Schicksal Sprüche – zeit

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Die innere Entwicklung der Zünfte kam den auflösenden Tendenzen von außen entgegen; sie entgingen nicht dem Schicksal aller menschlichen Einrichtungen, aus Organen, die der Wohlfahrt der Gesamtheit dienen, in Anstalten zum Schutz enger selbstsüchtiger Interessen umgebildet zu werden.

Paulsen, System der Ethik. Mit einem Umriß der Staats- und Gesellschaftslehre, 2 Bde., 1889. IV. Buch. Die Formen des Gemeinschaftslebens. III. Die Gesellschaft. 2. Kapitel: Die Gesellschaftsordnung

Tragen muß der Mensch, was ihm die Götter senden.

Euripides, Die Phönikerinnen, 410/409 v. Chr. Übersetzt von Friedrich von Schiller, 1789. Polynices

Wenn das Schicksal kommt, ist der Arzt ein Narr.

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Wenn zwischen Aufgang und Untergang, zwischen Quelle und Ausfluß, sich eine lange Zeit oder ein breiter Strom gelagert, und wir mit unsern schwachen Sinnen das feine Gespinst, das Ursache und Wirkung an einander bindet, übersehen; dann schreckt uns endlich am Ziele die täglich aber leise waltende Regel, als Schicksal mit Donnerworten auf.

Börne, L., Dramaturgische Blätter. Die Ahnfrau. Trauerspiel von Grillparzer, 1818

Ruhm, Weisheit, Lieb und Macht war mein, Und frische Jugendsinne; Mir gab die Rebe roten Wein, Die Schönheit süße Minne. Am Sonnenlicht der Liebe schmolz Das Herz in tiefen Wonnen; Ich hatt' in königlichem Stolz Das Köstlichste gewonnen. Ich zähl', ob nicht in alter Zeit Ein Tag vorüberschwebte, Den ich um alle Herrlichkeit noch einmal gern erlebte. Wo war der Tag, wo war die Nacht Die ohne Gift beglückte? Wo war ein Kleinod meiner Macht Das mich nicht blutig drückte? Die Schlang' im Felde kann die List Des Zauberkund'gen zähmen, Sie aber, die am Herzen frißt, Wird nie ein Zauber lähmen. Sie lauscht dem Spruch der Weisheit nicht, Kein Lied wird sie verjagen; Da drinnen nistet sie und sticht, – Das Herz muß sie ertragen.

Byron, Hebräische Melodien (Hebrew Melodies), 1815

Trag's, wenn sich's nicht ändern läßt.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Die Schicksale jedes Jahres sind deine Samen, o Herr!

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Des übermächt'gen Schicksals Schläge tragen sich leicht; aber wehe dem, der durch eigene Schuld sein Leben verdirbt.

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Letzten Endes regieren doch Gedanken die Welt und in den stillsten Winkeln vollzieht sich das Schicksal.

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Ganz nach seines Bildners Willen muß des Lehms Gestalt geraten. Also formt sich auch sein Schicksal selbst der Mensch durch seine Taten.

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Es geschieht zu jeder Zeit etwas Unerwartetes; unter anderem ist auch deshalb das Leben so interessant.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Des Fatums boshaftes und ewiges Gesetz ist es in allen Dingen, daß sie, wenn sie den Gipfelpunkt erreicht haben, schneller, als sie aufstiegen, wieder zur Tiefe stürzen.

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Dem Menschen ist es doch nicht gegeben abzuwenden, was ihm bestimmt ist.

Herodot, Historien. III, 65

Immer wieder kommen wir auf den einen Punkt: in uns selber liegen unsres Schicksals Lose.

Ernst, Zusammenbruch und Glaube, 1922

Schicksal ist das, was so ist, wie es ist, ohne daß man sagen könnte, warum, und das woran alle Klugheit und Überlegung menschlicher Handlungen nichts ändern kann.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XX - Schï Gün Lan. 3. Kapitel: Erkenntnis der Amtspflichten / Dschï Fen

Größer noch als die »Sinnlosigkeit« des Schicksals ist seine Gerechtigkeit.

Bauer, Christian Morgensterns Leben und Werk, 1933 (Vollendet von Margareta Morgenstern und Rudolf Meyer. Mit Beiträgen von Friedrich Kayssler und anderen)

Wie man es wendet und wie man es nimmt, Alles geschieht, was die Götter bestimmt!

Goethe, Des Epimenides Erwachen, Erstdruck 1815. 1. Akt, 3. Szene, Genien zu Epimenides

Macht des Schicksals (Satadana) Was das Schicksal verhängt Und voraus erkannt, Dem halten selbst Götter Vereint nicht stand.

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Jedem Geschöpf ist nicht nur alles das von Nutzen, was ihm von der Vorsehung bestimmt wird, sondern auch zur nämlichen Zeit, am besten, wann es ihm bestimmt worden ist.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Daß vieles sich nicht verwindet, wenn's einmal empfunden ist, daß es immer wiederkehrt, ist nicht traurig; aber daß die Ufer ewig unerreichbar bleiben, das schärft den Schmerz.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. Zweiter Teil. 24. November 1810

Die gewaltigen, unendlichen, Unentfliehbaren Ratschlüsse mit Diamantnem Weberschliffe webt Ewig das Schicksal.

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