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Verschmerzen werd ich diesen Schlag, das weiß ich; Denn was verschmerzte nicht der Mensch!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 3. Auftritt, Wallenstein

Mein Schicksal ist ein dicht gestricktes Netz; zerreiß ich eine Masche, zerstör ich hundert.

Gött, Gedichte, Sprüche, Aphorismen (in: Gesammelte Werke, 1. Band), hg. von Roman Woerner 1910

Lassen Sie den Schicksalsfaden leise laufen, wie er läuft, ohne ihn reißen und aufhalten zu wollen: so geht er desto sichrer seinen Gang, und findet sich wieder in unsre Hand, vielleicht wenn wir's am wenigsten gedenken und hoffen.

Herder, J. G., Briefe. An Karoline Flachsland, 20. April 1771

Menschenloos Fürwahr, wir sind ein glückliches Geschlecht! Denn wahrlich, wahrlich, deut ich's recht, Sind wir nicht mehr als die Tiere auch, Die der Mensch gezähmt zu seinem Gebrauch: Ich möcht mit dem Sturm durch die Erde jagen, Eichen entwurzelnd, Meere zerwühlend, Und zuletzt an zackigem Felsengeklüfte Die nackte Gespenterstirn zerschlagen, Daß es von Kluft zu Kluft Widerhalle in Ewigkeit ...

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Nicht immer schließt wie auf der Bühne Das Schicksal mit vollkommnem Schluß, Nicht immer findet Schuld die Sühne, Die Liebe süßen Todeskuß. Viel öfter wird ein Herz zersplittert, Und Leid wie Lust stirbt Jahr um Jahr, Wie Bild und Schrift zuletzt verwittert, Und Traum wird, was Erinn'rung war.

Internet