Schicksal Sprüche – zeit

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Und das Verdrießliche dabei ist, daß alle dergleichen Ahnungen, Inspirationen, Fingerzeige von oben, Warnungen durch Träume und Erscheinungen zu gar nichts helfen; denn die Sache geschieht deswegen doch.

Diderot, Jacques der Fatalist und sein Herr (Jacques le fataliste et son maître), entstanden 1765-84, erschien posthum 1796

Wen das Schicksal schwarz strich, den kann die Zeit nicht mehr weiß machen.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Aufgebung Ich lasse das Schicksal los. Es wiegt tausend Milliarden Pfund; Die zwinge ich doch nicht, ich armer Hund. Wie's rutscht, wie's fällt, Wie's trifft – so warte ich hier. – Wer weiß denn vorher, wie ein zerknittertes Zeitungspapier Weggeworfen im Wind sich verhält? Wenn ich noch dem oder jener (zum Beispiel dir) Eine Freude bereite, Was will es dann heißen: »Er starb im Dreck«? – Ich werfe das Schicksal nicht weg. Es prellt mich beiseite. Ich poche darauf: Ich war manchmal gut. Weil ich sekundenlang redlich gewesen bin. – Ich öffne die Hände. Nun saust das Schicksal dahin. Ach, mir ist ungeheuer bange zumut.

Ringelnatz, J., Gedichte. Reisebriefe eines Artisten, 1927

In großen Zeiten verschwindet alles kleine Leid und alle Einzelklage um eigenes Schicksal.

Auerbach, Waldfried. Eine vaterländische Familiengeschichte in sechs Büchern. Roman, 3 Bde., 1874

Ich bin eines Singenden Stimme in dunklen, tiefen Schächten, dort hört kein Ohr, ist alles echolos, bin ein irrendes Licht überm See in gespenstigen Nächten, ein Trugschein, der im Dunkel lischt: in einem feuchten Schoß. Ich bin ein treibendes Blatt in des Herbstes leeren Reichen, ich wirble hin, der Sturm läßt mich nicht ruhn. Ob ich hafte am Berg, ob versinke in grundlosen Teichen, das weiß ich nicht, mich kümmert's nicht – kann nichts dagegen tun.

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Das Schicksal tut doch rein mit die Menschen, was es will; da kann man was sagen von einer Tyrannei. Nach den Grundsätzen des Fortschritts, sollt' es schon lang gar kein Schicksal mehr geben.

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Wahl, meine Mutter? Ists Wahl, wenn des Gestirnes Macht den Menschen Ereilt in der verhängnisvollen Stunde?

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Don Cesar

Siege und Staatsumwälzungen gehen aus dem unendlichen Planen der Vorsehung hervor. Wir dürfen uns nicht länger dawider sträuben.

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Ein höherer Wille lenkt die Dinge. Es gibt wunderbare Geschicke, in die der Mensch nicht eingreifen soll.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873

Menschenschicksale sind lose Blätter, die vom Winde getrieben zur Erde fallen – vergehen – und keine Spuren hinterlassen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Was oft die Menschen denken, Worauf ihr Sinn gericht, Kann Gott bald anders lenken, Sein Will' ist unser nicht.

Titz, J. P., Gedichte. Aus: In coelis sancti Jubila vera canunt, 1652

Es ist wirklich ein Luxus vom Schicksal, daß es Pfeile schleudert; an seinen Fügungen sieht man ohnedem, daß es das Pulver nicht erfunden hat.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Die Finsternisse von Sonne und Mond, die Gefangenschaft wilder Elefanten und Schlangen und die Armut der Weisen zu sehen, dies zeigt, daß das Schicksal immer obsiegt.

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Schichtenweise liegen die Schicksale der Menschen übereinander und bauen die Zeiten auf.

Pauly, Aphorismen, 1905

Mit falschem Einsatz lässt sich das Schicksal auf die Dauer nicht betrügen.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Dunkel und verhüllt sind die Endzwecke des Schicksals und doch befördern wir täglich durch unser Tun und Denken – wenn auch scheinbar das Gegenteil – den geheimen Gang desselben.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

An einem Meeresufer spazieren wandeln und in einem Regentümpel daneben ersaufen; – das ist ein wahrhaft tragikomisches Schicksal.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Gold täuscht, Richter werden getäuscht, Schlechte stehen gut da, Gerechte fehlen, die Besten werden dahingerafft.

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Als großes Los im Leben mir Ein seltsam Ding erscheint: Wenn über das man lächeln kann, Was einst man hat beweint.

Leixner, Herbstfäden, 1886

Die Klänge lassen sich nicht mehr verbinden, Die das Geschick zerreißt... Drum kann ich den Akkord auch nicht mehr finden, Der süßer Frieden' heißt.

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Das Schicksal ist erfinderischer als der Mensch.

Franzos, Die Juden von Barnow, 1877