Schicksal Sprüche – zeit

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Nacht am Flusse Liegen eine Sternennacht und lauschen, wie der Kahn an seiner Kette zieht und die Welle flüstert und entflieht und die Wipfel leis dawiderrauschen –. Wie es seufzt und rüttelt ohne Ruh, Freiheit wider Knechtschaft einzutauschen. Armes Herz, so zerrst und stöhnst auch du. Eine Nacht so seinem Schicksal lauschen...

Morgenstern, C., Gedichte

Bisweilen macht sich das Schicksal über einen armen Teufel lustig – und läßt ihn im Greisenalter reich werden.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Wolkenbild Düstergraue Wolken ragen Trotzig auf, Felsen gleich. Naht mit Brausen Sturmessausen Fährt in's Wolkengebirg. Und die Berge zerbrechen, Und die Felsen zerschellen – Sah's und dacht' des Menschenlooses.

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Ich sah einmal ein Kind die Hand ausstrecken, um das Mondlicht zu haschen; aber das Licht ging ruhig weiter seine Bahn. So stehn wir da, und ringen, das wandelnde Schicksal anzuhalten.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Memento Kannst dem Schicksal widerstehen, Aber manchmal gibt es Schläge; Will's nicht aus dem Wege gehen, Ei, so geh' du aus dem Wege!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigrammatisch, entst. 1812-1814

Manchem mag noch so viel Tragisches passiren – er bringt es doch nie über die Lustspielfigur hinaus.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Schicksal zerstreut, der Mensch muss sammeln.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Fürwahr! des Schicksals Wetter rafft auch Helden hin.

Euripides, Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles), zwischen 422 und 414 v. Chr.

Vor des Schicksals Zwanggebot ist kein Entfliehn.

Euripides, Hippolytos, um 428 v. Chr

Non veder non sentir m'e gran ventura ... Geschlossenen Auges laß mich gehn, mein Schicksal, bis der Tag vorüber, der trüb und trüber sich umzieht. Nicht sehn, nicht hören! Wie die Maske sieht aus leeren Löchern und den Wogenschall die Muschel fängt, nur so noch laß mein Leben sein, indes die Seele tief in Schlummer liegen mag, bis sie ein beßrer Tag zu neuem Blühen drängt.

Morgenstern, C., Gedichte. Melencolia

– Da kommt das Schicksal – Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde – – Das ist das Los des Schönen auf der Erde!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 4. Akt, 12. Auftritt, Thekla

Was kommen soll, kommt nicht ohne unser Zutun, aber anders als wir denken. Der Mensch ist nicht Herr seiner Taten; wie rein unser Wollen auch sein möge: unser Handeln wird bestimmt durch eine Menge Antriebe und Verhältnisse, die außer uns liegen, aber in uns wirken.

Bodenstedt, Die letzten Falkenburger, 1887

Was wir Schicksal nennen, ist selten mehr, als die Wirkung einer äußeren, unabwendbaren Gewalt, als der Segen oder Fluch, den unsere inneren Bedingungen über uns bringen.

Wachenhusen, Die neue Lorelei. Roman vom Rhein, 1877

Das Schicksal entreißt nichts, was es nicht erst gegeben hat.

Seneca, Von der Unerschütterlichkeit des Weisen oder Von der Stärke des Weisen (De Constantia Sapientis). 5. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt, 1923

Schicksal und Wille stets in Fehden, So daß der Wille sich am Schicksal bricht, Nur der Gedank' ist dein, der Ausgang nicht.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Das Schicksal [...] ist ein vornehmer, aber teurer Hofmeister.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. Zweites Buch. Neuntes Kapitel

Das ist Menschenlos, – bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Hebbel, F., Gespräche. Am 10. November 1863 auf die Nachricht von der Zuerkennung des Schillerpreises für "Die Nibelungen", die ihn auf dem Totenbett erreichte

Es führt das Schicksal an verborgnem Band Den Menschen auf geheimnißvollen Pfaden, Doch über ihm wacht eine Götterhand, Und wunderbar entwirret sich der Faden.

Schiller, Turandot, Prinzessin von China. Ein tragicomisches Märchen nach Carlo Gozzi, 1801. 4. Aufzug, 5. Auftritt, Altoum. Originaltext

Kinder auf der Wiese Auf der Wiese Schmetterlinge, Kinder hurtig hinterher. Haschen sie und reißen lustig – Seht! – das Tierchen kreuz und quer. Kinder aber werden größer. Hurtig hinter ihnen her Hascht das Schicksal – seht! – und lustig Reißts die Menschlein kreuz und quer.

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Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Schicksal ist dem Weisen in seiner menschlichen Sprache unwandelbarer Wille der unwandelbaren Liebe.

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