Schicksal Sprüche – zeit

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Man muß sich im Unglück trösten durch die Freude an dem Verlorenen und durch die Erkenntnis, daß sich Geschehenes nicht ungeschehen machen läßt.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus der Spruchsammlung 'Also sprach Epikuros' [55]

Hätte man Verstand, brauchte man keine Gottheit; so aber macht man dich, Schicksal, zur himmlischen Göttin.

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Wie vieles wird zu jeder Frist verhütet – bedachten wir schon einmal dies zu Ende? wie viel geschieht nicht, was geschehen könnte!

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

So ist es uns ergangen So ist es uns ergangen. Vergiß es nicht in beßrer Zeit! – Aber Vöglein singen und sangen, Und dein Herz sei endlos weit. Vergiß es nicht! Nur damit du lernst Zu dem seltsamen Rätsel »Geschick«. – Warum wird, je weiter du dich entfernst, Desto größer der Blick? Der Tod geht stolz spazieren. Doch Sterben ist nur Zeitverlust. – Dir hängt ein Herz in deiner Brust, Das darfst du nie verlieren.

Ringelnatz, J., Gedichte. Verstreut Gedrucktes

Hitze und Kälte, Kummer und Schmerz, Schrecken und Schwäche an Besitz und Körper - dies alles zusammen bürdet uns die erhabene Weisheit auf, damit ans Tageslicht kommt, aus welchem Stoff unser Innerstes gemacht ist.

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Schicksal ist nicht mehr als wir.

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Unabänderlich sind des Schicksals ew'ge Beschlüsse, Was auf der Stirne steht, wird an dem Kopfe gescheh'n.

Hammer-Purgstall (Hg.), Juwelenschnüre Abul-Maani's (des Vaters der Bedeutungen), das ist Bruchstücke eines unbekannten persischen Dichters, gesammelt und übersetzt duch Joseph von Hammer, Wien 1822

Das Schicksal vergilt manchmal schnell, manchmal langsam, aber zuverlässig.

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Manche freilich ... Manche freilich müssen drunten sterben, Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen, Andre wohnen bei dem Steuer droben, Kennen Vogelflug und die Länder der Sterne. Manche liegen immer mit schweren Gliedern Bei den Wurzeln des verworrenen Lebens, Andern sind die Stühle gerichtet Bei den Sibyllen, den Königinnen, Und da sitzen sie wie zu Hause, Leichten Hauptes und leichter Hände. Doch ein Schatten fällt von jenen Leben In die anderen Leben hinüber, Und die leichten sind an die schweren Wie an Luft und Erde gebunden: Ganz vergessener Völker Müdigkeiten Kann ich nicht abtun von meinen Lidern, Noch weghalten von der erschrockenen Seele Stummes Niederfallen ferner Sterne. Viele Geschicke weben neben dem meinen, Durcheinander spielt sie alle das Dasein, Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens Schlanke Flamme oder schmale Leier.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Erstdruck 1896

Es ist ebenso nutzlos als töricht, sich nicht in das Unabänderliche ruhig und still zu fügen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 22. Juni 1830

Keiner entgeht seinem Schicksal.

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Kein Mensch kann sagen: Solches trifft mich nie.

Menander, Fragmente

Wir sind nicht die Gebieter unseres Schicksals. Der Wirbelwind der Ereignisse reißt uns fort, und man ist ohnmächtig dagegen.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). An Voltaire, 6. Juni 1740

So steht der arme Mensch allemal mit zugebundenen Augen vor deinem scharfen Schwerte, unbegreifliches Schicksal! Und wenn du es aufziehest und schwingest, ergötzet ihn das Pfeifen und Wehen desselben kurz vor dem Schlage!

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Des Quintus Fixlein Leben bis auf unsere Zeiten. Zwölfter Zettelkasten

Wenn es jemandes Schicksal ist, zu ertrinken, wird er auch in einem Becher Wasser ertrinken.

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Wenn die Glocke des äußeren Schicksals klingt, wissen die meisten Menschen schon nicht mehr, daß und wann sie geläutet hat.

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Viertes Buch, 13. Kapitel

Allerwärts klagt der Mensch Natur und Schicksal an, und sein Schicksal ist doch in der Regel nur Nachklang seines Charakters, seiner Leidenschaften, Fehler und Schwächen.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Die Leidenschaften

Was das Schicksal mit schwarzer Tinte schreibt, kann die Sonne nicht bleichen.

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Ich bin zerfallen in mir selbst. – Aus der Urne des Schicksals werden die Lose des Menschen gezogen; wenn ich den Buben beuteln könnt', der das meinige gezogen hat, – ich tät's.

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Vor dem Schicksal schützt nur eins: die Nichtigkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Der Augenblick nur entscheidet Über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Polyhymnia. Der Weltbürger. Pfarrer zu Vater und Sohn